Fahrrad-Rodeo und alte Bekannte

Nach Kalai-Khumb ist die Straße offiziell noch asphaltiert, offiziell. Tatsächlich gab es zwischendurch immer wieder mal 50m Teer. Der Rest war mehr oder weniger großer Flussschotter und dementsprechend wild wurde das Gehoppel im Sattel. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit sank auf 11 km/h, Po und Handgelenke bekamen kostenlose Dauermassage.

Der Panj ist tief eingeschnitten und die Straße klemmt sich zwischen Felswand und Wasser. Als wir ans Zelten denken ist aber noch lange kein Ende der Schlucht in Sicht, es wird ein langer Radeltag mit vielen Höhenmetern, kurz vor Einbruch der Dunkelheit wählen wir den ersten möglichen Zeltplatz. Als wir das Zelt aufbauen wollen setzt ein heftiger Föhnsturm ein, eine Zeltstange fällt einer starken Windböe zum Opfer. Wir beschließen deshalb im Windschatten unserer Satteltaschen zu biwakieren- viel Sand und viele Sterne!

Am nächsten Tag hatten wir wieder viele nette Begegnungen und abends durften wir in einem kleinen Dorf beim Englischlehrer im Garten unser Zelt aufbauen.

So langsam wurden die Temperaturen erträglicher und die Mittagssiesta muss nicht mehr vier Stunden dauern.
Mittlerweile haben wir uns immer den Panj entlang nach Khorog (auf 2100hm) hochgekurbelt.
Vorgestern haben wir in Rushan die Gruppe mit Sonja und Christoph Schellhammer getroffen. Ganz spontan hatten wir verabredet im gleichen Homestay zu übernachten.
Wir haben viel gequatscht, war ein super netter Abend. Sie sind zu einer Wanderung gestartet und wir haben uns auf den Weg nach Khorog gemacht. Wer weiß vielleicht treffen sich unsere Wege nochmal.

Was soll schon aus einem Tag werden, der mit trübem Wetter und Gegenwind anfängt? Ich bekomme den ersten Platten und dann bricht auch noch ein Haken an meiner Satteltasche, die Naht an der Radelhose ist auch schon durch. Für den heutigen Pausentag haben wir also schon etwas Programm. Mittlerweile ist alles repariert und hoffentlich gilt der Grundsatz, das Provisorien ewig halten.

Hier in Khorog sind wir bei einer super netten Familie im homestay untergekommen. Hier können wir die Waschmaschine nutzen, genial! Die 12 und16 jährigen Töchter hier sprechen perfekt Englisch und mit unserem bisschen Russisch und ihrer Übersetzung können wir uns nett mit unseren Gastgebern unterhalten. Spannend!! Wir berichten von Deutschland, sie erklären uns viel über den Pamir. Und als abends das Nachbarmädchen zur englisch Nachhilfe kommt, kann Birgit dabei gleich noch russisch lernen.
Der Besuch im zweithöchsten Botanischen Garten der Welt verlief etwas enttäuschend, die Anlage hatte ihre besten Tage schon länger hinter sich.

Heute mittag lockt noch ein Bad im Schwimmbad im Stadtpark, Birgit wird wahrscheinlich die einzige Frau im Wasser sein…

Bis Osh werden wir wohl für gute 1000km nur kleine Dörfer treffen, kaum Läden haben und auch kein Wifi mehr haben und evtl. auch nur hin und wieder Netz.
Ihr müsst jetzt also etwas länger auf neue Lebenszeichen von uns warten.

beim Blog-Basteln im Garten des Homestays

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