Archiv: Blog Mongolei 2017

  • Huayhuash Trek 

    1. Tag bis Pocba, dann shared Bus mit 7 Personen für insgesamt 180 Soles zum Camp Quartelhain 4180m
    Der Luxus des Transports ist genial, sparen wir uns so einen langweiligen Straßenhatsch. Stattdessen gibt’s einen lazy Akklimatisierungstag, prima!

    2. Tag Camp Quartelhain – Laguna Mitacocha 4230m
    Im Tross mit vielen anderen hoch zum Pass Cacanana Punta 4750m (knappe 2 h) runter nehmen wir nicht den Normalweg sondern den Circuito Alpino, den direkten Weg mit Zwischenanstiegen zur Laguna Mitacocha. Wir genießen den tollen Blick auf Eisriesen: Jirishanca 6048 hm
    Wir zelten direkt an der Lagune, nicht wie die Gruppen, die ein gutes Stück weg ihre Zeltstadt aufbauen.
    695Hm, 615Tm, 8km, 5,5h

    3. Tag Laguna Mitacocha – Laguna Carhuacocha 4145m
    Über Laguna Alcayacocha und no name Pass 4800m geht es zur Laguna Carhuacocha.
    Wieder wählen wir die etwas spannendere Variante des Circuito Alpino.
    Direkt vom Zeltplatz steigen wir gleich direkt auf den nächsten Bergrücken, wo sich der Weg leider verliert. Nach etwas Suchen steigen wir querbergab ins parallele Hochtal ab und dort wieder bis ans Talende bergauf. Von Weitem konnte man dort schon eine Felswand sehen, die das Weiterkommen unmöglich zu machen schien. Zuerst versuchten wir es auf einem schuttigem Band links, was uns dann aber doch zu rutschig wurde. Also wieder runter und auf der rechten Seite versuchen. Und siehe da, nach ein paar Höhenmeter nach oben klettern zeigen Steinmännchen die gut machbare Route. Auch auf dem Weiterweg mussten wir wieder sehr viel weglos laufen und es war ziemlich anstrengend. Ich war unterwegs etwas platt. Das Wetter war leider wolkig, der Blick auf den zweithöchsten Berg Peru’s Yerupaja 6635m bleibt uns deshalb leider verwehrt.
    735Hm, 765Tm, 9Km, 6h

    4. Tag Laguna Carhuacocha – Camp Huayhuash 4330m
    Ganz kurz können wir durch den Morgennebel einen Blick auf den Yerupaja erhaschen, bevor es wieder zumacht. Da der Normalweg heute eher langweilig ist laufen heute fast alle den Circuito Alpino. Vorbei an den drei Lagunen Gangrajancacocha, Siulacocha und Quesillococha mühen wir uns stufenartig über ein langgezogenes Hochtal steil zum Siula Punta Pass 4830m. Aber der Blick auf die Lagunen und die Eiswände dahinter sind alle Mühe wert. Jede der drei strahlt in einer anderen Farbe und wir strahlen mit. Am Pass weichen die Wolken einem kurzen Sonnenloch und wir stehen face to face gegenüber dem Siula und den anderen Sechstausendern mit ihren scharfzackigen Schneegraten. Danach geht es über weite Feuchtwiesen vorbei an der Laguna Carnicero zum Camp Huayhuash.
    850Hm, 650Tm, 16km, 7h

    5. Tag Camp Huayhuash – Laguna Viconga / Aguas Termales 3360m
    Der heutige Anstieg zum Portachuelo de Huayhuash-Pass 4780m ist sehr lang, aber nicht steil. Von hier oben stehen wir dem Nevado Trapecio 5653m genau gegenüber – wuff. Auch hier ist wie bei allen Gletschern in der Cordillera Huayash der Gletscherschwund nicht zu übersehen. Der Abstieg zur Laguna Viconga ist zügig geschafft, wissen wir doch was auf uns wartet. Die Aguas Termales in Atuscancha. Heiße Thermalquellen auf 4.300m! Stellt euch vor: ihr schaut auf imposante Berge, es graupelt… und ihr sitzt im wohltuend heißen Wasser. Aaaaah….
    Parallel gibts ein Pool in dem Seife erlaubt ist, Haare waschen und rasieren – wir sind beide rundumerneuert:-), am Kiosk dort erstehen wir eine Flasche Cusqueña Negra, Bier zum Abendessen was ein unerwarteter Luxus. Es gibt Linseneintopf: Katrin wir denken an dich in Stuttgart und freuen uns über dein Geschenk, das wir seit Patagonien mit uns radeln!)
    550Hm, 505Tm, 15km, 4h

