Hola Chile!

Unser Kopf weiß noch nicht so recht wie damit umgehen. Vom Flugzeug aus plötzlich Grün, Wälder und Flüsse, wie ungewohnt!
Auf der Fahrt vom Flughafen nach Puerto Montt staune ich über pinkfarbenen Klee, weiße Margheriten, grüner Farn, lila Lupinen – welch Explosion an Farben. Wann hatten wir das das letzte mal gesehen. Vergessen waren die chaotischen Tage in Dubai, vergessen die Nacht in Santiago, in der wir auf unseren Fahrradkartons die Nacht versucht hatten etwas Schlaf zu finden. (Wir mussten die Zeit von 21.00 bis 5.00 zum Einchecken überbrücken)

Nach insgesamt 23 Stunden Flugzeit erreichten wir endlich Puerto Montt.
Puerto Montt hat uns mit seinen bunten Holzhäuser am Hang gut gefallen. Das Salzwasser kratzt zwar mächtig an den Häusern und etliche davon hätten eine neue Schicht Farbe nötig. Aber das macht den Charme dieses Häuser aus. Trotz Jetlag mit Schlafchaos und etlicher Orga (Einkäufe, neue Rucksackregenhülle für Johannes, Campingplatz für den kommenden Treck buchen, Einchecken für die Fähre …) hatten wir doch Zeit die Insula Tenga und Angelmo zu besuchen und bummeln zu gehen. Auf dem Fischmarkt in Angelmo mussten wir natürlich Fisch probieren und entdeckten vier Seelöwen, die durch Fischabfälle angelockt sehr nahe kamen. Beeindruckend groß diese Viecher!

Für das sanfte Ankommen in diesem Teil der Erde hatten wir uns die 4 tägige Schifffahrt auf der Navimag Fähre von Puerto Montt nach Puerto Natales ausgesucht.
Das Einchecken mit Räder und Gepäck lief so unkompliziert und so easy ging das dann auch die folgenden Tage weiter. Wir hatten uns auf sehr einfache Verhältnisse eingestellt und waren ganz erstaunt von all dem Angebot für uns Passagiere. Über Yoga, Tai Chi und Kinoabend wurden Vorträge über Land, Flora und Fauna angeboten. Die Crew war super und hat gute Laune verbreitet! Die Rundum Verpflegung hat unsre Keksreserven verschont! UND unser größtes Glück war eine Viererkabine nur für uns alleine.

Da die Fähre nicht ausgebucht war hatten wir das Glück ohne Zimmergenossen zu sein.
Das Wetter war aber doch wie erwartet und angekündigt: Sonne und Regen, Wind und Wellen – alles versprochene ist auch eingetreten.
Vor der Passage im offenen Meer, wo der Seegang richtig heftig wurde, wurde den Passagieren Tabletten gegen Seekrankheit ausgeteilt. War auch nicht verkehrt. Ich weiß nun jedenfalls, wie sich seekrank anfühlt. Johannes schien völlig unbeeindruckt von dem Geschaukel zu sein. Ich habe zwei Mahlzeiten ausgelassen und mein Bett vorgezogen. Das unruhigste Stück haben wir zum Glück nachts befahren und diese Tablette hat nicht nur den Magen beruhigt, sie hat mich auch sehr müde gemacht. So dass ich echt tief und fest das unruhigste Stück verschlafen habe.


In den „Fjorden“ war das Meer gottlob ruhig und so konnten wir die meiste Zeit unsere Fahrt richtig genießen. Yoga bei Sonnenschein an Deck, Zeit zum Gucken und Genießen, Super!!! Dann tauchen plötzlich kleine Inselchen ( Spitzen des abgesunkenen Küstengebirges, wie wir im Vortrag gelernt hatten) auf, dann Engpassagen mit steilen nackten Felswänden, überall kalter Regenwald an den Steilhängen und viele viele Wasserfälle, überall Wasser, leider auch in Form von Regentropfen. Wir dürfen Albatrosse bei ihrem Flug bewundern und haben tatsächlich einen Wal sehen können. Die Tage sind hier wieder so lange, erst um 22.30 Uhr fängt es an zu dämmern. Welch Unterschied zum Iran. Dort war es um 18.00 Uhr stockdunkel! Soviel mehr an Zeit draußen zu sein und Dinge zu tun, da bleibt leider das Blogschreiben auf der Strecke. Ich entschuldige mich schon jetzt, wenn ich nicht mehr so ausführlich schreiben werde😉. 

