Mehr Meer

Nun sind wir in Bushehr am Persischen Golf und endlich ist es wärmer.  Nachdem wir das Küstengebirge durchradelt hatten, durften wir viele viele Tiefenmeter hinunter brausen. Die nächsten zwei Tage geht es weiter auf der Küstenstraße Richtung Süden.

Die Straße verläuft zwischen Küste und „Klein Monument Valley“. Wunderschöne erodierte Felsgebilde tauchen rechts und links der Straße auf. Da fehlen nur noch Indianer und Pferde und du denkst du bist im wilden Westen. Mit dem vielen Schauen vergingen die Kilometer im Flug. Und psst, wir wurden ganz kräftig von hinten angeschoben.
Inzwischen nervt uns das viele Hupen, Anhalten, Selfiemachen mit den Iranern etwas. Wir haben das Gefühl, dass es oft gar nicht die sprichwörtliche iranische Höflichkeit oder Gastfreundschaft ist, sondern eher die persönliche Neugier auf uns „bunte Hunde“. Und vorwärts kommen müssen wir ja auch irgendwie.

Unser Traum den Tag über, war ein Zeltplatz unter Palmen am Meer für den Abend. Es wurde „nur“ ein Zeltplatz unter Palmen und der Sonnenuntergangsspaziergang zum etwas entfernten Meer draus. Beides aber sooo schön!


Auch am folgenden Tag durften wir zwischen roten Felsgebilden radeln. Zwischenstops mit Klettereinheiten ließen wir uns nicht nehmen. Wir radeln 2 Tage durch Tomatenfelder. So viele Kisten mit roten Tomaten,  wer soll das essen?

Unser Ziel für heute und den morgigen Tag, die Jashak Saltdomes, mussten hart erkämpft werden.  Dieser Salzberg ist der größte und schönste im Iran. Schon beeindruckend diese Unmenge Salz als Berg vor sich zu sehen!  Bei den Niederschlagsmengen wie in Deutschland wäre er längst weggespült.

Mittlerweile ist’s gut warm und wir schwitzen Höhenmeter für Höhenmetern die Piste nach oben. Die Räder sind mit Proviant und Wasser für 2,5 Tage vollbeladen. Da die Straße so abgelegen ist, traue ich mich ohne Kopftuch und langem Dress zu radeln. Aber Überraschung:  oben am Fusse des Salzmassives angekommen, wurden wir von einem Bus voller iranischer Touristen (Bergsteigerclub unterwegs) freudig in Empfang genommen und mit Tee und Trockenobst versorgt. Mit Händen und Füßen und etwas Englisch haben wir uns bestens unterhalten. Aber in den Bergen und weg von der Kontrolle tragen auch Iranerinnen keine Kopftücher etc, also alles gar nicht schlimm.
Sobald die Sonne untergeht wird’s ruhig hier oben und wir genießen den Sonnenuntergang und die Stille. Endlich ein Platz ohne Motorenlärm. Hier im Iran hört man selbst im entlegensten Eck noch Auto- oder Motorradgeräusche.

Morgen wollen wir die Wanderschuhe schnüren und den Salzberg erkunden. Diesen Ort hatten uns Karin und Holger so ans Herz gelegt,  dass wir ihn für meinen Geburtstag ausgewählt hatten. Wir sind sehr gespannt!!! Ich freue mich mal auf einen Tag ohne Fahrradfahren. Nicht gleich morgens das Zelt wieder abbauen,  sondern zwei Nächte bleiben.

Salzgletscher

ein Gletscher aus Salz

Wir kraxeln schon früh los. Der Salzgletscher hat es Johannes angetan. Wunderschön fließt er wie unsere Gletscher in den Alpen in die Tiefe. Die Salzsteinformationen glitzern in verschiedensten Farben mit zum Teil messerscharfen Spitzen. Nur nicht ausrutschen! Auf Anraten von Karin hatten wir Handschuhe mitgenommen.  Dann wieder knirscht es unter den Sohlen und wir laufen über auskristallisiertes Salz. Es plätschern kleine Salzbäche mal über, mal unter der Saltkruste.

Wir steigen immer weiter nach oben,  immer wieder Neues entdeckend. Wir bestaunen einen Salz -Wasserfall und kriechen durch 2 Höhlen. Wie gut, dass Johannes die Stirnlampe eingepackt hatte. Der Tag sollte eigentlich ein Pausentag sein, aber wir waren sicher 7 Stunden auf Achse. Und keine Minute war langweilig, entsprechend viele Fotos haben wir gemacht!!!! Für euch hier die komprimierte Auswahl:

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