Patagonien – Torres del Paine 

Torres del Paine – eigentlich heißt das „Blaue Türme“, aber wir finden „Türme der Schmerzen“ könnte auch gut passen.
…und die Schmerzen haben schon begonnen bevor wir auch nur einen Kilometer mit den Wanderschuhen unterwegs waren.
Nach dem Reservierungsstress (Schmerz Nr. 1) und den vielen Kreditkartenabrechnungen (Schmerz Nr. 2) für die Zeltplatz-Gebühren, mussten wir erst noch zwei anstrengende Tage Richtung Startpunkt radeln. wir-starten-in-puerto-natales-.jpg130 km klingen ja nicht wirklich beunruhigend, dachten wir. Aber ein Blick auf die Höhenmeter hätten uns schon vorneweg warnen können. Etwas blauäugig sind wir dann bei bestem Wetter in Puerto Natales gestartet. Am Ende des ersten Tages haben wir uns 83 km und 1100 Hm mit Gegenwind und Böen, die uns fast von der Straße gefegt hätten, bis kurz vor dem ersten Nationalparkeingang gekämpft!! (Schmerz Nr. 3). Während unserer Herfahrt im „Windkanal“ haben wir unser Zelt schon in Fetzen gesehen, es grenzt fast an ein Wunder, daß wir 10 Meter vor der Nationalparkgrenze noch einen windgeschützten Zeltplatz gefunden haben!

torres-del-paine-abendstimmung-.jpg

Tag Nummer zwei waren zwar nur 46 km, dafür knapp 1000 Hm, Steigungen bis 15%, dazu noch Schotter, Kies und Wellblechpiste. Die vorbei fahrende Blechkarawane von Touribussen und Mietwägen hat uns völlig eingestaubt. Wir fühlten uns stark an den Pamir erinnert. Daß zwei Gräder die Straße bearbeitet hatten, machte den Hoppelkomfort nicht zwangsläufig besser. Das war eher eine Mountainbike-Tour mit schwerem Gepäck als Genussradeln. Gut, dass erst gegen 23.00 Uhr dunkel wird, da hat man schon mal keinen Zeitdruck. Und gut, dass wir im Blog keine Live-Aufnahmen von den Flüchen publizieren können, nicht jeder Tag entlockt uns Freudenjauchzer, auch wenn die Bilder oft anders aussehen.
Am Camingplatz bei der Laguna Armarga wollten sie für nackten Rasen, kein Windschutz und miese Sanitäranlage pro Person 20 Dollar (fast Schmerz Nr. 4), da sind wir postwendend wieder zurück zum Fluss und haben gottseidank ein windgeschütztes Plätzchen im tiefen Gras gefunden. Der Nationalpark ist für die Leute hier die Lizenz zum Geld drucken, es gibt so viele Touristen, dass die Preise jenseits von allem Vernünftigen sind. 200 Dollar für ein einfaches Doppelzimmer (ohne Frühstück etc. versteht sich), total überzogen! Für einen Campsite im Park müssen wir bis zu 40 Dollar berappen, wer in einer Hütte übernachten will zahlt mindestens das Vierfache! Da kann man fast die Lust und Freude an der schönen Natur verlieren!
Nach etwas Pause mit Keksen und Kaffee waren die aufgezählten Schmerzen fast vergessen 😉 Jetzt hieß es umpacken und Rucksack für die 8-tägige Rundwanderung richten. Da wir das komplette Essen mittragen müssen, sparen wir jedes Gramm an Klamotten etc.. Das heißt eine kleine Zahnpastatube für beide, Pröbchen an Creme, Tütensuppe als Sauce, Hauptsache leicht – man wird erfinderisch! Sonst ist Schmerz Nr. 5 vorprogrammiert.
In Puerto Natales hat Birgit sich neue Wanderstöcke gekauft. Ihre eigenen hatte sie in Tadschikistan verschenkt und in Kirgisistan konnte sie sich welche ausleihen.
Jetzt darfs losgehen.