Die Navimagfahrt war echt super, die Landschaft atemberaubend und die Crew war stets bemüht uns bestens zu versorgen. Fast schon wehmütig war ich dann als der Hafen von Puerto Natales auftauchte und klar war, dass der Abschied vom Schiff näher kam.

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Nun sind wir seit wenigen Stunden in Puerto Natales, dieser Ort platzt von Touristen. Alle wollen in den Torres del Paine Nationalpark und die Preise sind der Anzahl der Touristen angepasst gesalzen hoch. Wir hatten keine Übernachtung vorgebucht und wurden gottseidank im vierten Hostel fündig. Wir nutzen den morgigen Tag, um unsere Rucksäcke mit allem zu füllen was für die Wanderung im Torres del Paine nötig sein wird. Wir wollen den „O“ Treck laufen und werden darum ca. 8 Tage unterwegs sein und dafür auch das komplette Essen mitschleppen. Leider hatten wir nicht schon ein halbes Jahr im Voraus die Campingplätze vorgebucht. Die Treck im Torres del Paine sind so überlaufen,  dass mittlerweile nur schwer Platz in den verschiedenen Campingplätzen zu bekommen ist und wenn, dann sehr teuer. Die Verwaltung der Hütten und Zeltplätze läuft leider auch über drei verschiedene Anbieter,  die sich den Nationalpark aufgeteilt haben. Die Nationalparkverwaltung Conaf bietet eigene kostenlose Zeltplätze an, die sind aber schon 6 Monate im Voraus ausgebucht. Die anderen beiden Anbieter Vertice und Fantastico sur teilen sich den Markt. Und da der Fleck Erde so schön ist, nehmen Sie Preise, die jenseits von gut und böse sind.

Wir haben es tatsächlich über Vertice geschafft die mittleren 4 Zeltplätze des O – Kringels zu buchen,  fürs bezahlen habe ich extra ein PayPal Konto eröffnet. Beim Buchen des ersten und letzten Zeltplatzes über Fantastico gab es dann leider Probleme mit meinem neuen PayPal Konto. „Sorry, für ihre eigene Sicherheit brauchen wir Kopie ihres Passes, ihres Kontoauszuges,…“
Das war der Moment, in dem mir meine Privatsphäre wichtiger wurde als das Zeltplatz buchen und mir PayPal den Rücken runter rutschen konnte. Dann eben nicht. Schon echt Mist, dass die gute Kreditkarte nix mehr wert ist und so dämlich Zahlmethoden immer mehr an Bedeutung gewinnen! Wir haben dann eine Mail mit der Bitte um Reservierung an Fantastico Sur geschickt. Mal sehen was draus wird, morgen wollen wir persönlich vorbei gehen.  Die online Reservierung hatte nicht funktioniert, aber im Büro von Fantastico Sur konnten wir, juhu, tatsächlich fast alles wie gewünscht buchen. Der nackte Zeltplatz kostet halt jetzt 40,- Euro, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Wir können so jetzt den O-Treck laufen und haben am Ende noch die Möglichkeit einen Abstecher in das Painesmassiv zu machen. Die Eintrittskarte zum Nationalpark haben wir auch gleich hier in Porto Natales erstanden, dazu mussten wir zum Büro von Conaf. Dort mussten wir ein Anmeldeformulare ausfüllen, unterschreiben, dass wir uns streng an die Vorschriften und Regeln im Nationalpark halten werden und ein Instruktionsvideo anschauen.

So, nun kann es morgen los gehen!

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