Der mühsame Weg zu Kirgisistans Seen

Zum SongKul 

Nachdem wir eine gute Woche mit Gabi und Monika zusammen gereist sind, ist es irgendwie komisch wieder „nur“ zu zwei zu sein. Gabi war leider bei unserer Mountainbike Tour gestürzt und hat nach zwei Tagen in Osh beim Röntgen ein Fratur eines Mittelhandknochens diagnostiziert bekommen. Die Hand wurde eingegipst. An dieser Stelle herzliche Grüße und gute Besserung in die Schweiz. „Gabi und Monika, ihr seid uns sehr ans Herz gewachsen und fehlt uns!“

Aber nach einigen Kilometern hatten wir unsere alte Routine dann doch wieder. Hintereinanderher träppeln, schnaufen, kurze Blicke austauschen,  weiter träppeln,…

Johannes und ich haben aber erstmal von Jalalabad nach Kazarman einige Kilometer und Höhenmetern mit einem Taxi überbrückt (die Straße wurde uns als echt schlecht angekündigt).

Ab dort mussten wir dennoch den SongKul (der höchst gelegene und drittgrößte See Kirgisistans auf 3000Hm) noch mit einigen Passüberquerungen und Höhenmetern erradeln. Nix ist umsonst.

 

Serpentine um Serpentine haben wir uns hochgekurbelt und plötzlich lag dieser wunderschöne Hochgebirgssee vor uns, tiefblau und umgeben von hohen Bergen. Die Landschaft hier oben hat uns sehr an die Mongolei erinnert. Viele Nomaden leben mit ihren Herden hier oben und überall stehen ihre Jurten. Einzel stehende Jurte bedeutet,  hier wohnen Nomaden, in Reihe stehende Jurten bedeutet hier ist ein Jurtencamp mit Angebote für Touristen. So eins haben wir dann auch genutzt.

Das Gerüttel auf diesen schlechten Pisten hat aber leider auch Tribut gefordert. Unser kleiner Laptop hat seinen Geist aufgegeben. Ein Kontakt scheint gebrochen,  der Monitor gibt kein Lebenszeichen mehr von sich. Das Blogschreiben wird nun etwas mühsamer,  und sicher nicht mehr so ordentlich. Auf dem Handy geht das Schreiben nicht mehr so gut von der Hand.

Mal schauen ob es in Almaty eine Ersatzbeschaffung gibt.

 

Am See haben wir uns in einem Jurtencamp niedergelassen und einen Pausentag gegönnt. Nach der schlechten und sehr staubigen Piste mussten die Räder geputzt, die Ketten gereinigt, die Bremsgummis gewechselt, … werden.  Eine kleine Wanderung zu Aussichtsgipfel oberhalb des Sees musste natürlich auch sein. Das Gewitter mit stürmischem Wind haben wir in unser Yurte im Nomadencamp ausgesessen. Mal in einem Bett schlafen und bekocht werden ist dann auch mal wieder ein Genuss, zumal wir ja auch alles die 1700 Hm hätten hochradel müssen.

Hier im Camp haben wir Bruno und Christin (ein französisch-englisches Paar, gerade pensioniert und von Italien hierher geradelt ) wiedergetroffen, wir waren schon in Osh im TES Guesthouse zusammen. Auch sie haben einen Pausentag eingelegt,  so dass es viel Gelegenheit zum reden gab. Auf 3000Hm wird es nachts echt kalt, so dass wir den Luxus des bollernden Ofens in der Jurte sehr genossen haben.

Nachts wurden wir mit einem mega Sternenhimmel belohnt, keine Lichtquelle stört dort oben, man sieht die Milchstraße so deutlich und die Krönung war eine große Sternschnuppe mit langem Schweif. Ich verrate nicht was ich mir gewünscht habe.

 

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