Carretera Austral Nord – grün und feucht 

19.02.2019 Coyhaique
Ruhetag, endlich mal Ausschlafen, der hiesige Supermarkt hat eine riesige Auswahl, so gut konnten wir schon lange nicht mehr einkaufen!

Einkaufen in Coyhaique.jpg

Radlerwein für Radler😂🚲

Wir nutzen das gute Internet, um mit unsren Jungs zu chatten, Johannes bastelt noch an meinem Rad rum da der Radladen doch etwas geschlampert hat, (echte deutsche Wertarbeit ist doch unbezahlbar, merkt man erst wenn man es nicht mehr hat), Stadtbummel mit Kaffee und Kuchen, saumäßig lecker!

Heute hat es den ganzen Tag ordentliche Böen und nachmittags regnets dazu. Gute Wahl für einen Ruhetag!!! Im Mente Nomade schlürfen wir abends noch ein Gläschen „Radlerwein“.

Tag 12 Carretera Austral 20.02.2019
bis Wild Camp „sandy beach“ am Rio Manihuales
Heutige Überschrift: Patagonien-Wetter: Regen, Wind und Sonne wechselten sich ab, dafür wurden wir mit wunderschönen Regenbogen belohnt.

das Tal des Rio Simpson

Schon in Coyhaique hatten wir die komplette Regengarnitur (Regenjacke, Überhose, Gamaschen, Helmschutz) übergezogen, so dass uns die wechselnden Schauer nichts anhaben konnten. Es war aber verdammt kalt, bis die Fingerspitzen warm wurden mussten wir etliche Kilometer treten. Die Schneefallgrenze ist wieder gesunken und wir sehen weiße Berge. Sobald wir eins der großen Schilder “ Chile mejor“ (Chile besser) sehen, wissen wir, dass eine Baustelle naht und für uns bedeutet das super schlechte Straßen und Ampelverkehr. Auch so im heutigen Anstieg. Nächstes Jahr gibts hier feinen Asphalt. Wir quälen uns auf Löcherpiste um die Pfützen, hinter uns lässt der LKW den Motor aufheulen. Sorry, aber ich kann nicht schneller und zum überholen ist es zu eng. Immer wieder lassen wie die Autos passieren, aber wir wollen ja auch weiter! Hinterm Pass ist die erste Baustelle geschafft, wenigstens beim der Abfahrt dürfen wir auf Asphalt rollen!

Karte Tag 12.jpg

Dank Windy.com und anderer Windapps hatten wir uns auf starken Gegenwind eingestellt(der Wind sollte mit starken Böen von Nordwest blasen und die ersten 47km unsrer heutigen Strecke gingen genau nach Nordwesten☹️) , aber irgendwie wars dann doch erträglich. Die Straße verlief bis zur Kreuzung Puorto Aysen und Manihuales immer entlang des Rio Simpson. Wirklich ein schönes Flusstal. Nach der Kreuzung bog unsre Straße nach Nordost ins Rio Manihuales Tal ab und der Wind war dann kein Thema mehr.

Unsren heutigen Zeltplatz haben wir mal wieder bei iOverlander gefunden. Er liegt mit Privatstrand direkt am Rio Manihuales.
Wir bauen unser Zelt am frühen Nachmittag auf und ein belgisches Radlerpärchen baut ihres zeitgleich ab. Sie hatten den Regen im Zelt ausgesessen und starten um 16.30, um noch ein paar Kilometer zu machen. Ja irgendwie radeln wir alle die gleiche Strecke und sind doch so unterschiedlich unterwegs. Wir radeln gerne früh los, machen eher kurze Pausen und genießen es zeitig anzukommen, um am Zeltplatz noch etwas Muße für dies und das zu haben (gerne für einen Kaffee). Andere Radler packen mittags ihren Kocher aus, wir kochen lieber in Ruhe abends. Die einen sind vorne und hinten voll bepackt, wir haben nur hinten Packtaschen und wieder andere schwören auf Bikepacking (da klemmt man seinen Krempel direkt an Rahmen und Lenker). Manche radeln dick vermummt und andere Unverfrorene haben auch nahe dem Gefrierpunkt noch Sandalen und kurze Radhosen an.

Tag 13 Carretera Austral 21.02.2019
bis Lago Torres kurz vor Villa Amengual
Der Rio Manihuales, an dem wir die ersten Kilometer entlangradeln ist ein malerischer Fluss, mal tief eingeschnitten, dann wieder breit und träge. Nach 23 km kommen wir in den Ort Manihuales. Dieses Dorf machte für uns einen sehr ansprechenden und aufgeräumten Eindruck. Netter Park, zwei ordentliche Zeltplätze, Supermärkte, Bäckerei, Restaurants, Cafe, Tankstelle, alles was man so braucht und dennoch hat es seinen ganz eigenen Charme behalten. Warum es über den Spielgeräten im ‚Stadtpark‘ wohl große Dächer hat – sollte es hier womöglich öfters regnen?! Wir haben es heute zum Glück trocken.


