Colca-Canyon und Arequipa 

21.5. Von Puno ging es weiter durch die Peruanischen Anden ins Colca Tal, nach Chivay. Der Colca Canyon liegt ca 100 km nördlich von Arequipa. Hier hat sich der Colca Fluss tief in die Erde gegraben und so die Colca-Schlucht entstehen lassen. Sie ist zwischen 1.800 – 3.400 Meter tief und gehört zu den tiefsten Schluchten der Welt (fast doppelt so tief wie der amerikanische Grand Canyon).
Im Osten des Colca Canyon liegt die Ortschaft Chivay.
Auf dem Weg machten wir mehrmals Halt, um Lamas und Alpakas anzuschauen und zu streicheln. Das Fell der Alpakas ist echt super weich.

Der höchste Punkt unsrer heutigen Route lag auf 4.890 Meter am Pata-Pampa-Pass. Vom Aussichtspunkt dort oben lässt sich ein spektakuläres Bergpanorama auf die umliegenden Vulkane (Ampato, Sabancaya und Misti) genießen. Zweimal können wir leichte Eruptionen des Vulkan Sabanca sehen. Sehr beeindruckend diese aufsteigenden Aschewolken. Wir blicken auf ein Meer von Steinmännchen, das Zeichen von Reisenden für den höchsten Punkt ihrer Reise.
Das Andendorf Chivay ist bekannt für das nahegelegene Thermalbad „La Calera“. Und auch wir lassen uns ein heißes Bad dort nicht nehmen. Nach einer guten halben Stunde Spazierweg können wir ins heiße Wasser eintauchen. Pisco sour mit Blick auf das Colca Tal, genial!!

Das beliebteste Ausflugsziel einer Colca Canyon Tour, so auch bei uns, ist der Aussichtspunkt „Cruz del Condor“ auf 3.900 Meter. Hier steigen am frühen Morgen die berühmten Andenkondore aus den Tiefen des Canyons herauf. Diese gefährdete Vogelart wird bis zu 40 Jahre alt und ihre Männchen können eine Flügelspannweite von über 3 Metern erreichen. Die männlichen Vertreter verfügen über schwarzes Gefieder mit weißen und silbernen Deckfedern auf der Oberseite und einem weißen Kragen. Die Weibchen sind zierlicher und komplett schwarz. Die jungen Kondore bis ca. 7 Jahre tragen ein braunes Federkleid.
Aufgrund der besonderen Winde, die im Colca-Tal herrschen, finden die Kondore hier die perfekten Bedingungen, um sich mühelos durch die Lüfte tragen zu lassen. Wir haben Glück und es zeigen sich mindestens 15 Kondore und ziehen majestätisch ihre Kreise vor und über unsere Köpfe. Ganz dicht vor uns setzen sich drei dieser fantastischen Tiere auf einen Felsen und wir können sie lange beobachten bevor sie ihre Flügel ausbreitet und wieder weiter schweben. Wir sind alle sehr beeindruckt!

Auf dem Rückweg bestaunen wir erneut den ausgefeilten Terassenanbau in diesem Tal. Die Inkas haben die Terassenbaumeister von hier nach Cusco geholt und mit deren Fachwissen ihre genialen Terassenanlagen gebaut. 

Auf der Rückfahrt nach Arequipa nehmen wir uns am Pata-Pampa-Pass genügend Zeit, eigene Steinmännchen zu bauen und eine Eruptione des Sabancaya Vulkans abzuwarten. Weiter gehts zur „weißen Stadt“.

Wow, diese Stadt und ihr Plaza del Armas hat uns umgehauen. So sauber und ordentlich,  das haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Der  Sundowner auf der Roof Top Terrasse mit Blick auf den Plaza und die Berge um Arequipa herum war fast magisch. Bei lebhaftem Unterhalten ist dieser Tag auf einer weiteren Dachterasse hinter der Kathedrale ausgeklungen. Diese Stadt hat es auf Anhieb geschafft, uns zu begeistern. Wie schön,  dass wir morgen einen ganzen Tag Zeit haben mehr davon zu sehen.
Die Herkunft des Beinamens „die weiße Stadt“, mit dem sich Arequipa schmückt, bezieht sich wahrscheinlich nicht auf das weiße Sillar-Gestein vulkanischen Ursprungs, mit dem viele der alten historischen Gebäude im Zentrum Arequipas erbaut wurden, sondern eher auf die hellere Hautfarbe der einstmals im Stadtzentrum lebenden spanischstämmigen Bewohner, die es den Einheimischen verboten, in der Innenstadt zu leben. (Wikipedia lässt grüßen).

Es ist leicht zu verstehen, warum das Zentrum von Arequipa im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.
Unser erster Gang führte uns nach Yanahuara. Einem Viertel, in dem das vulkanische Sillar-Gestein wieder allgegenwärtig ist. Dazu überqueren wir den Chili River, steigen den Hang hinauf und mache einen Spaziergang durch die Gassen. Die hübsche Kirche von Yanahuara ist das Herzstück eines kleinen, baumbeschatteten Platzes,  der zum Aussichtspunkt mit herrlichem Panoramablick auf das historische Zentrum und den El Misti Vulkan führt. Danach schlendern wir durch die alte Gassen im Ortsteil San Lazaro.
Von riesigen Fässern mit fetten schwarzen Oliven über bis unter die Decke  reichende Obststände bis hin  zu hundert verschiedenen Variationen der Kartoffel. Frauen, die Säfte in allen erdenklichen Farben aus einer Fülle von exotischen Früchten zusammen mixen, mumifizierte, gruselig  aussehende Lamaföten, Metzger, die  jedes noch so kleine brauchbare Stück Tier verkaufen – der Mercado San Camilo sorgt für das leibliche Wohl der Arequipeños! Wir belassen es bei einen Fruchtsaft voller Vitamine. Auf dem Weg zurück zur Plaza gehen wir in die Jesuitenkirche La Compañía, die wirklich einen Besuch wert ist, mit aufwändig gestalteten Figuren, Säulen und Ornamenten – noch üppiger als im spanischen  Mutterland. Nettes Detail am Rande: Auf dem Gemälde des letzten Abenmahles wird auf der Silberplatte in der Mitte des Tisches ein Cuy (Meerschweinchen, eine Spezialität hier in Peru) serviert!

Das Kloster Santa Catalina – eine Stadt in der Stadt, eines der faszinierendsten religiösen Gebäude Perus und ein sehr großes noch dazu. Der 20.400 Quadratmeter große Komplex wurde 1580 von einer reichen Witwe, Doña María de Guzmán, gegründet. Fast 400 Jahre lang lebten hier in äußerster Abgeschiedenheit etwa 450 Nonnen mit rund 2000 Mägden. Jede der wohlhabenden Ordensfrauen hatte einen eigenen Gebäudetrakt, oft sogar  mit eigener Küche. Es gibt dort verwinkelten Gassen, Plätzen mit schattenspendenden Orangenbäumen, Kreuzgängen und Kapellen, einer Wäscherei unter freiem Himmel und einem Badehaus. Die kräftigen Farben innerhalb des Klosters, das satte Blau und die verbrannten Rottöne erinnern an die Terrakotta-Bauten des  Mittelmeers.
Arequipa ist die zweitgrößte Stadt Perus, und trotz seiner vielen Einwohner nicht laut oder schrill. Es gibt viele grüne Ecken, Parks und idyllische Gassen zum ausruhen und gemütlich schlendern
Hier hätten wir es noch gut länger ausgehalten!

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