    6. Tag Laguna Viconga – Pampa Elefante/Guanacpatay 4450m über den Paso Cuyoc mit 4950m
    Der Weg zieht sich etwas , schlängelt sich aber allmählich nach oben. Auf dem Pass angekommen bewundern wir rechts den vergletscherten Nevado Puscantrurpa 5550m. Nun steigen wir zügig hinab ins Campamento Elefante (das heißt so, weil der Nachbarfels wie ein liegender Elefant aussieht), bauen in Höchstgeschwindigkeit unser Zelt auf, packen um und ziehen mit leichtem Gepäck hoch zum San Antonio Pass 5020m. Was eine Aussicht! Wir setzen noch eins drauf und kraxeln weiter hoch zum Cerro San Antonio mit 5079m. Wir werden mit einem noch beeindruckenderem 360° Rundumblick belohnt, in der Mitte der Siula Grande, wo das Bergsteigerdrama „Sturz ins Leere“ mit Joe Simpson stattfand.
    1270Hm, 1115Tm, 16km, 7h

    7. Tag Camp Elefante – Huayllapa 3500m
    Laaanger Abstieg durch ein idyllisches Tal nach Huayllapa auf „nur“ 3500m, Zeltplatz ist der Sportplatz in der Dorfmitte. Nicht schön aber speziell, während wir Zelt aufbauen und uns einrichten, bolzt die Dorfjugend direkt daneben. Sehr geschäftstüchtig verkaufen die Schulkinder Bier an die Camper. Im Ort können wir einkaufen und unsren Proviant für die letzten 3 Tage wieder aufstocken. Die Preise sind gesalzen, hier weiß man, dass wir Rucksackwanderer dankbar sind um jeden weiteren Tag den wir kein zusätzliches Essen buckeln müssen.
    Wir gönnen uns wieder mal ein Bier zum Abendessen – soo tief (in doppelten Sinn) haben wir schon lange nicht mehr geschlafen
    85HM, 1090TM, 14km, 4,5h

    8. Tag Huayllapa – Camp Gashpapampa 4500m
    über 1250hm geht’s erst STEIL, oben dann angenehmer, hoch zum Tapush Pass 4750m (liebe Christiane von dustyboots flach war dieser Weg im Seitental auf keinen Fall!). 350 Höhenmeter unterhalb vom Pass beschließen wir unsere beiden „Notfall-Energie-Gels“, die wir uns vor einem halben Jahr in Puerto Montt gekauft hatten, zu essen um auch dieses Gewicht endlich loszuwerden. Offensichtlich hatten wir in den letzten 6 Monaten keinen so kräftemäßigen Notfall gehabt, dass wir es vorher gebraucht hätten :-). Oben verflacht sich die Landschaft und wir haben vom Pass einen wunderschönen Blick auf eine Lagune hinter und die zweite vor uns. Kurzer Abstieg ins Camp Gashpapampa. Aus unserem Zelt haben wir einen tollen Sonnenuntergangsausblick auf den Nevado Diablo Mudo, einen einfach zu besteigenden Fünftausender (man braucht aber Steigeisen und Seil, also nichts für uns).
    1290Hm, 270Tm, 12km, 6,25h

    9. Tag Camp Gashpapampa – Camp bei der Laguna Jahuacocha 4070m
    Der Aufstieg zum Pass Yaucha 4800m startet direkt hinter dem Zeltplatz. Komisch heute schnaufen wir wieder mehr. Oben bläst es saumäßig! Hinter einem Stein kauernd schieben wir uns kurz einen Schokoriegel rein. Die Aussicht hier ist dafür genial, das Beste zum Schluss! Vor uns tauchen die Eisriesen auf, diesmal ohne Wolken bei strahlend blauem Himmel: ganz links der Jirishanca 6094m, dann der Yerupaja-Chico 6089m und der große Yerupaya 6635m, rechts davon der Siula Grande 6344m und schließlich der Rasac mit 6017m. Davor zwei türkisfarbene Lagunen – kitschig schön!!! Wir nehmen den kleinen Berg links noch mit. Auch hier ist die Aussicht atemberaubend! Im Sturm wandern wir den Panorama-Kammweg entlang (wir werden ganz schön durchgeschüttelt) , immer die weißen Riesen gegenüber. Trotz Megawind genießen wir jeden Meter. Allerdings geht der blumenumsäumte Höhenweg am Ende diretissima 800m vertikal in der Falllinie hinab ins Tal. Heute singen wir ein Loblied auf unsere Wanderstöcke! Ohne die wäre der steile Abstieg grauslig geworden. Auch unten im Camp bläst der Wind noch mega, Zeltaufbau wird in einer Windpause gemacht. Dieser Zeltplatz ist mein Favorit, Blick auf Lagune und Eisberge, top! Wir sitzen kaffeeschlürfend vorm Zelt und genießen Sonne und Panorama.
    Birgit: „Irgendwie schade, dass die Runde fast zu Ende ist. Obwohl sich die Anstrengungen der letzten Tage und des letzten Jahres doch bemerkbar machen. Gut, dass wir uns für einige Tage Ruhe auf Galapagos am Ende entschieden haben!“
    Johannes: „Galapagos, endlich mal Urlaub.“;-)
    580Hm, 1010Tm, 11km, 5h

