Whiskey on the rocks – Perito Moreno Gletscher

Unsere netten Argentinier haben uns in El Chalten bis zu ihrem Hotel mitgenommen. Sie sind dort in einer Cabana abgestiegen und wir konnten dort auf dem Zeltplatz unterkommen. Das Preisniveau ist hier in Patagonien deutlich höher als in unseren letzten Monaten. Aber der kleine geschützte Zeltplatz ist völlig in Ordnung. Abends waren wir „im Städtle“essen und haben uns ein echt fettes Rindersteak reingezogen. Nach den anstrengenden letzten Tagen müssen die Reserven wieder aufgefüllt werden 😂. Die zwei kleinen Bier dazu haben schon gereicht uns sehr schläfrig zu machen – wir sind keinen Alkohol mehr gewohnt!
Den Regentag in Calafate haben wir bei Blog schreiben und Beine hochlegen ausgesessen und genossen. Der Küchenraum des kleinen Campings ist sehr gemütlich, die Panadería(Bäckerei) ums Eck hat feine süße Teilchen. Mein Favorit sind die mit Dulce de leche gefüllten Blätterteigteile. Extrem süß, voller Kalorien und saumäßig gut. Unsere Frenchpress liefert nicht nur für uns guten Kaffee. Wie überall kommt man schnell mit anderen ins Gespräch. Zumal noch andere Reiseradler hier unterkommen. Wir treffen Heike aus Minden, die mit Charlotte, ihrem Rad, unterwegs ist. Nach 10 Monaten Jobben hat es sie wieder in die Ferne gezogen. Sie hat den gleichen Weg wie wir und will weiter bis Tuktoyaktuk (ein Ort in hohen Norden Alaskas). Auch sie war schon im Pamir, Zentralasien und Iran unterwegs und es ist schön Erfahrungen auszutauschen.
Am nächsten Tag wollten wir zum Perito Moreno Gletscher und quatschten vorm Hotel ein Pärchen an, das gerade in ihren Pickup steigt. Si!, sie fahren zum Gletscher und claro!, können wir mitfahren. Und schwupps sitzt Ehepaar Schmitt schon wieder auf der Rückbank eines Pickups.

Der Gletscher und seine Front mit den Eisabbrüchen ist schwer beeindruckend! Man könnte ewig stehen und gucken. Sobald Eismassen donnernd ins Wasser krachen,  verstummen alle Gespräche und alles betrachtet gebannt das Spektakel. Im Restaurant dort wird Wiskey mit Gletschereis verkauft,  sehr geschäftstüchtig. Uns erinnert die blaue Farbe der schwimmenden Eisberge an „Gletschereis- Bonbons“. Die gab es in unserer Kindheit immer als Motivationszuckerle beim Wandern. Meine Mutter hatte immer welche für uns Kinder einstecken. Sie schmeckten herrlich erfrischend,  heute kennt die wohl niemand mehr.



Hier für den Bildungsteil :


Der Perito-Moreno-Gletscher ist einer der größten Auslassgletscher des Campo de Hielo Sur, des größten Gletschergebietes der südamerikanischen Anden. Bekannt ist der Gletscher vor allem dadurch, dass seine im Lago Argentino endende Gletscherzunge den südlichen Arm des Sees absperrt und aufstaut, der sich dann periodisch entleert.
Bei uns war der Durchgang etwas offen. Heute gehört der Gletscher zu den größten Touristenattraktionen Argentiniens, er ist der meistbesuchte Ort des als UNESCO-Weltnaturerbe eingestuften Nationalparks Los Glaciares. Im Gegensatz zu den meisten Gletschern der Region zieht sich der Perito-Moreno-Gletscher nicht zurück.  Hier kann man regelmäßig in viertelstündlichen Abständen Eisklötze abbrechen sehen.

Übrigens: Der Gletscher hieß früher Bismarck-Gletscher. Im Jahr 1899 hatte ihn sein Entdecker, der deutsche Geologe Rudolph Hauthal, nach dem im Vorjahr verstorbenen ehemaligen Reichskanzler Otto von Bismarck benannt. Er wurde erst später nach Perito Moreno benannt, als Würdigung dessen Verdienstes als Entdecker und Anthropologe. In Deutschland war der Name Bismarck-Gletscher wohl noch lange üblich.

Nicht nur die Restaurents und Hotels sind hier sehr geschäftstüchtig (ein Bett im Schlafsaal gibt’s erst ab 25 Euro aufwärts), auch die Banken wissen, wie man Geld verdient: die Abhebegebühr beträgt 8 Euro, man kann aber nur etwa 100 Euro auf einmal auszahlen lassen. Im Norden soll es billiger werden.

Wir entdecken eine German Bakery und erstehen richtiges Mehrkornbrot und eine Brezel! Und heute Abend gönnen wir uns das „Asado all you can eat“, Fleisch für unseren Proteinbedarf!

Jetzt zieht es uns nach El Chalten,  auch dort wollen wir wieder die Wanderschuhe schnüren. Wenn es der Wind nicht allzu garstig mit uns meint, werden wir 3 Tage mit dem Rad dorthin brauchen.

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