Tag 1 Laguna Amarga – Welcome Center – Campamento Serón
13 km, 398 Hm, 4 h
Nachts hatten uns kurzzeitig Regentropfen auf dem Zelt erschreckt, aber geweckt wurden wir gottseidank durch die Sonne. Bei bestem Wetter und Blick auf die Torres sind wir über den Laguna Amarga Parkeingang zum Welcome Center geradelt. Dort mussten wir noch kurz umpacken und die Räder fürs Aufbewahren fertig machen. Erst wollten sie uns doch glatt 80,- € Aufbewahrungsgebühr für unser Gepäck abknöpfen. Durch Johannes Verhandlungsgeschick haben wir dann nur 40,-€ bezahlt. Aber dafür sind unsere Sachen sicher verwahrt (Schmerz Nr. 6)!
Jetzt schulterten wir unsere schweren Rucksäcke und ließen den ganzen Touristenrummel hinter und liegen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was hier los ist. Ganze Busladungen an Tageswanderern werden hier rausgeschmissen!
Den langen O-Treck machen zum Glück die wenigsten Besucher hier. Durch Nothofaguswälder (Scheinbuchen) und Margheritenwiesen führte der Weg bequem über einen kleinen Pass hinunter zum Campamento Serón. Ohne den starken Gegenwind, mit Böen die einem die Luft un die Lungen pressen und den Atem rauben, wäre es noch angenehmer gewesen 😉
Dort angekommen begann die Suche/Kampf, um den windgeschütztesten Zeltplatz. Beim Anmelden in der Hütte meinte der nette Chilene: „Oh Deutsche, er liebt deutschen Fußball und vor allem Manuel Neuer „. Da konnte ich mit meinem Selfie aus Dubai mit Manuel Neuer echt punkten! Jep!! Aber keine Ahnung wer die vielen Flaschen an Rotwein und Bier hinter ihm trinken soll (Anmerkung Johannes: und vor allem bezahlen soll😂).
Leider konnten wir die restliche Zeit dort nicht wirklich genießen, starker Wind und Regenschauer haben uns ins Zelt getrieben. Zum Ankommen gibt’s leider nur Tütenkaffee, zum Abendessen dann Couscous mit Tomatensauce und einem Drittel Tütchen Parmesan – alles muss halt leicht sein…

Tag 2: Seron – Camp Dickson
19 km, 540 Hm, 5 h Gehzeit
Die ganze Nacht hatte es immer wieder leicht geregnet, aber durch den starken Wind, war unser Zelt am Morgen fast trocken. Wir starteten gut ausgeschlafen früh, um die ganze Karawane hinter uns zu lassen. Wieder kämpften wir uns den ganzen Tag über gegen den Wind voran, vor allem am Pass kamen starke Böen von der Seite. Auf der Wanderkarte war schon vorsorglich „vientas laterales“ vermerkt. Aber irgendwie waren wir doch zügig unterwegs. Wie am Tag zuvor wanderten wir durch ursprüngliche Wiesen und dicht an den Boden geduckte Nothofaguswäldchen. Nach 2,5 h erreichten wir die Rangerstation Coiron und wieder 2,5h später das Campanento Dickson. Auch hier konnten wir einen halbwegs geschützten Platz unter Bäumen finden und hörten den Wind in den Baumwipfeln pfeifen. Die Sonne zeigte sich mal wieder etwas und ohne die vielen Stechmücken wäre es fast perfekt gewesen. Aber bei der Zeltplatz-Buchung wurde schon empfohlen Mückenschutz mitzunehmen. Wir waren also vorgewarnt. Dennoch mussten wir bald mit einigen roten Punkten ins sichere Zelt flüchteten (Schmerz Nr 7). Wegen der großen Feuergefahr durch den starken Wind darf an den Zeltplätzen nur in den Küchenzelten gekocht werden. Da man dort auch Handys laden kann, trifft sich dort der halbe Zeltplatz, klönt, tauscht Infos aus und man kann sich das Equipment der anderen anschauen und Ideen holen. Nebenbei konnten wir das Angebot eines netten, super ausgestatteteten holländischen Pärchen mit Bialetti auf einen Kaffee nicht ablehnen.