Schade, dass es erst 10.00 ist. Wir essen nur ein leckeres Empanada und radeln weiter (Birgit hat sich fest vorgenommen Bäcker Bühler zu überzeugen Empanadas anzubieten, würde sich sicher auch in Deutschland gut verkaufen, und er sollte in Patagonien eine Filiale aufmachen damit es auch hier gutes Brot gibt, ich wüsste schon eine Verkäuferin…). Hier hätten wir es auch länger ausgehalten. Es stehen Schafe und Kühe auf den Weiden, weiße Strohballen liegen auf den Stoppelfelder, hier wird kräftig Landwirtschaft betrieben. Ab Mittag erinnert und die Landschaft zunehmend an die Schweiz. Hohe schneebedeckte Berge, schroffe Felsen und dazwischen schlängelt sich die Carretera Austral. An der Laguna Torres wollen wir heute Nacht bleiben. Hier meint ein halboffizielles einlaminiertes Schild „Zelten verboten, Steinschlag“. Eigentlich sollte hier mal ein Zeltplatz gebaut werden, das Projekt wurde dann aber wohl gestoppt. Vermutlich wegen den Felsen hier. Wir sehen für uns aber keine Gefahr und bauen unser Zelt mit Blick auf See und Schneegipfel auf. Nach dem Kochen sitzen wir beide gemütlich mit einem Rotwein am Ufer und hören den Wellen zu, die ganz leise plätschern.

Tag 14 Carretera Austral 22.02.2019
bis Hexenhüttchen beim Ventisqero Colgante
Etwas fröstelig wache ich auf, hätte doch ein langes Shirt vertragen. Brr, ist ist ganz schön zapfig, über dem See bildet sich Nebel, sieht aus als würde das Wasser dampfen. Wir radeln mit kalten Finger- und Nasenspitzen bei 3 Grad los. Schon nach 5 km in Villa Amigual kaufen wir Brot. Ein kleines Schild verspricht „Pan“, das Haus sieht kein bisschen wie eine Bäckerei aus. Aber drinnen neben dem Wohnzimmer findet sich tatsächlich eine winzige Backstube und die Semmeln sehen bestens aus. Pan heißt hier immer Semmeln, einen richtigen Laib Brot habe ich schon ewig nicht mehr gefunden). Wir suchen weiter nach einer Einkaufsmöglichkeit. Komisches Nest , etwas verwinkelt und versteckt. Das Angebot im einzig offen Supermarkt ist sehr überschaubar. Immerhin gibt es Nudeln und Kartoffelbrei. Ab hier führt die Carretera ca. 40 km immer auf und ab am Rio Cisnes entlang bis sie sich zum Queulat Pass aufschwingt. Gleich nach der Kreuzung wo es Richtung Puerto Cisnes abgeht hört der Asphalt für 35 km auf – sch… der Schotter hat uns wieder. Steil zieht sie erst 460 Hm nach oben, um danach 550 Meter steil nach unten zu gehen. Der grandiose Blick auf Gletscher, Felsen, Berge und riesige Bäume haben die Höhenmeter erträglicher werden lassen. Runter müssen wir leider die mühsam erarbeiteten Höhenmeter wegbremsen. Und leider war auch kurz vorher wieder unser ‚Freund‘, der Wegbau-Grader unterwegs, so dass es keine ausgefahrene Spur sondern nur breites Kiesbett gab, welche Freude! Wir kommen am Fjord Queulat wieder ans Meer, hier soll man sogar Delphine sehen können. Heute leider nicht. Dieser Fjord liegt sehr malerisch hier zwischen den Schneebergen und wenn mich dieser grobe Schotter, dieses ewige Auf und Ab und der Gegenwind nicht so fertig gemacht hätten, hätte ich es sicher noch mehr genießen können.
(insgesamt haben wir heute gute 1300 Hm gemacht und das auf Miststraße – irgendwann habe ich ganz laut meinen. Frust in den Himmel geschrieen, armer Johannes, der muss mich immer aushalten, meine Frustrationstoleranz war heute Nachmittag aufgebraucht).
Wir steuerten den Zeltplatz an der Kreuzung zum Ventisquero Colgante an, der war aber leider voll und auch gar nicht so richtig schön. Morgen soll es stark regnen und da hätten wir gerne einen überdachten Zeltplatz gehabt. Mist!
Johannes fährt 300 Meter zurück, um bei einem Restaurant nach möglichen Schlafplätzen zu fragen und wird fündig. Die Señora vermietet eine kleine freistehende Cabana, und wenn wir zwei Nächte bleiben auch zu einem guten Preis. Wir haben uns sofort in das Hüttchen verliebt und für 2 Nächte gebucht. Nach einer heißen Dusche und Kaffee bin auch ich wieder friedlich gestimmt, das heiße Wasser und die Wäscheleine hinterm Haus nutzen wir sofort und waschen die verstaubten Klamotten durch (wir dachten ja dieses Völlig-zugestaubt-werden hätten wir in Villa Cerro Castillo hinter uns gelassen – aber die Carretera ist immer für Überraschungen gut!)
Bei der alten Señora konnten wir Brot und gerade eingesammelte Eier erstehen, unser Frühstück ist gerettet!
Die Abendsonne genießen wir auf dem Bänkchen vor der Hütte, in der Sonne kann man es super aushalten, sobald die Sonne aber hinter dem Berg verschwindet wirds empfindlich kalt und wir flüchten nach Innen. Am Gasherd kocht es sich doch gleich komfortabel und auch an einem richtigen Tisch mit Eckbank sitzen und von Porzellantellern essen ist Luxus pur😀😀! Da die Hütte ohne Strom ist, genießen wir abends ein Candlelightdinner.🕯🍽🕯 Es fehlt leider das Glas Rotwein, wir trinken Pulver O- Saft 😉

