Nach einer Woche Almaty

Durch die Wohnung fühlt es sich hier für uns sehr heimelig an. Selber kochen, am Herd, stehend und nicht vorm Zelt kniend, beim Essen nicht am Boden sondern am Tisch sitzend, warme Dusche anstelle eines Waschlappens und den Luxus einer Waschmaschine. Ums Eck unser Lieblingscafe hier, der holländische Barista mit frischen Croissants. ☕️🥐☕️🥐
An der anderen Ecke, der Gemüse- und Obststand. Die nette Verkauferin kennt uns mittlerweile und grüßt schon von weitem. 🍋🍌🍎🍐🍓🍇🍅🥑🍆🥔🥕🌶🥒

Ja wir genießen das grade sehr!
Nach ca 10 Wochen „on the road“ tut das gut. Und in eigenen Wänden kann man auch gut mal “ nix“ tun und abhängen.

Ich mache meine Pilatesübungen und auch die Kilometern weit mitgeradelten Tennisbälle kommen zum Einsatz. Fascienarbeit ist angesagt. Liebe Grüße an alle meine FT Gruppen – ich versuche mich für euch fit zu halten 🤗🤗

Wir werden oft gefragt ob sich bei uns schon was “ verändert “ hat?
– Wir sind beide dünner geworden 😂😂obwohl wir echt viel essen!
– Noch können wir es gut mit uns alleine aushalten.
– Wir genießen immer noch jeden Tag dieses Sabbatjahres und sind so froh, dass wir uns dazu entschieden haben!!
– Wir haben gemerkt und spüren das unterwegs ständig, wie wenig es braucht, um glücklich zu sein.

Den herzlichen Kontakt zu den Menschen (mit dem Rad ist man da echt so viel näher dran, und unser bisschen Russisch hilft ungemein) finden wir sehr bereichernd.

Statue des goldenen Kriegers am Respublika-Platz

Statue des goldenen Kriegers am Respublika-Platz

Die Tadschiken waren bislang die Gastfreundlichsten und Herzlichsten, obwohl die Ärmsten.
Die Kirgisen sind zu Anfang sehr muffig, wenn man es aber schafft sich länger zu unterhalten, tauen auch sie auf. Ihr Fahrstil ist kriminell, sie rasen an den Rädern eng vorbei. In Tadschikistan haben wirklich alle, sogar die chinesischen Laster vorsichtig gemacht, nett gewunken,… Nix dergleichen in Kirgisistan.
In Kasachstan sind die Menschen wieder ganz anders. Sehr interessiert, stellen Fragen. Hier in Almaty sind viele Studenten die gut englisch sprechen und das auch üben wollen. So werden wir oft angesprochen. Auch die Autofahrer nehmen wieder Rücksicht und hupen nur, um uns zu signalisieren “ Vorsicht, ich überhole“. In Kirgisistan haben sie dauernd gehupt, so als wollten sie uns sagen „ihr gehört hier nicht her. Die Straße ist für uns“.

Hier hat es das höchst gelegene Eisskating Stadion (Medeo), ca. 17 km südlich von Almaty. Es war  zu Sowjetzeiten, als Almaty noch Alma-Ata hieß, für seine Rekorde bekannt. Von dort kommt man per Seilbahn in das hiesige Winterskigebiet. Dort waren wir wandern. Die Seilbahn ist leider wegen Wartungsarbeiten nicht gefahren, so mussten wir die 900 Hm halt über die Skipiste hoch laufen. Erst dachte ich so bekloppt wären nur wir, aber auf dem Rückweg kamen uns doch glatt zwei Österreicher entgegen. Oben hatten wir dafür grandiose Aussicht. Kein Baum versperrt die Sicht, die haben ja auch auf Skipisten nichts verloren. 🙂 .

ganz tief unten liegt Almaty .jpg

tief unten liegt Almaty

Von der Bergstation sind es dann nochmal 3300 Hm bis zum Gipfel des Pik Shimbulatshka . Von dort konnten wir auf die vielen schneebedeckten Viertausender und auf Gletscher schauen. Hat sich gelohnt. Morgens um 8:30 hier in Almaty auf 750 Hm los und nachmittags auf 3500 Hm. Um 18:00 waren wir dann wieder zurück in unserer Wohnung. Das ganze für 1900 Tenge pro Person.

Umgerechnet sind das knapp 5 € (und da war der Kaffee am chicken Restaurant in der Talstation mit 1000 Tenge schon mit eingerechnet, der war hier am Touri Hotspot unverschämt „teuer“ und dann auch noch im “to go” Pappbecher).

Wir haben das gute Wetter der ersten Woche genutzt und waren viel in den nahen Bergen unterwegs. Der Herbst hat die Bäume gold und rot gefärbt , wunderschön!

Ein Highlight war der Ausflug zum “Big Almaty lake”, Almaty’s Trinkwasserspeicher.

Darum darf man auch nicht ganz ans Ufer, leider. Wir haben unzählige Fotos gemacht und ungelogen, der See ist wirklich so türkis!  Der Himmel wirklich so blau! Und unser Grinsen wirklich so breit 😀!

Am Samstag haben wir uns dann in die Schlange der Städter eingereiht, um eine hier sehr populäre Wanderung zum Kok Shalau zu unternehmen und damit eine Wanderung von kleinen Almatytal zum großen Almatytal zu machen. Und anders als im Schwarzwald waren die meisten „Wanderer“ unter 25!!! Alle hatten beste Laune, es wurden Picknick Decken ausgebreitet, gevespert und viel gelacht.

Hat uns sehr an die Stübenwasenwanderung am Feldberg erinnert. Nur die Birken hier würden nicht zum Schwarzwald passen.

in der Oper Liebestrank von Donizetti

In der Oper Liebestrank von Donizetti

Hier kommt man sehr preiswert und einfach an Karten fürs Theater. Das haben wir genutzt und haben die Oper „Liebestrank“ von Donizetti sowie Don Quichotte als Ballett (von Minkus) angeschaut.

Man muss hier auch unbedingt auf dem Hausberg Kok Tobe („Vergnügungspark“ in Kleinformat für Jung und Alt) gewesen sein. Wir waren gleich zweimal dort. Einmal per Seilbahn und das zweite mal „by fair means“ mit dem Rad.

Das Nationalmuseum hat uns nicht gerade umgehauen, dafür aber die Fülle an Parks. Es ist echt grün in Almaty.

Im Arasan Bad lässt es sich herrlich entspannen. Ob finnisch, türkisch oder russisch Saunieren, jeder kommt auf seinen Geschmack. In der russischen Banya kann man sich mit Birkenzweigen abklopfen lassen, fördert die  Durchblutung, ist ruppig aber tut gut! Die Massage, die ich meinen müden Muskeln gegönnt hatte, hat sich aber eher wie Folter angefühlt, den Ellenbogen der Masseurin habe ich noch am nächsten Tag gespürt.  Schaschlik essen ist hier ein Muss,  bei den Kasachen darf Schaschlik auch bei keinem Picknick fehlen. Dazu schleppen sie den Grill auch kilometerweit. Auf dem Green Market kann man sich wunderbar mit Obst und Gemüse eindecken, an den unzähligen Café ’s die Seele baumeln lassen. Unser Lieblingscafes sind – welch Glück – beide in unserer  Straße.

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