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Tag 3 Campamento Dickson – Campamento Los Perros
11,6 km, 665Hm, 4,5h
Der heutige Tag war Genusswandern pur! Unser Weg führte uns durch einen dichten Märchenwald voller uralter Scheinbuchen (laut Johannes bis 400 Jahre alte Bäume) , übersät von unterschiedlichsten Baumflechten. Dazwischen Farne und mit Moos überzogenes Totholz. Der Blick zurück bot einen wunderschönen Blick auf den Lago Dickson mit dem Dicksongletscher. Irgendwann unterwegs bemerkten wir, dass irgendwas anders war als die Tage zuvor. Was war das bloß, mmh? Ach ja, wir konnten Vogelgezwitscher und Bachgurgeln hören! All diese Geräusche hatte der Wind bislang übertönt! Aber pünktlich gegen 11.00 Uhr hat jemand den großen Ventilator angemacht, und da war es wieder, das bekannte Sausen. Nach Überqueren des Moränenrückens durften wir am Mirador Britanico den Los Perros Gletscher mit seinem zugehörigen See bewundern. Dort gönnten wir uns eine Vesper- und vor allem „Guck“-Pause.
Nach dem Ankommen im Camp begann wieder die gewohnte Routine: Anmelden, Zeltaufbau, Kaffee und Kekse, dazu quatschen im Küchenraum, Körperpflege (Plan A: falls Dusche warm – dann unbedingt duschen, wenn Dusche kalt siehe Plan B.
Plan B: wenn Waschraum vorhanden dort, sonst im Zelt kalt waschen. 😀).
Hier im Campamento Perros mussten wir leider Plan B mit Zeltvariante wählen. Wir haben das Waschen mittlerweile so perfektioniert, dass jeder von uns mit Waschlappen und Berghaferl ausgestattet nur 0,2l Wasser braucht.
So langsam trudeln die mittlerweile bekannten Mitwanderer im Camp ein. Für knapp eine Woche sind wir wie eine große Familie, gemeinsam unterwegs von Zeltplatz zu Zeltplatz. Ach da sind ja die Norweger mit den nagelneuen Bergans-Zelt und der knarzenden Isomatte, dort die Holländer mit dem riesigen Rucksack und der Bialetti, dort der Australier Corey mit nichtendenden Vorräten an Gemüse und Obst, die Schweizerin Isabel , die überraschenderweise zuhause gar nicht in die Berge geht, sich in Chile verliebt hat und unbedingt die Torres sehen will, das Pärchen aus Minsk, das sehr reisefreudig ist und schon fast überall war, das chilenische Pärchen mit Faltgeschirr,…

Tag 4 Campamento Los Perros – Paso – Refugio Grey
15 km,1030 Hm rauf, 1455 Hm runter, 7:55 h
Ohh, 5 Uhr, der Wecker bimmelte zu früh – raus aus dem Schlafsack, obwohl es ist noch immer dunkel war.
Wir konnten im Camp Paso keinen Zeltplatz buchen und hatten daher entschieden bis Grey durchzulaufen. Da diese Doppeletappe sehr lang war und der Pass wegen des Windes früh überquert werden sollte, wollten wir zeitig aufbrechen. Und tatsächlich waren wir um 5:45 startklar!
2 h wanderten wir, erst durch dichten Wald unterbrochen von Matsche, dann durch offenes Gelände aus Geröll und Felsen stetig ansteigend zum 1200 hohen John Garner Pass. Mit den Verhältnissen hatten wir extremes Glück: trocken und kaum Wind, bei anderem Wetter kann das sicher sehr unangenehm werden! Andere sind wohl auf allen Vieren über den Pass gekrabbelt! Und was für ein Panorama, wow, der ganze riesige Greygletscher mit seinen Spaltenfeldern lag tief unter uns. Das ist also das südliche patagonische Inlandeisfeld.

am John Garner Pass.jpg

Blick vom John Garner Pass auf das Südliche Inlandeisfeld

Extrem steil führte uns der Weg hinunter zum Camp Paso. Die Wegführung ist nichts für Kniegeschädigte, zu hohe Stufen und Diretissima nach unten. Aber mit den vielen Ausblicken auf den Grey-Gletscher und den Grey lake mit seinen Eisbergen wurden wir für unsere Anstrengungen reichlich belohnt.

Kurz vor 10.00 erreichten wir das Camp Paso und nach der obligatorischen Registrierung durften wir weiter marschieren. Auf dem Weg zum Refugio Grey gibt es mittlerweile drei Hängebrücken. Alle drei bieten super Möglichkeit den Gletscherbruch und den Gletscher zu bestaunen. Etwas fußlahm und müde erreichten wir 13:35 das Refugio Grey. Aber Camper scheinen hier nicht gepampert zu werden🤔 unebene Zeltplätze, Küche und Klo weit weit weg, Duschen nur zwischen 17:00 und 20:00, …
Wir Rucksackwanderer bringen zu wenig Umsatz, die Tagestouristen und Übernachtungsgäste in der Hütte mit Vollpension sind begehrter und werden umsorgt.
Aber sie haben wenigstens warme Duschen (im Gegensatz zu den anderen Camps). Dass sich heißes Wasser so göttlich anfühlt, weiß man erst wenn man laaaaange darauf warten musste! Herrlich, frisch geduscht und satt (es gab Paella -unser letztes Travellunch- Essen, Johannes hatte es 6000km in der Radtasche spazieren gefahren!) saßen wir noch länger klönend mit den Anderen vom O-Treck zusammen. Alle glücklich es bis hierher geschafft zu haben!!