    10. Tag Camp bei der Laguna Jahuacocha- Pocba 3500m
    Da wir noch Zeit haben, war unsre erste Idee, nicht wie die Meisten zu nachtschlafender Zeit sondern später nach Llamac zu wandern. Aber auf Empfehlung von Hector, eines super netten und kompetenten Tourguides, nehmen wir anders als geplant den Weg über den Pocba – Pass nach Pocba. (Hector läuft den Trek mit vier fitten amerikanischen Youngsters und führt sonst auch für Hauser, Weltweitwandern und den summit club. Wer mit ihm wandern möchte: info@unlimitedexpedition.com oder WhatsApp +51943698431) Das bedeutet zwar noch einmal über einen Pass quälen, aber die Aussicht soll nochmal extraklasse sein. Und in der Tat tuen sich noch einmal alle Eisriesen nebeneinander für uns auf. Gänsehautfeeling!!!! Wir legen eine extralange Pause ein um das Panorama aufzusaugen – kaum zu glauben, dass wir schon in 4 Tagen am Strand in Galapagos sein sollen! Johannes :“Schade – trotz allem Schnaufen in der Höhe – dass die Runde nach „nur“ 10 Tagen jetzt vorbei ist.“
    Jetzt kommt der lange Abstieg, wieder wie gestern durch bunte Blumenstauden. Alles ist lila, gelb, orange…. Wir schrecken einen Hirsch auf und bei der Suche nach einem Pausenplatz stören wir eine Schlange, die sich in der Nachmittagssonne wärmt. Irgendwann ist dann auch Pocba erreicht und nachdem das Zelt aufgebaut ist und das Kaffeewasser köchelt ist die Welt wieder in Ordnung. Abends gönnen wir uns ein Abendessen im kleinen Laden oberhalb des Zeltplatzes. Pommes mit Reis und Spiegeleier – himmlisch! Dazu noch ein Cerveza, purer Luxus. Die übriggebliebenen Nudeln mit Tomatensauce lassen wir einfach im Rucksack.
    570Hm, 1110Tm, 12km, 5,5h

    11. Tag Pocba – Chiquian
    Durch diese Zwischenübernachtung in Pocba sparen wir uns das frühe Aufstehen. Mal ausschlafen, warten bis die Sonne uns aus dem Zelt kitzelt.
    Da wir direkt neben der Bushaltestelle zelten erreichen wir bequem den Bus um 10:30 nach Chiquian. Von hier nehmen wir den Nachtbus zurück nach Lima.

    Insgesamt:
    6625Hm, 7130Tm, 113km, 50,5h
    Verschleiss: 2 Paar Socken!

    Info zum Huayhuash-Trek

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    Blick aus dem All auf die Cordillera Huayhuash

    Der Trek umrundet die relativ kleine Cordillera Huayash. Die meisten wählen die 10-tägige Variante im Uhrzeigersinn, aber es gibt Varianten von 7 bis 12 Tagen. Manche Veranstalter bieten auch die Besteigung des relativ einfachen Diablo Mudo an. Man muss Verpflegung für mindestens 7 Tage mitschleppen, nur in Huayllapa gibt es ein paar Shops mit Minimalangebot an Haferflocken, Nudeln, Tomatensauce, Schokolade und Kekse.

    Wir waren 10/11 Tage unterwegs, immer in Höhen um die 4500m, haben auf diesen Höhen geschlafen, warm wars außen nie wirklich, im Schlafsack aber immer kuschlig, Sobald die Sonne untergeht verkriecht sich jeder in sein Zelt, kuschelt sich in die Daunenschlafsäcke und es wird ruhig im Camp, das Aufstehen morgens fällt allen gleich schwer. Oft haben wir Eis vom Zelt gekratzt. Wir haben uns an den morgendlichen Cocatee gewöhnt, Haferflocken wissen wir nun mit vielen Add-ons zu essen (Zimt, Kokos, Rosinen, Cranberries, Erdnüsse und wenn wir Glück haben mit frischem Obst).
    HuayhuashTrek64Was haben wir noch gelernt? :

    – Travellunch hat erstaunlich viele Geschmacksrichtungen und schmeckt auch noch richtig gut (herzlichen Dank an Simon fürs Mitbringen aus Deutschland)
    – Sublime (peruanische Schokolade von Nestlé) gibt es in mehreren Geschmacksrichtungen ( mit Mandeln, Erdnüssen, Vollmilch und blanco) und hilft beim Überleben,
    – ein Berghaferl Wasser reicht, um sich am ganzen Körper zu waschen.
    – eine Tasse Brühe am Abend weckt die Lebensgeister
    – Cuscenia negra schmeckt und lässt tief schlafen
    – man trifft unterwegs immer richtig nette Menschen, scheint daran zu liegen, dass wir alle gerne draußen unterwegs sind
    – es sind mehr organisierte Gruppen, mit Esel und allem Pipapo unterwegs als Rucksackwanderer.