23.02.2019 Wanderung an den Gletscher Mirador
Wir hören den Regen auf dem Dach prasseln und denken, diese Hütte hat uns der Himmel geschenkt, drehen uns um und schlafen noch eine Runde. So lange habe ich in diesem Sabbatjahr lange nicht mehr schlafen können, herrlich! Es war eine gute Idee gleich 2 Nächte gebucht zu haben. Viel Platz zum Sortieren, Ausbreiten und sich Wohlfühlen! Die von Doña Ruth gekauften Eier und Semmeln ergeben ein prima Frühstück. Ganz langsam lassen wir den Tag angehen. Die Wanderung zum Mirador ist nicht zu lange und der Wetterbericht sagt Besserung für den Nachmittag an.
Gegen Mittag starten wir zum Sendero Mirador Ventisquero Colgante und zur Laguna Témpanos. Mist, es ist Samstag (wir leben hier völlig zeitlos und haben den Überblick über die Wochentage schon lange verloren) und so teilen wir uns den Wanderweg mit chilenischen Wochenendausflüglern, chilenischen Studenten, Reisegruppen,… Am Mirador sitzen schon über 30 Wanderer. Davon 80% um die 20 Jahre. Beeindruckend, dass hier die Jugend doch so gerne in die Natur geht. Trotz des Andrangs ist der Gletscherblick sowohl vom Mirador als auch an der Laguna Témpanos fantastisch! Was uns aber fast mehr begeistert hat als der Gletscher (da haben wir jetzt schon einige gesehen) war der Weg durch den „kalten Regenwald“. Welch ein üppiges Grün, so viele verschiedene Farne und Moose. Vom Boden bis in die Baumkronen ist alles dicht überwuchert und zugewachsen.
Abends feuern wir den Schwedenofen an, bei Hüttenromantik und flackerndem Feuer denken wir an unsern Bollerofen in Freiburg. Anstatt Rotwein gibt’s den letzten Nierentee aus Almaty.