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Tag 5 Refugio Grey – Campamento Paine Grande
11,5 Km, 430 Hm hoch, 460 Hm runter, 3:15 h
Das Wetter meinte es heute nicht ganz so gut mit uns, nachts hatte es schon geregnet. Nach einem kurzen Abstecher zum Mirador Grey starteten wir in Regenklamotten eingepackt. Da diese Etappe kürzer war, konnten wir den Tag ruhiger angehen. Die Landschaft wechselte wieder. Der Wald verschwindet und machte Platz für „patagonische Steppe“, weißer und lila Fingerhut, wilde Johannesbeersträucher und Margheriten wechselten sich ab. Das bisschen was wir an Bergen sehen konnten war weiß verschneit. Am frühen Nachmittag erreichten wir das Camp. Hier war es gar nicht so einfach einen tauglichen Zeltplatz zu finden. Alles was eben und windgeschützt ist, ist schon von den gelben North-Face-Zelten des Camps belegt. Na irgendwie findet sich dann doch immer was halbwegs Taugliches. Gerade rechtzeitig vor einem mega Regenguss hatten wir das Zelt aufgebaut und uns in das Küchenhaus verzogen, uff, Schwein gehabt. Bei Tütensuppe und Nescafe schauten wir den vorbei fliegenden Wolken nach, froh im Trockenen zu sitzen. Regen und etwas Sonne wechselten sich stetig ab, hier in Patagonien kann man alle Jahreszeiten an einem Tag durchmachen (Johannes: in einer Stunde😀). Da dieses Camp einfach zu erreichen ist und sogar per Katamaran angefahren wird, tummeln sich hier die unterschiedlichsten Leute. Wir treffen ein polnisches Pärchen, das auch mit dem Rad unterwegs ist und vor drei Jahren in Zentralasien geradelt war. Da macht Sitzen, Quatschen oder nur Zuschauen einen Heidenspaß. Im „Supermarkt“ des Camps kann man durch Regale schlendern und für viel Geld all das kaufen, was ein Wandermagen nach 5 Tagen Rucksackessen begehrt. Im Küchenraum drehten sich die letzten Tage viele Gespräche ums Essen.

Tag 6 Campamento Paine Grande – Mirador Frances – Mirador Britanico – Campamento Italiano
21km, 1025Hm, 6 h Gehzeit viel viel Zeit zum Schauen
Unsere Schweizerin Isabel hatte uns ihre Reservierung für das Campanento Italiano abgetreten. Sie war zu kaputt und wollte einen Pausentag einlegen und statt Wandern den Katamaran nehmen. Für uns bedeutete das, bei heute nun bestem Wetter, die ungeahnte Möglichkeit doch zum Mirador Britanico hochzuwandern! Im Supermarkt mussten noch schnell Vorräte besorgt werden, denn wir hatten unsre Rucksackverpflegung genau ausgezirkelt. Frisch gebackenes Brot, wow, wann hatten wir das das letzte mal!
Leicht hügelig ging es an der Laguna Skottsberg entlang. Der heftige Wind trieb Wasserhosen und heftige Wellen übers Wasser. Für uns aber gottseidank von hinten. Ob man sich an diesen heftigen Wind gewöhnen kann? Am Campamento Italiano haben wir schnell unser Zelt aufgebaut und konnten so mit leichtem Gepäck aufbrechen. Unterwegs am Mirador Frances sahen wir riesige Eisbrocken vom Gletscher abbrechen. Enorme Lawinen brausten am Gegenhang nach unten. Stücke so groß wie mehrere Einfamilienhäuser sind mit lautem Getöse und Donnern nach unten gebrochen. Sehr beeindruckend!! Am Mirador Britanico bot sich uns ein 360 Grad Panorama auf einen Kessel von Granitwänden und Türmen. Auf dem Runterweg haben wir drei Magellanspechte bei der Arbeit gesehen. Das Männchen hat einen wunderschönen roten Kopf, die Weibchen sind schwarz. Auf dem Zeltplatz tummeln sich Morgenammern und Schopfkarakaras. Was für ein schöner Tag. Herzlichen Dank und ein Hoch auf Isabel!!
Birgits Gute-Nacht-Wunsch am Tag 6: ein Bett, eine warme Dusche und eine Küche mit gutem Essen…