    HuayhuashTrek62Es ist seit 2019 nicht mehr erlaubt wild zu zelten!!! Übernachten darf man nur noch auf den offiziell ausgewiesenen Campamentos. Dort gibt es jetzt dafür Klos und oft auch einen Wasserhahn. Wer sich nicht daran hält, muss mit hohen Strafen rechnen. Wir haben von 2000 Soles Strafe gehört. Auch ist der Trek nicht mehr kostenlos, jede Gemeinde kassiert ab, oft als Gebühr am Campingplatz (alle Quittungen unbedingt bis zum Ende in Chiquian gut aufheben!), manchmal aber auch nur für das Wegerecht. Das läppert sich ganz schön. Berappt wird immer so zwischen 20 und 40 Soles pro Person (umgerechnet 6-12 Euro), insgesamt rund 70 Euro. Infos zu den aktuellen Gebühren auf Huayhuash.com

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    Treuer Begleiter

    Hunde sind auf der Runde allgegenwärtig und werden von den Tourgruppen bzw. den Köchen durchgefüttert. Oft hat man sie tagelang als Begleitung und sind leider auch nächtelang nicht zu überhören.
    Anregungen haben wir uns geholt auf dem Blog https://www.dustyboots.blog („Infopaket Huayhuash-Trek in Peru ohne Guide von Christiane“) und in iOverlander gibts aktuelle Infos zur Runde.

  • Stop over in Lima und Huaraz

    In Lima haben wir nur ein kurzes Gastspiel gegeben. Nach 22 Stunden Busfahrt konnten wir bei Jaime, unsrem warm-shower-host unterm Dach einziehen. Etwas muffig, aber ein eigenes Zimmer.
    Den freien Tag in Lima haben wir genutzt um die koloniale Altstadt zu besichtigen, über den Plaza de Armas zu schläppeln (Wachwechsel vorm Präsidentenpalast), im Grand Hotel Bolívar „vornehm“ Cappuccino zu trinken, das Kloster San Francisco mit seinen Katakomben (inkl. 70.000 Skeletten) und seiner Bibliothek anzuschauen, um im Mercado Central als einzige Touristen Mittag zu essen und auf dem Heimweg im Museum MALI noch einen Absackerkaffee zu trinken.

    Tags drauf gings schon weiter, unsere Räder und das Restgepäck können wir bei Jaime stehen lassen. Nach 9 Stunden Busfahrt erreichen wir Huaraz, leider im dunklen, und richten uns in unsrem Airbnb Zimmer gemütlich ein. Busfahren ist viel anstrengender als den ganzen Tag wandern.;-)Aber was für eine Überraschung als wir am anderen Morgen aus dem Küchenfenster schauen. Die ganze Pracht der Cordillera Blanca liegt vor uns, unglaublich schöne schneebedeckte Berge (und alle um die 5000 und höher) ringsherum. Wow, ich kann gar nicht genug bekommen von diesem Ausblick! Für unseren Trek müssen wir heute unsre Lebensmittelvorräte aufstocken. Dazu marschieren wir in den hiesigen Mercado Central. Wir gehen an Kuh-, Schweins- und Ziegenköpfen vorbei, kommen an halbierten Meerschweinchen vorbei und werden erst auf der anderen Seite fündig: Käse, Trockenfrüchte, Haferflocken, Schoki und Snickers.Pflichtteil erledigt jetzt bleibt Zeit für die Kür: Wanderung hoch zum Mirador de Rataquena, Eisessen auf der Plaza und ein Nachmittagsschläfchen.

    Die Wanderung von Pitec hoch zur Laguna Churup haben wir uns für Dienstag als Eingehtour für den Trek vorgenommen. (Angekündigt wurde uns die Tour mit: Die malerisch gelegene Laguna Churup ist eine der schönsten Akklimatisierungstouren in der Cordillera Blanca. Direkt dahinter erhebt sich der gleichnamige Berg Nevado Churup, ein wilder schneebedeckter Felsriese von fast 5.500m Höhe.)
    6:30 morgens laufen wir Richtung Collectivo. Aber noch auf dem Weg werden wir von einem Autofahrer angesprochen: „wollt ihr nach Pitec, ich fahre euch für den gleichen Preis für 10 Soles und ich bin schneller“
    Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen und 40 Minuten später schon um 7:15 stehen wir am Einstieg des Wanderweges (das Collectivo wäre jetzt gerade mal in Huaraz losgefahren).
    Die Wanderung ist als mittelschwer mit Kletterpassagen und Seilhilfe beschrieben. Wie immer habe ich mir vorher viel zu viele Gedanken gemacht. Die Wanderung ist gut machbar und wenn man gerne auch mal die Hände benutzt überhaupt kein Problem. Auf halbem Weg zahlen wir beim Guardaparque die Nationalparkgebühr von 30 Soles pro Person. Umgerechnet 9 Euro – ganz schön üppig!
    Schon nach 2 h stehen wir an der großen Lagune und haben sie ganz für uns alleine. Und weil wir so früh hier oben sind beschließen wir noch weiter zur höher gelegenen Laguna Churupito aufzusteigen. Beim Hochweg versteigen wir uns etwas und finden den Pfad erst kurz vorm letzten steilen Anstieg. Die Actioneinlage mit wildem Kraxeln, durchs Unterholz krabbeln und über Geröll balancieren macht diesen kleinen Bergsee für uns noch spezieller.
    Rückzu’s geht’s auf einem befestigten Weg (der eigentlich gar nicht so schwer zufinden war) ruckzuck. Für den Runterweg nehmen wir die Wandervariante über den Mirador Churup, belohnen uns mit einem grandiosen Rückblick und Weitblicke und umgehen so auch die Kletterpassagen, die bergab wahrscheinlich blöder gewesen wären.

