Hurra, wir haben es geschafft!! 

Erst kam die große Freude, dann doch alles ganz anders. Aber der Reihe nach.

Wir haben unser Transitvisum für Turkmenistan im Pass!!
Am Freitag Mittag, vom Markt aus, hat Johannes bei der Botschaft angerufen, und …

 


Es hat geklappt, wow, das war gerade noch rechtzeitig! Der einzig durchgehende Zug von Almaty nach Samarkand fährt sonntags und das Konsulat hat nur Mo- Fr offen. Also noch mal alles gut gegangen. Die auch schon mal angedachte Variante von Tashkent nach Teheran zu fliegen hat sich als sehr umständlich herausgestellt. Es gibt keine Direktflüge mehr, mindestens ein Zwischenstop (je nach Fluglinie in Baku, Istanbul, Moskau , Dubai, oder, oder. Und ein elends langer Flug mit mords Zwischenaufenthalt) das wäre echt nur die letzte Alternative gewesen.
Das musste mit einem feinen Tropfen und gutem Essen gefeiert werden. Wir waren ja gerade auf dem Markt,  also haben wir dafür eingekauft. Welch Vergnügen, hier probieren,  da einfach nur schauen…

Schlussendlich gab es dann Lammkotelett mit Ratatouille und georgischem Brot ( vom Georgier ums Eck, einfach genial,  schon ein Grund da mal hinzufahren) , dazu russischen Sekt.
Wahrscheinlich der letzte Alkohol für einige Wochen.
Die zwei Wochen hier in Almaty mit dem Angebot wie Zuhause haben wir so genossen. Hier konnten wir unsere Batterien (und Fettdepos) wieder auftanken und freuen uns nun wieder auf’s Unterwegssein.
Mal abends Bier mit Chips, oder ein Glas Wein zum Essen (Anmerkung Johannes: da bekommt „Auftanken“ eine etwas andere Bedeutung …).
So konnten wir gestern den Abend nochmal entspannt genießen!

Da die Buslinie 12 zum kleinen Almatytal direkt bei uns ums Eck vorbei fährt, sind wir in einer guten halben Stunde oben am Medeo Eisstadion und haben somit etliche Wandermöglichkeiten zum Greifen nahe. Darum konnten wir auch gestern nochmal nach hochfahren. Bei bestem Sonnenschein aber schon kühl (oben ist schon alles gefroren, das Eisstadion wird präpariert und die Schneekanonen sprühen fleißig) sind wir diesesmal zum Gorelnikwasserfall und zum Eagle Nest hochgewandert. Vor drei Tagen war der Butakovkawasserfall dran😉.

Zuerst stiefelten wir die unzähligen Stufen am Medeo Damm 200 Hm nach oben (da es 1921 ein großes Unglück mit 500 Toten gab wurde 1965 zum Schutz vor solchen Mudflows/Gerölllawinen  1965 ein riesiger Damm  gebaut. Der war gerade 1972 fertig bevor 1974 eine große Lawine ins Tal ging, der Damm hatte großes Unglück verhindert! Von dort ging es in einem Seitental durch herbstlichen Eschenwald nach oben. Auch wieder 900 Hm geschlappt. Aber wunderschön!! Wir wurden von Einigen angesprochen, scheint dass sich Touristen selten in diese schönen Seitentäler verirren. Einige sprachen super Deutsch, so dass wir wieder sehr interessante Begegnungen hatten. Liebe Grüße an den Österreicher Reinhard, mit dem wir ein Stück gewandert sind. Er ist für seine Firma 2 Jahre hier.
Das ganze brauchte ca 4 Stunden, so dass es sogar noch für einen Kaffee vor dem Ballett Samstagabend reichte. Das ist der Reiz von Almaty, die hohen Berge zum greifen nahe und beqem zu erreichen, aber auch die Annehmlichkeiten einer Stadt!

 

Uns wie bekommt man nun ein Transivisum für Turkmenistan in Almaty?:

Als erstes braucht man eine Megaportion gute Nerven!
Viiiiiel Zeit!
Und daaaaann:
Visa des Ein- und Ausreiselandes
Zwei farbige Passkopien
Farbkopien der Visa
Zwei Passbilder
Ein Begründungsschreiben, warum wir ein Transivisum für fünf Tage Turkmenistan beantragen, wir sollten es handgeschrieben abgeben. Einreise Grenzstation und Ausreise Grenzstation, eintragen, wichtig!!
Viel Zeit um Visaanträge im Konsulat auszufüllen – mehrere Exemplare
dann wird man zur Alphabank geschickt,  um eine Bearbeitungsgebühr von 10,- $ pro Person einzuzahlen.
also nix wie hin mit dem Rad zur Bank, ich bleibe draußen bei den Rädern, sicher ist sicher,  warum nur braucht Johannes so lange??
nach 45 Minuten zurück zur Botschaft – Beleg abgeben
In Almaty genehmigen sie nur den kürzesten Reiseweg und die dazugehörigen Grenzübergänge, wir können also leider nicht das alte Konye Urgench und die verrückte Hauptstadt Ashgabat besuchen.