Tag 7 Campamento Italiano – Campamento Centrale
17,5 Km, 650Hm , 6h Gehzeit
Heutige Überschrift: Der Tag mit dem Seeblick, immer am Lago Nordenskjöld entlang😀. Seine Farbe ist wirklich so türkis wie auf den Fotos. Ein bisschen fühlten wir uns an den Lykischen Weg erinnert, ein Weitwanderweg, den wir vor 4 Jahren in der Türkei gewandert sind. Rechts das türkise Wasser, links die Berge, der Weg abwechslungsreich, immer auf und ab dazwischen.Torres del Paine O Treck 115.jpg Vom Campamento Centrale aus ist dies die erste Etappe für den kürzeren W-Treck, dem entsprechend kommen uns viele „noch nicht so verschwitzte“ Wanderer entgegen. Teilweise mit abenteuerlich großen Rucksäcken oder Zelt/Schlafsack/Einkaufstasche am langen Arm – erstaunlich wie leidensfähig manche sind!
Am Campamento Centrale angekommen hieß es wieder Zeltplatz richten, dann Räder holen. Das wir 5 Tage Aufbewahrung bezahlt, aber nun schon der 7.Tag war, wurde nicht bemerkt. Glück gehabt und Geld gespart!
Am Zeltplatz versuchten wir die gebuchte Nacht von gestern, die wir durch die eingeschobene Übernachtung am Camp Italiano am Campamento Centrale haben verfallen, lassen hinten anzuhängen. Und, wieder Glück gehabt, das hat einwandfrei funktioniert! Torres wir kommen 👍👍
Jetzt gab’s zum vollends glücklich sein noch frisch gebrühten Kaffee und Kekse (auch der Minimarket hier unten beim Hotel Torres ist gut mit Süßigkeiten bestückt).
Und dann geht zumindest ein Gute-Nacht-Wunsch von Birgit in Erfüllung: die wirklich heiße Dusche mit immerhin ausreichend viel Wasser!

Tag 8 Campamento Centrale – Mirador Base las Torres und zurück
19 km, 1110 Hm, 5 h
Nicht zum Sonnenaufgang (da hätten wir um 2:00 Uhr loslaufen müssen), aber zeitig vor den Tagestouristen haben wir den Aussichtspunkt mit fantastischer Sicht auf die Torres del Paine erreicht. Jep, bei Sonnenschein die Torres gesehen, was ein Geschenk. Torres del Paine.jpgWir haben somit nicht nur das „O“, sondern gleich noch das „W“ gelaufen. Genial!!! Bild O und W Treck.jpgAm Abend saßen wir mit einem Gläschen Rotwein noch lange mit Pavel und Anna aus Weißrussland zusammen, tauschten unsre Treckerkenntnisse und Emailadressen aus. Wir haben uns bestens über Gott und die Welt unterhalten. Das gemeinsame Wandern und Erleben verbindet über alle Grenzen hinweg.


Und wir taufen ab sofort die Türme um, in Türme des Glücks:
Glück mit dem Wetter ( wir hatten nur 1/2 Tag Regen)
halbwegs Glück mit dem Wind
Glück, dass doch alle Reservierungen für die Camps funktioniert haben
Glück mit den Mitwanderern
Glück dass wir gesund sind, gut mit den jungen Wanderern mithalten können und uns bis auf etwas Muskelkater sauwohl fühlen!

Rausfahrt aus dem Park:
Sobald wir aber am Samstag wieder auf dem Rad saßen hat uns der Wind wieder heftig entgegen geblasen. Und er wurde gegen Mittag so schlimm, dass es uns vom Rad geweht hat.

Wir haben uns über Baustellen und schlechte Straßen bis Cerro de Castillo an die Argentinische Grenze gekämpft. Die Hospedaje dort war durch die Straßenbauarbeiter leider voll belegt. Und zelten kam bei dem Wind nicht in Frage. Nun war guter Rat teuer!
Welch Glück hat uns ein nettes argentinisches Ehepaar auf Urlaub mit ihrem Pickup bis Calafate mitgenommen, dort gibt es viele Unterkünfte. Wieder mal Schwein gehabt!
Ziemlich müde sitzen wir auf der Rückbank und sehen die Kilometer an uns vorbei fliegen. Wir sehen Herden von Nandus mit ihren Jungen, Flamingos stehen an den Wasserstellen und Guanacos mit Nachwuchs wohin man schaut. Nur stehenbleiben und Staunen ist halt nicht. In Calafate werden wir uns etwas Pause gönnen!

 

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