    Unser Taxifahrer wartete dann auch pünktlich am Parkplatz. Und schon um 15:30 sitzen wir in der Küche unsres Airbnb mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Pastel de choclo Kuchen und schauen den aufziehenden Gewitterwolken zu.

    Was für ein genialer Tag, diese Wanderung ist ein echter Bringer!
    Morgen früh starten wir dann um 5:00 Uhr mit dem Bus nach Pocba, unser Ausgangspunkt für den Huayash Trek. 10 Tage unterwegs in einer Höhe zwischen 3500 und 5000 Höhenmeter.

    In den Wanderblogs wird der Trek folgendermaßen angepriesen:
    Gigantische Eisriesen, türkis leuchtende Lagunen, heiße Quellen, unendliche Weiten… „Der schönste Trek der Welt!“ Der Huayhuash-Trek (spricht sich wie das englische “why wash”) ist ein sehr forderndes Abenteuer, aber jede Anstrengung wird mit Ausblicken belohnt, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Hier regiert noch ungeschlagen Pacha Mama. „Wilder, einsamer, höher, steiler, wunderschön …“ Außerhalb des Himalayas gibt es keine Bergregion, die so eine hohe Dichte an 5.000m und 6.000m hohen Gipfeln aufweist, wie dieses 30 km lange Naturschutzgebiet.
    Wir freuen uns und es ist uns aber gleichzeitig auch bewusst, dass die nächsten Tage sehr anstrengend werden.

  • Wieder zu zweit in Cusco

    Nachdem die Jugend abgereist war, war ich zugegeben erst etwas melancholisch aber auch super müde. Die letzten drei Wochen waren ganz schön durchgetaktet. Der Blog wollte nun wieder gepflegt und einige Orga erledigt werden. Im super gemütlichen Innenhof unsres Hotels konnten wir all das in Ruhe erledigen, die Räder zusammen bauen und tief durchatmen.
    Tags darauf beziehen wir das kleine cozy Airbnb Appartement, welch Zufall nur 200 m entfernt  vom Hotel und super zentral. Unsre Hosts sind Cezar, Moira (aus Hannover) und ihre kleine Tochter Amaya. Moira ist vor Jahren zum Freiwilligendienst hierher gekommen und hängen geblieben. Beide führen eine kleine Tanzschule und wir fühlen uns wohl hier.

    Die Besichtigung der Kirchen haben wir uns für die Zeit ohne Kinder aufgehoben und so klappern wir am Samstag die Kathedrale (wow, sehr beeindruckend), die Jesuitenkirche La Compañía und die Iglesia San Blas ab.
    Hier der Bildungsteil:
    Iglesia La Compania & La Catedral, beide nur einen Steinwurf von der Plaza de Armas entfernt. Die mächtige Iglesia la Compania de Jesus ist eines der Wahrzeichen von Cusco. Innen befindet sich der größte Altar Perus (22m hoch) und allerlei sakraler Prunk in Form von goldenen Kanzeln, Gemälden und Statuen. Es ist gleichzeitig beeindruckend und beschämend zu sehen, was die spanischen Eroberer mit dem Gold der Inka angestellt haben. Zu ihrer rechten befindet sich die Kathedrale von Cusco. Sie wurde von 1560 bis 1654 von den Spaniern auf den Grundmauern eines Inkapalastes erbaut. Viele Steine stammen aus Saqsayhuman. Dominiert wird der Innensaal von dem Altar, ganz in Silber und der Gottesmutter geweiht. Hier befinden sich auch die wunderschön gestalteten Chorstühle aus reinem Zedernholz. Die Kathedrale hat 14 Seitenkapellen, in denen verschiedene Kunstwerke, Gemälde, Altäre und Statuen von Heiligen aufbewahrt werden.
    Im am Hang gelegenen Künstlerviertel San Blas schlendern wir durch den dortigen Mercado und die engen Gassen. Zufällig landen wir in der „In-Kneipe“ Limbusbar mit grandiosen Ausblicken auf Cusco. Eigentlich wollten wir dort nur Kaffee mit Blick auf die Stadt trinken. Uns hats aber so gut gefallen, dass noch ein Pisco sour und Cerviche und das Lichtermeer von Cusco unter und draus wurden. Man sollte sich viel öfter treiben lassen 🙂