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Tag 15 Carretera Austral 24.02.2019
bis La Junta
Die ersten 25 km bis Puerto Puyuhuapi vergingen wie im Flug. Was so ein radfreier Tag bringt! Von Puyuhuapi waren wir aber enttäuscht. Der Ort, im Reiseführer als ein Pionierdorf wie aus dem Bilderbuch beschrieben, hat uns nicht vom Sockel gerissen. Eine Hand voll niedriger, holzverkleideter und -gedeckter Häuser verlieren sich am Nordufer des Fjords.
Für den Bildungsteil: Erst 1935 wurde die Siedlung am Ende des Ventisquero-Fjords von vier sudetendeutschen Junggesellen gegründet, die als Vorhut einer grö ßeren Gruppe von Auswanderwilligen kamen. Daher die witzigen Namen: Avenida Otto Übel, Casa Ludwig, Hoperdietzelbräu, Hostel Alemana.
Der Zweite Weltkrieg machte die Übersiedlungspläne zunichte; die vier Männer jedoch blieben, holten Arbeiter von der Insel Chiloé und bauten Farmen auf. Walter Hopperdietzel, gründete eine Teppichmanufaktur, die noch bis vor kurzem produziert hat. Auch das örtliche Bier trägt seinen Namen. Durch die Anbindung an die Carretera Austral hat sich Puyuhuapi von der Siedlerfarm zu einem „richtigen“ Dorf gemausert. Es gibt/gab einige adrette Hotels und Restaurants.
Danach hat uns für 20 km der Schotter wieder eingeholt, gottseidank aber in moderater Form. Die Regenschauer kamen heute irgendwie immer genau wenn ein passender Unterstand für Schutz sorgte. Herzlichen Dank an das Timing und die Buswartehäuschen.
In La Junta (der Name hat nichts mit der Militärdiktatur von Pinochet zu tun, unter der die Carretera Austral gebaut wurde sondern kommt vom Zusammenfluss zweier Flüsse) zelten wir zwischen lauter chilenischen Studenten an einem wilden Campingplatz am Rio Rosselot. Wir können hier einfach das Wasser aus den Flüssen zum Trinken und Kochen nehmen – was für ein Luxus, in vielen der Länder bisher unvorstellbar!

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Tag 16 Carretera Austral 25.02.2019
bis Villa Santa Lucía
Auf Teer und guter Straße sind wir heute im steten auf und ab am Rio Palena und Rio Frio entlang bis Santa Lucia geradelt. (so haben wir mal wieder 1000Hm gesammelt) Die Häuser unterwegs wurden immer netter und schmucke. Nicht mehr nur Behausungen sondern man legt Wert auf wohnlich und adrett. Hübsche Blumen wachsen vorm Haus.

Unser Ziel für heute der Ort Santa Lucia hat am 16.12.2017 eine schreckliche Katastrophe erlebt. Eine Schlammlawine hat das halbe Dorf verschüttet. 22 Menschen sind unter den Erdmassem begraben worden und umgekommen. Noch jetzt kann man die zerstörten Häuser sehen. Für jedes Opfer weht eine Chilefahne an der Unglücksstelle. Wir zelten im einzigen (der Zweite wurde von der Lawine total zerstört) etwas trostlosen Zeltplatz hier, der Vorteil ist, dass der gut sortierte Supermarkt direkt zum Zeltplatz gehört und dank der kurzen Wege das Abendessen mit viel Gemüse und Rotwein richtig üppig wurde. Fürs Müsli morgen haben wir Obst erstanden, welch unerwarteter Luxus.

Tag 17 Carretera Austral 26.02.2019
bis El Amarillo
Nach Santa Lucia gings steil nach oben und wir passierten die Stelle, an der die Schlammlawine die Carretera für 4km weggerissen, überrollt und zugeschüttet hatte. Beeindruckend und erschreckend was Naturgewalten anrichten können. Beim Mirador Yelcho haben wir spontan entschieden doch die Wanderung zum Mirador Ventisquero Yelcho zu machen. Von der Straße aus hat uns dieser Gletscher so angelacht. Diese Wanderung hat uns deutlich besser gefallen als die beim Ventisqero Colgante. Obwohl diese in jedem Reiseführer so hoch gelobt wird. Wir sind erst durch dichten Urwald gewandert, bis dann plötzlich der Hängegletscher zum Vorschein kam. Grandios! Und kaum andere Wanderer.
Richtung Amarillo kämpften wir mal wieder mit etwas Gegenwind. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen noch den 5 km (und knapp 200 Hm) Abstecher zu den Termas El Amarillo zu machen. In heißem Thermalwasser halb gar gekocht, konnten sich unsere Muskeln erholen. Wow, das war ein ausgefüllter Tag!

 

