Karakol 

Die Besiedelung Richtung Karakol ist spärlich, lange Straßendörfer, dazwischen viele Wiesen ( hier erstaunlich grün) und Weiden. Kühe und Pferde laufen frei herum und auch über die Straße.Wir haben uns schon so daran gewöhnt , dass uns der Anbluck von Autos, Reitern, Pferdekarren und das alles nebeneinanderher nicht mehr erstaunt. Die Autos heizen, trotz schlechter Straße,  ziemlich schnell, hupen beim Uberholen, so als wollten sie uns daran erinnern nicht zu weit in die Straßenmitte zu fahren. Das ist für uns Radler echt kein Vergnügen.  Johannes hat darum eine Deutschland-Fahne als Abstandhalter ans Fahrrad montiert. Danach war es wirklich besser! Ist echt kriminell wie eng die an den Rädern vorbei fahren.

Das Duschen in den Hostels ist immer wieder erstaunlich produktiv. Beeindruckend was es da zum runter schrubben gibt. Die vorher weißen Handtücher sind nach Dusche und Seife oft noch etwas braun gefleckt. Wo dieser ganze Dreck nur immer wieder herkommt?

Wir hatten vor Karakol ein Megagewitter über dem See und die ganze Nacht Regen. Gut zu wissen , dass das Zelt dicht hält . Das erste mal seit zwei Monaten schlechtes Wetter, wir haben das Gefühl von spritzenden Wasser gar nicht vermisst. Haben so aber nun auch mal die Regenjacke und unsere Regengamaschen genutzt 😉 hat sich aber alles in Grenzen gehalten, so dass die Stimmung noch nicht nach unten ging.

Karakol ist ein belebtes Nest, es sind erstaunlich viele Touristen hier,  viele kommen zum Wandern. Wir waren in einer Kneipe essen, super feines Essen, proppe voll, aber eben nur Touristen. Welch Wunder , es gab hier auch Bier, in den meisten einheimischen Restaurants gibts nur Tee und Cola.

In Karakol mussten wir , wie alle, die drei Sehenswürdigkeiten abklappern . Als erstes die russisch-orthodoxe Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit, am Ende des 19. Jahrhunderts aus Holz erbaut.

Auf dem Weg zum Basar, haben wir den Abstecher ins Heimatkundemuseum gemacht. Neben Infos zu Kultur und Geschichte, kann man unzählige ausgestopfte Tiere der Region bestaunen. Das beste aber war eine Fotoausstellung der Schweizerin Ella Maillart, die um 1932 hier in Zentralasien gereist war und längere Zeit auch hier im Ort gelebt hatte. Geniale Schwarzweiß-Fotografien! Bemerkenswert aber auch wie die Dame hier gereist war. Die Bücher von ihrer Reise sind sicher lesenswert!

Danach gings zur echt außergewöhnlichen dunganische Moschee, deren Gebetshaus in Form einer buddhistischen Pagode gebaut und 1910 fertiggestellt wurde. Das farbenfrohe Bauwerk ist ausschließlich aus dem Holz der Tien-Schan-Fichten gefügt, angeblich ohne einen einzigen Nagel.

Die dunganische Moschee (chinesisches Gotteshaus) wurde zwischen 1907 und 1910 unter Leitung eines chinesischen Architekten errichtet.

Die „Dungans“ kamen im Jahre 1877 als Flüchtlinge nach Karakol und gründeten dort ihre kleine Gemeinde. Während der Zeit der Sowjetunion wurde die Moschee von 1933 bis 1943 geschlossen, danach aber wieder als Gotteshaus eröffnet.

Für unsere 5 tägige Wanderung in das Terskey-Alatau-Gebirge musste einiges organisiert werden (Lebensmittel für die ganze Zeit erstehen, möglichst nahrhaft aber leicht, eigentlich ein Gegensatz)
Dazu bummelten wir über den Markt, durften hier probieren und da in Tüten schauen .

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