    Für den Sonntag haben wir einen Ausflug ins heilige Tal gebucht. Schon 30 Minuten früher als angekündigt klopft jemand an unsrer Tür. Dass wir hier in Südamerika oft warten müssen ist uns klar, dass aber jemand früher als abgemacht erscheint ist seeehr bemerkenswert. Unser Frühstück wurde damit jäh unterbrochen und all das nur, um als erster im Touribus zu sitzen und hinterher eine Stunde! quer durchs Städtle zu juckeln, um alle anderen nach und nach einzuladen. Fängt ja schon gut an!
    In Pisac besuchen wir eine Silberschmiede und Edelsteinschleiferei. Der Ort ist neben seinen Inkaruinen auch für sein Silberhandwerk peruweit bekannt. Danach gehts hoch zu den Ruinen, die 600 Meter über dem Plaza de Armas liegen. Zu sehen sind ein Zeremonien-Zentrum, dessen Mauern und Hütten erstaunlich gut erhalten sind.
    Das besondere an den Ruinen von Pisac sind jedoch die unzähligen Terrassen, die die steilen Hänge durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem fruchtbar machen. Die Terrassen enthalten außerdem ein nettes Geheimnis: Vom richtigen Winkel gesehen bilden sie die Form eines Kondors mit ausgebreiteten Flügeln.Dieser große Vogel galt bei den Inka als Bote der Sonne und geleitete die Toten in die Unterwelt.
    Die Terassenkonstruktion ist in der Tat sehr beeindruckend. Wir machen wieder unzählige Bilder.
    Am höchsten Plateau in der Mitte des Tempelbereichs liegt der Tempel des Sonnengottes Inti mit dem „Intihuatana”, einem Felsblock, an den nach dem Glauben der Inka die Sonne angebunden war und der wohl zur Unterscheidung der Jahreszeiten diente.
    Die meterhohen Terrassen von Pisac werden heute noch bewirtschaftet und sind durch lange Treppen miteinander verbunden. Im Laufschritt hetzen wir durch die Anlage, damit wir einiges sehen und dennoch pünktlich zum Bus zurück kommen.


    Auf dem Weg nach Urubamba sehen wir Stände an denen gegrilltes Meerschweinchen am Stock (Cuy al Palo) serviert wird. Nichts für empfindliche europäische Mägen.
    Mittagsstop ist in Urubamba. Wir haben das Buffettlunch nicht mitgebucht und finden eine kleine Pizzeria mit grünem netten Innenhof. Viel besser als die Massenabfertigung! Aber auch wieder viel zu wenig Zeit, um diesen idyllischen Platz zu genießen. Schade, das ist wohl der Preis einer organisierten Tour.
    Das Highlight des Nachmittags war der Besuch von Ollantaytambo.
    Die archäologische Stätte von Ollantaytambo ist eine der bedeutsamsten Bauten aus Inka-Zeiten und liegt an einem strategischen Punkt im Heiligen Tal Richtung Machu Picchu. Diese Inka-Stätte ist als religiöses, astronomisches und administratives Zentrum der Inka bekannt (Sein Umriss sieht mit viel Fantasie wie ein Lama aus). Am Berghang gegenüber stehen weitere Ruinen mit länglichen Fenstern. Dabei handelt es sich um Vorratsspeicher der Inka. Aufgrund der kühlen Winde, wurden dort Lebensmittel wie Mais und Kartoffeln gelagert.


    Auf dem Heimweg machen wir noch in Chinchero Halt. Der Ort ist bekannt für das Verarbeiten von Alpacawolle. Wir bekommen gezeigt wie man mit den unterschiedlichsten Pflanzen, Wurzeln und Läusen (Cochinilla, lebt als Parasit auf Kakteen) Wolle in unglaublich vielen Farbnuancen färbt.

    Für Montag ist ein lazy Tag angesagt, gemütlich frühstücken,  Buskarten nach Lima kaufen, sich treiben lassen, über die Märkte schlendern, frischen Fruchtsaft trinken (auf jedem Markt ein Muss!!!), Gemüse kaufen, Ceviche am Mercado San Pedro probieren, und wieder mal selber kochen. Zeit haben ist echter Luxus,  wir wissen das und genießen es umso mehr!

    Dienstag wandern wir auf eigene Faust von Moray nach Maras und runter zum Urubambafluss. Diese beiden lohnenden Stätten der Inka, liegen in der Hochebene, nicht unweit vom Andendorf Chinchero entfernt. Bei Moray handelt es sich um kreisförmige Terrassen, die an einen Landeplatz für Ufos erinnern. In Wirklichkeit war es aber wohl ein landwirtschaftliche Versuchsstätte der Inka. Bekannt für ihre Techniken in der Landwirtschaft, erprobten sie auf welchen Höhenmetern welches Gemüse oder Korn am besten wächst, denn – jede Stufe besitzt ein einmaligen Mikro-Klima und je tiefer man hinabsteigst, desto wärmer wird es – beeindruckend!


    Nicht unweit von Moray befindet sich das verschlafene Dorf Maras. Der Wanderweg führt idyllisch durch einen bunten Flickenteppich an Feldern. Wir denken wir laufen alleine, aber plötzlich brausen lärmende Quads an uns vorbei. Auch diese Art der Vergnügung ist hier angekommen, Kommerz lässt grüßen. Am Marktplatz von Moras verspern wir im Schatten und schauen dem bunten Treiben zu. Von hier führt ein Pfad direkt zu den Salineras von Maras (auch hier überholt uns eine Mountainbike Gruppe, für Geld geht fast alles).
    Die Salzterrassen hauen uns um, ein Meisterwerk der Inka! Sie haben die Bergwand des Canyons völlig umgestaltet und rund 5.000 Salzbecken erschaffen.
    Durch ein ausgeklügelten Kanalsystem leiteten sie das aus einer direkt aus dem Berg sprudelnde, salzhaltige Wasser in die Becken ab. Bis heute wird so von den Salzbauern, den „salineras“, traditionell Salz abgebaut. Das salzhaltige Wasser wird über die komplizierten Kanalsysteme in die, gerade einmal 30 cm tiefen, Becken geleitet. Die starke Sonneneinstrahlung lässt das Wasser verdunsten. Zurück bleibt das schneeweiße, kristalline Salz das sogenannte „Weiße Gold“ der Anden. So wertvoll, dass es zu Inka-Zeiten sogar für Tauschzwecke diente.
    Von hier wandern wir durch die Anlage weiter hinunter ins Urubambatal. Wieder einmal völlig geflasht, was wir jeden Tag aufs neue an Wundern und Besonderheiten sehen dürfen!

