Wandern mit Blick auf Cerro Torre und Fitz Roy

Und wie so oft in Patagonien änderte sich das Wetter über Nacht. Während unserer Wanderung zur Laguna Torres und dem Mirador Maestri hatten wir viel Sonnenschein und der Cerro Torre hat sich am Ende doch noch aus seinem Wolkenversteck heraus getraut. Am Rückweg waren dann auch am Fitz Roy die meisten Wolken verschwunden.

In Chalten besuchten wir auf Empfehlung von Freunden die Chocolaterie Josh Aike und konnten dort aus dem Fenster bei einer Tasse Hot Chocolate den grandiosen Ausblick auf den Fitz Roy genießen.

Unser Favorit bei den Wanderungen um El Chalten war die Wanderung zur Laguna de los Tres. 

Der Wanderweg beginnt nordwestlich der Stadt und nach einer Stunde gemächlichen bergauf bekommt man am grandiosen Aussichtspunkt Mirador Fitz Roy,  das erstemal so richtig einen frontalen Panoramablick auf den majestätischen Granitberg mit einer Höhe von 3.406 m. Und von dort wandert man fast die ganze Strecke mit Blick auf Fitz Roy, wow. Das kann einem schon Freudenjuchzer entlocken.

Nach einer längeren, flachen Passage kommt man nach dem Camp Poincenot an die Pausenhütte Rio Bravo. Danach geht es ans Eingemachte. Der Weg hoch zur Laguna de los Tres führt ab dort 420 Höhenmeter steil bergauf, teils über Schutt, teils über Felsbrocken. Aber glaubt uns, es war die Mühe wert! Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf den schneebedeckten Monte Fitz Roy, die malerische Laguna de los Tres und die dunkelblaue Laguna Sucia.

Der Granitzapfen Fitz Roy ragt nochmal 2200 Meter über unseren Aussichtspunkt hinaus in den stürmischen Westwind, die Bergsteiger hier müssen leidensfähig sein! Dieses Jahr war kein gutes Jahr für die Kletterer. In der Chocolaterie hat uns ein kalifornischer Bergsteiger erzählt, dass eine mehrköpfige Gruppe aus Brasilien seit über einer Woche überfällig ist und bei einer tschechischen Seilschaft der zweite Mann beim Abseilen nicht nachkam, der untere aber auch nicht mehr hochklettern konnte und dann schließlich alleine den Weg nach unten fortsetzen musste.Auf dem Rückweg haben wir noch den  Abstecher zur idyllischen Laguna Capri gemacht. Blaues Wasser und der Fitz Roy im Hintergrund – Gänsehautfeeling!
Wir konnten uns nicht sattsehen und haben tausende Bilder gemacht. Dafür gibts für euch mal wieder viiiiel zu gucken. 🙂

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Nachden erst Johannes und ich nun rumschniefen, haben wir uns für einen Tag etwas ruhiger entschieden. Genau das Richtige,  um zu den Aussichtspunkten Mirador de los Condores und Mirador de las Aguilas zu laufen. Heut ist der Wind eh wieder heftig und für die Weiterfahrt sollten wir auch noch einige Dinge organisieren. Es bleibt noch Zeit Kreditkartenabrechnungen zu checken, unsere Lieblingspanaderie Lo de Haydee zu plündern und interessante Artikel online zu lesen.

Im neusten DAV Panorama gibts ’nen Artikel über Fitz Roy und Chalten.

Wir checken hier sämtliche Wetterberichte aus dem Internet, besonders die mit Windprognosen. Leider sind sie immer sehr unterschiedlich. Bei dem einen regnets, der andere verspricht den ganzen Tag Sonnenschein. Der eine kündigt eine leichte Brise an, der nächste gibt eine Sturmwarnung raus. Schaut man dann noch aus dem Fenster hat man den Eindruck, dass überhaupt kein Wetterbericht stimmt.
Der „durchschnittliche“ Wetterbericht für morgen sagt wieder sehr starken Wind und Regen voraus. Wir beschließen noch eine weitere Nacht zu bleiben. Bei Sturm würde unsere Fähre eh nicht fahren!

Es war eine gute Entscheidung zu bleiben. Am Abend setzte heftiger Wind ein, mit Böen die alles wegfegten (erstaunlich,  dass die Häuser alles unbeschadet überstehen,  so stabil sehen sie eigentlich nicht aus), abends kommt noch Regen dazu, der morgens in Schauer übergeht. Wie schön ein Dach über dem Kopf zu haben!

Bei unbeständigem Wetter laufen wir zum Wasserfall Chorillo del Salto, holen süße Teilchen in der Panadería und packen für morgen. Nun müssen wir wirklich weiter, da die Fähre nicht jeden Tag fährt. Der Wetterbericht für morgen verspricht mal wieder Regen, hoffen wir,  dass er sich auch diesesmal irrt!

Noch  vor ein  paar Jahren war El  Chaltén  ein kleines Dorf  am Fuße  der berühmten  Gipfel  Fitz Roy und Cerro  Torre. Bekannt nur in  der Kletterer-Community, die  magisch von der Herausforderung  am Fels  jeher angezogen  sind. Mittlerweile finden  immer mehr Outdoorbegeisterte  ihren Weg nach El Chaltén, so wächst der  Ort  stetig weiter. Laut wikivoyage ist Chalten einer der teuersten Orte Argentiniens. Denn alle  wollen hinaus in die spektakuläre Bergwelt zum Wandern, Klettern,  Mountainbiken,  Eisklettern  oder Kajaken. Koste es was es wolle. Und es ist ja wirklich schön hier!!

Anbei noch einige Impressionen aus Chalten :

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