Tag 18 Carretera Austral 27.02.2019
bis Vulcano Chaiten und Zeltplatz am Rio Blanco
Das Aufstehen fällt uns bei Temperaturen etwas über Null schwer, im Schlafsack ist es deutlich angenehmer als draußen. Wir starten hier immer warm angezogen mit Stirnband und Handschuhen, mit der Sonne und am ersten Berg fängt dann das Entblättern an.
Heute geht es mit leichtem Rückenwind auf glattem Asphalt rasch nach Chaiten, genauer: ins neue Chaiten. Denn der alte Ort wurde 2008 beim Ausbruch des gleichnamigen Vulkans von einer Ascheschicht bedeckt und teilweise zerstört. Die Regierung hatte zuerst den Sitz der Provinzhauptstadt nach Futaleufu verlegt, diese Entscheidung aber rückgängig gemacht und den Ort 10 km weiter neu aufgebaut.
Wir decken uns mit Lebensmittel ein und radeln noch 20 km weiter in den Park Pumalin, um die Wanderung zum Kraterrand zu machen. Die Räder bleiben samt Gepäck unten stehen, nur die Wertsachen nehmen wir mit. Ob in Deutschland danach auch noch alles da wäre? Der Weg führt praktisch diretissima 600 Höhenmeter bergauf, war uns heute morgen noch kalt? Es geht durch dichtes Farn-Fuchsien-Nalca-Gestrüpp. Würden keine bleichen Baumstämme dazwischen stehen hätte man keinen Hinweis auf den Vulkanausbruch, die Natur hat sich in den letzten 10 Jahren schon viel zurück geholt. Oben dann kein Bewuchs mehr, nur noch Vulkanasche und dann der Blick in den Krater, in dem sich mittlerweile wieder ein sogenannter Dom, also ein Mini-Vulkankegel gebildet hat. An manchen Ecken sehen wir es noch rauchen, aber sonst gilt der Vulkan nicht mehr als aktiv. In der Ferne schimmert der Pazifik, klasse!
Nach dem steilen Abstieg baden wir im Bach und finden ein paar Kilometer weiter einen weiteren wilden Traumzeltplatz am Rio Blanco mit Blick auf den vergletscherten 2404 Meter hohen Vulkan Michinmahuida.

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Tag 19 Carretera Austral 28.02.2019
bis Hornopiren
Heute sind wir später gestartet. Unser Zelt war durch Kondenswasser super feucht und musste noch trocknen. Den Alerce Wanderweg mit ururalten Alerces auf dem Weg zum Fährhafen haben wir uns nicht nehmen lassen. Manche der Riesenbäume sollen über 3000 Jahre alt sein.


Für den Bildungsteil :
Die Patagonische Zypresse oder Alerce (Fitzroya cupressoides) ist nur im südlichen Chile (in der Región de los Lagos) und in Argentinien (Provinzen Chubut, Neuquén und Río Negro) heimisch. Als eine von nur zwei Baumarten ist sie im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet, der internationale Handel mit der Alerce ist deshalb kategorisch verboten.
Der immergrüner Baum kann Wuchshöhen von etwa 45 bis 50 m sowie Stammdurchmesser 3 bis zu 5 m erreichen und ein sehr hohes Lebensalter erreichen. Die älteste Patagonische Zypresse konnte auf ein Lebensalter von 3600 Jahren datiert werden. Die Borke ist rötlich- bis dunkelbraun und tief rissig.
In den Nationalparks gibts keine geteerten Straßen, für uns bedeutet das, wieder auf Schotterpiste unterwegs zu sein.
Schon wieder war der Grader am Werk und wir mussten uns ganz schön abmühen, um pünktlich zur Abfahrt der Fähre in Caleta Gonzalo zu sein.
Fast punktgenau kommen wir an der Fähre an und dürfen als Letzte auf’s Schiff. Unsere Räder werden auf irgendeinen Pickup geladen, für das 10 km lange Zwischenstück sollen wir nicht radeln sondern im Bus mitfahren. Zeitlich könnte es bis zur Anschlussfähre nach Hornopiren zu knapp werden, wenn wir selber treppeln. Auch recht! Unsre Räder können wir auf der Fähre beim hilfsbereiten Pickupfahrer abholen.
Die zweite Fährfahrt dauert 3,5 h und wir erreichen den Ort Hornopiren erst spät. Die Fähren sind wieder Teil des Straßennetzes und staatlich bezuschusst. So zahlen wir für beide Fähren und die Busfahrt dazwischen jeder nur 5600 Pesos. Das sind umgerechnet ca 7,50€. Eine angenehme Art um von A nach B zu kommen.

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die Fähre nach Hornopiren

In Hornopiren hängen die Wolken tief und es tröpfelt. Wir entscheiden gegen Campingplatz und suchen ein Hospedaje. Im Hospedaje Barcelo kommen wir günstig unter. Und nun muss was zu essen her,  wir hatten völlig vergessen Essen zu organisieren und haben durch Fähre etc. nun den ganzen Tag nichts im Magen. In einem kleinen Restaurant bekommen wir ein Steak mit Kartoffeln und bestellen gleich noch eine Portion Eintopf dazu. Radler sind immer hungrig! Und mal keine keine Nudeln!
Es schüttet die ganze Nacht und wieder sind wir froh ein festes Dach überm Kopf zu haben!
Die Wetterprognosen sagen für die ganze nächste Woche viel Regen voraus, mal sehen, was das für unsere Reiseplanung bedeutet.

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