Stop over in Lima und Huaraz

In Lima haben wir nur ein kurzes Gastspiel gegeben. Nach 22 Stunden Busfahrt konnten wir bei Jaime, unsrem warm-shower-host unterm Dach einziehen. Etwas muffig, aber ein eigenes Zimmer.
Den freien Tag in Lima haben wir genutzt um die koloniale Altstadt zu besichtigen, über den Plaza de Armas zu schläppeln (Wachwechsel vorm Präsidentenpalast), im Grand Hotel Bolívar „vornehm“ Cappuccino zu trinken, das Kloster San Francisco mit seinen Katakomben (inkl. 70.000 Skeletten) und seiner Bibliothek anzuschauen, um im Mercado Central als einzige Touristen Mittag zu essen und auf dem Heimweg im Museum MALI noch einen Absackerkaffee zu trinken.

Tags drauf gings schon weiter, unsere Räder und das Restgepäck können wir bei Jaime stehen lassen. Nach 9 Stunden Busfahrt erreichen wir Huaraz, leider im dunklen, und richten uns in unsrem Airbnb Zimmer gemütlich ein. Busfahren ist viel anstrengender als den ganzen Tag wandern.;-)Aber was für eine Überraschung als wir am anderen Morgen aus dem Küchenfenster schauen. Die ganze Pracht der Cordillera Blanca liegt vor uns, unglaublich schöne schneebedeckte Berge (und alle um die 5000 und höher) ringsherum. Wow, ich kann gar nicht genug bekommen von diesem Ausblick! Für unseren Trek müssen wir heute unsre Lebensmittelvorräte aufstocken. Dazu marschieren wir in den hiesigen Mercado Central. Wir gehen an Kuh-, Schweins- und Ziegenköpfen vorbei, kommen an halbierten Meerschweinchen vorbei und werden erst auf der anderen Seite fündig: Käse, Trockenfrüchte, Haferflocken, Schoki und Snickers.Pflichtteil erledigt jetzt bleibt Zeit für die Kür: Wanderung hoch zum Mirador de Rataquena, Eisessen auf der Plaza und ein Nachmittagsschläfchen.

Die Wanderung von Pitec hoch zur Laguna Churup haben wir uns für Dienstag als Eingehtour für den Trek vorgenommen. (Angekündigt wurde uns die Tour mit: Die malerisch gelegene Laguna Churup ist eine der schönsten Akklimatisierungstouren in der Cordillera Blanca. Direkt dahinter erhebt sich der gleichnamige Berg Nevado Churup, ein wilder schneebedeckter Felsriese von fast 5.500m Höhe.)
6:30 morgens laufen wir Richtung Collectivo. Aber noch auf dem Weg werden wir von einem Autofahrer angesprochen: „wollt ihr nach Pitec, ich fahre euch für den gleichen Preis für 10 Soles und ich bin schneller“
Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen und 40 Minuten später schon um 7:15 stehen wir am Einstieg des Wanderweges (das Collectivo wäre jetzt gerade mal in Huaraz losgefahren).
Die Wanderung ist als mittelschwer mit Kletterpassagen und Seilhilfe beschrieben. Wie immer habe ich mir vorher viel zu viele Gedanken gemacht. Die Wanderung ist gut machbar und wenn man gerne auch mal die Hände benutzt überhaupt kein Problem. Auf halbem Weg zahlen wir beim Guardaparque die Nationalparkgebühr von 30 Soles pro Person. Umgerechnet 9 Euro – ganz schön üppig!
Schon nach 2 h stehen wir an der großen Lagune und haben sie ganz für uns alleine. Und weil wir so früh hier oben sind beschließen wir noch weiter zur höher gelegenen Laguna Churupito aufzusteigen. Beim Hochweg versteigen wir uns etwas und finden den Pfad erst kurz vorm letzten steilen Anstieg. Die Actioneinlage mit wildem Kraxeln, durchs Unterholz krabbeln und über Geröll balancieren macht diesen kleinen Bergsee für uns noch spezieller.
Rückzu’s geht’s auf einem befestigten Weg (der eigentlich gar nicht so schwer zufinden war) ruckzuck. Für den Runterweg nehmen wir die Wandervariante über den Mirador Churup, belohnen uns mit einem grandiosen Rückblick und Weitblicke und umgehen so auch die Kletterpassagen, die bergab wahrscheinlich blöder gewesen wären.

Unser Taxifahrer wartete dann auch pünktlich am Parkplatz. Und schon um 15:30 sitzen wir in der Küche unsres Airbnb mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Pastel de choclo Kuchen und schauen den aufziehenden Gewitterwolken zu.

Was für ein genialer Tag, diese Wanderung ist ein echter Bringer!
Morgen früh starten wir dann um 5:00 Uhr mit dem Bus nach Pocba, unser Ausgangspunkt für den Huayash Trek. 10 Tage unterwegs in einer Höhe zwischen 3500 und 5000 Höhenmeter.

In den Wanderblogs wird der Trek folgendermaßen angepriesen:
Gigantische Eisriesen, türkis leuchtende Lagunen, heiße Quellen, unendliche Weiten… „Der schönste Trek der Welt!“ Der Huayhuash-Trek (spricht sich wie das englische “why wash”) ist ein sehr forderndes Abenteuer, aber jede Anstrengung wird mit Ausblicken belohnt, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Hier regiert noch ungeschlagen Pacha Mama. „Wilder, einsamer, höher, steiler, wunderschön …“ Außerhalb des Himalayas gibt es keine Bergregion, die so eine hohe Dichte an 5.000m und 6.000m hohen Gipfeln aufweist, wie dieses 30 km lange Naturschutzgebiet.
Wir freuen uns und es ist uns aber gleichzeitig auch bewusst, dass die nächsten Tage sehr anstrengend werden.

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