Visagebuhren werden erst im zweiten Schritt nötig und dann heißt es wieder zur Alphabank 😉😉
Nummer zum Nachfragen im Konsulat: +77272726992
Und dann warten, bis Bescheid aus Ashgabat kommt ….

mehrmals vorbei gehen nachfragen
Anrufen und nachfragen
Nach 8 Tagen konnten wir es abholen:
Zum Konsulat radeln, Einzahlungsschein für Bank abholen, bei der Bank 45,-$ pro Person einzahlen, habe diesesmal 60 Minuten vor der Bank auf Johannes gewartet!
Zurück zur Embassy
Und dann…. Türe zu, Mist! Haben die vielleicht Freitag Nachmittag schon geschlossen? Adrenalinspiegel ist bei uns Beiden kurz gestiegen. Nein, nur Mittagspause (Puh!) , also warten, nach 20 Minuten ging die Türe auf, aber trotzdem noch weitere 20 Minuten warten…
Und dann endlich klebte es drinne – das Visum!

 

Gute Hilfestellung und Tips zu allen Themen rund um Zentralasien findet man bei Caravanistan. com.

Die kennen sich gut aus und wissen zu Allem Rat und Tat!! Sie haben uns auch beim Beantragen des Iran-Visums geholfen. Genialer Job den die machen!!!

… und nun  geht es mit dem Zug weiter nach Samarkan. Mit der Zugfahrt wartet unser nächstes Abenteuer. Radtransport ist in den Zügen hier nicht vorgesehen und mal schauen wie das so klappt. Daumen drücken!!!!

Und dann kommt es doch anders als man denkt!   Johannes hat über Nacht Fieber und Schmerzen beim Wasser lassen bekommen, sowie Blut im Urin – Verdacht auf Nierensteine.

Ich bin also Sonntag früh im Taxi zum Bahnhof. Mit unseren letzten wenigen Tenge (die anderen hatten wir gestern nach dem Ballett noch verprasst ) habe ich einen Taxifahrer überredet mich zu fahren und versucht die Fahrkarten zurück zu geben  – das ging auch, aber mit hoher Stornogebühr, aber egal was soll’s, besser als nichts. Zurück wieder mit dem Taxi, diesesmal aber mit Geld im Sack. Nachdem wir den Zustand von Johannes gecheckt hatten, haben wir mit Mirgul gespochen und sie hat für uns einen Krankenwagen bestellt. Der Sanitäter hat  Johannes dann nach einer kurzen Untersuchung mitgenommen, im Städtischen Krankenhaus Nr. 2  sollte der Urologe entscheiden wie es weitergehen würde. Nach allen möglichen Untersuchungen und Ultraschall dort durfte Johannes wieder nach Hause. Auf einem handgeschriebenen Zettel stehen eine Unmenge Medikamente, die Johannes nehmen soll. Wenn wir das nur lesen könnten, handgeschrieben (die Ärzte schreiben hier auch mit einer Sauklaue :-)) und russisch in Schreibschrift. Die Ärzte und Apothekerinnen sprachen kein Englisch. Und ohne unsere Google Translate App wären wir echt aufgeschmissen gewesen! Was heißt bitte Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Ultraschall und Stoßwellentherapie, …  auf russisch oder kasachisch?

Lunch mit Mirgul.jpg

Lunch mit Mirgul, sie hatte das Päckchen von Vaude für uns angenommen

Ein herzliches Dankeschön an Mirgul, die hier in Almaty das Vaude Päckchen für uns angenommen hat und uns auch bei den Fragen nach Krankenhaus etc. so lieb unterstützt hat!  Ohne ihre Hilfe wäre alles viel komplizierter geworden. Super auch, dass wir das Wohnen  unkompliziert verlängern konnten. Wir mussten zwar einmal hier im Haus in eine andere Wohnung umziehen. Heißt Fahrräder und Gepäck ein Stockwerk höher schleppen – wir wohnen jetzt im 15. Stock ganz unterm Dach und der Aufzug geht nur bis zum 14. Stock :-(. Aber alles besser als auf der Straße schlafen :-)! Unser altes Apartement war schon über booking.com an eine Familie vermietet worden und die brauchen das zusätzliche Schlafsofa.

Keine Ahnung wie lange wir noch hier bleiben werden, morgen erstmal MRT bei Johannes und dann wird man sehen …

Die Zeit für Usbekistan wird jetzt etwas kürzer, denn wir haben das  Transitvisum für Turkmenistan genau für den 31.10 – 4.11.

 

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