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    Mittwoch: Zum Abschluss haben wir uns den Rainbowmountain aufgehoben. Morgens um 2:40 bimmelt der Wecker, denn die Rainbowmountain Traveler starten um 3:00 und werben damit, dadurch vor den Massen auf dem Berg zu stehen. Aus der Karaokebar nebenan düdelt Musik, ist die immer noch, oder schon wieder offen? Die Straßen sind fast leer, nur einige Taxis fahren hupend an uns vorbei. Nein, wir brauchen kein Taxi, danke, wir warten auf den Minibus der Agentur. Die kommt dann auch pünktlich und mit 18 saumüden Anderen tuckern wir mitten in der Nacht Richtung unseres Ziels. Es werden Decken ausgeteilt und bis zum Frühstückstop können wir etwas schlafen. Schweigsam und appetitlos sitzen wir am Frühstückstisch des Tourirestis in dem kleinen Bergdorf. Aber die Vernunft zwingt etwas Cocatee und Brot rein, gleich solls ja auf über 5000 Meter gehen. Nach einer weiteren Stunde Fahrt eine schmale Bergstraße hinauf stehen wir am Startpunkt der Tour. Mit uns sind nur wenige Sprinter-Busse hier oben, die Massen kommen erst etwas später. Da hatte die Agentur Recht! Die mehrmals angebotenen Pferde, lehnen alle ab und so wandern wir „Sexy Alpacas“ – so der Name unsrer Busladung:-), unser Tempo und Atmung findend die Höhenmeter zum Aussichtspunkt hoch. Beruhigend, dass wir keine Probleme mit der Höhe haben und zügig oben sind (beim Huayash-Trek nächste Woche müssen wir ja zusätzlich unsere schweren Rucksäcke samt Essen für 10 Tage schleppen). Belohnt werden wir mit einem genialen Blick auf den Rainbowmountain und dem benachbarten Red Valley. Wir haben mehr als genug Zeit für Erinnerungsfotos und weil wir so gute Wanderer sind können wir mit Hektor und allen anderen Interessierten (aus sexy Lamas und sexy Condors werfen nun sexy Alpacas) aus den diversen Rainbowtravelgruppen noch zum Aussichtspunkt über Red Valley rüber. Da der Weg über Privargelände zweier Clans geht muß jedesmal 10 Soles (gut 2 Euro) Wanderweg-Maut berappt werden, aber auch hier ist die Aussicht genial!

    Zum Bus runter können wir eine Schotterrinne abfahren und so ist der Abstieg schnell getan. Lunch erhalten wir unten im Dorf im gleichen Restaurant und der ist erstaunlich gut. Und das bei dem Gesamtpreis der Tour von 30 Dollar. Müde aber super zufrieden werden wir nun wieder nach Cusco gefahren und pünktlich nach 12 Stunden werden wir ausgeladen.

    Um uns von Cusco zu verabschieden statten wir der Limbusbar oben in Sant Blas nochmals einen Besuch an. Bei Happy-Hour-Pisco und Sonnenuntergang lassen wir die letzten schönen Wochen Revue passieren,  und da schleicht sich bei mir schon das ein oder andere Tränchen ein.

    RainbowMountain13

    Ade Cusco – Lima wir kommen!

    PS: könnte noch spannend werden, gerade erfahren wir, dass heute Streik ist (am Limacpampaplatz vor unsrer Türe stehen Polizisten mit Schutzschildern Schulter an Schulter und sperren die Straße) – aber angeblich soll unser Bus nach Lima fahren …

     

  • Auf dem Salkantay Trek nach Machu Picchu

    Cusco00325.05.2019 – 1.Tag
    3:45, der Wecker bimmelt und ich versuche mich zu sortieren. Ach ja, heute starten wir um 4:00 zum Salkantay Trek. Unser Guide Angel hat uns gestern beim Einführungsbriefing alles erklärt, die gestellten orangen Duffles der Company und unser Daypack ist gepackt, es kann losgehen. Aber erst noch 2 Stunden Autofahrt, dann Frühstück unterwegs und nochmal 45 Minuten ins Tal hinein fahren. Endlich dürfen wir loswandern, die Duffles werden auf Pferde verladen, wir tragen nur unser Tagesgepäck. 20 Minuten gehts etwas steiler nach oben, mit dem Schnaufen haben wir null Probleme! Das amerikanische Pärchen (July und Logan ungefähr im Alter unsrer Jugend) in unserer Gruppe ist super trainiert und hat trotz geringer Höhenanpassung kaum Probleme. Einzig unsre holländische Mitwanderin Saskia spürt die Höhe stärker und nimmt sich die nötigen Pausen. Nach der ersten Steilstufe geht es nun flach an einem Wasserkanal zum Skycamp (3880 Hm) bei Soraypampa. Dort beziehen wir die spacigen Skydomes mit Glaskuppel und werden von der Küchencrew beim Lunch schwer verwöhnt. Wenn das so weitergeht kugeln wir nach Machu Picchu!! Anschließend gönnen wir uns eine Pause auf der Bank vor unsren Domes mit Blick auf den Salcantay Mountain. Was ein geniales Panorama!!! Das Nachmittagsprogramm und gleichzeitig der Test für den morgigen Aufstieg zu unserem höchsten Punkt des Treks ist der Ausflug hoch zum Humantay Lake auf 4221 Hm. Saskia geht’s nicht wirklich gut, ihr Magen macht Probleme, die Höhe scheint an ihr zu nagen. Sie bleibt im Camp und versucht zu schlafen.
    Wir anderen ziehen mit Angel los. Was haben wir Glück mit den Tourkollegen. July und Logan sind sehr sympathisch und verstehen sich mit der Jugend bestens. Es wird viel gelacht. Der Anstieg ist wirklich steil, aber wir unterbieten die angekündigte Zeit bei weitem. Wir scheinen alle echt fit zu sein. Am See bleibt viel Zeit für Fotos, wir wandern weiter hoch auf den Moränenrücken und genießen das Panorama. Zeit wieder zurück zum Camp zu gehen, es ist Teatime. Die Stimmung ist prächtig und bei Popcorn, Keksen und ausgebratenen Bananen wird sich bestens unterhalten. Wie sollen wir gleich beim Dinner noch was essen?
    Der Blick aus unserem Skydome direkt hoch auf den schneebedeckten Salcantay wird uns den ganzen Abend und morgen früh begleiten. Unbeschreiblich schön ist es hier, endemische Blumen und Bäume, Kolibris, Hängegletscher, trotz der vielen anderen Touristen und der sinkenden Temperaturen nachts genießen wir jede Minute!

    26.05.2019 – 2. Tag
    Wir haben heute Nacht super geschlafen und kein bisschen gefroren! Aber es ist mal wieder eine sehr kurze Nacht. Um 4:45 werden wir mit einer Tasse Cocatee geweckt und um 5:15 gibts Frühstück. Und was für eines, wow, bislang das beste Frühstück unterwegs: frische Pancakes mit warmem Apfelkompott, ausgebackene Bananan, Kartoffelpie…. So gestärkt machen wir auf zum 4638 Meter hohen Salkantay Pass. Nachdem wir alle unsren Rhythmus gefunden hatten, ging der Aufstieg super. Die Jugend flott vor uns, July hatte heute mit der Höhe zu kämpfen und wanderte mit Logan schön langsam hinter uns, Saskia hatte immer noch mit dem Magen und der Höhe zu kämpfen und deshalb die Option reitend nach oben zu kommen gewählt. Am Pass wartet unser Koch mit warmem Cocatee. Alle nehmen sich viel Zeit für Fotos. Immer mit Blick auf den wunderschönen Salkantay Mountain mit seinen scharfen Schneerinnen.
    Die 7 km bis zum Lunch bei Wayracmachay abwärts gehen dann für alle problemlos. Wieder versorgt uns die Küchencrew mit tollem Essen. Dann ändert sich die Landschaft plötzlich von trockenbraunhochalpin nach feuchtgründschungeldickicht. Auf den letzen 10 km talwärts durch den Yunga bis Chaullay wurden wir durch ein kleines Gewitter nassgespritzt, aber irgendwie passte das bisschen Regen zu Flora und Fauna um uns herum. Ca. 900 Meter hoch und 1800 Meter tief sind wir heute bei 24 km Strecke gewandert. Höchster Punkt 4638 Hm und tiefster Punkt 2870 Hm im Camp. Das Dschungelcamp in Chaullay ist sehr basic, kleine strohgedeckte Hütten, nebenan plätschert der Bach, seltsame Käfer und Motten krabbeln umher, Grillen zirpen laut. Ungewohnte Geräusche begleiten uns in den wohlverdienten Schlaf. Auch diesen anstrengensten Tag des Treks haben wir super geschafft!

    27.05.2019 – 3.Tag
    Wir dürfen bis um 5:10 schlafen, welch ein Luxus! Und erst als Angel mit dem heißen Cocatee kommt werden wir wach. Der heutige Tag bringt nur 17 km (300 hoch und 900 Tiefenmeter). Wir wandern durch Passionsfrucht- und Avocadoplantagen, dürfen hier und dort probieren. Wir testen die Frucht des Tomatenbaums und trinken Guavensaft. Die Landschaft heute war wieder völlig anders, super schön, wenn nur diese blöden Stechviecher nicht wären!


    Lunch gibts am heutigen „Dschungelcamp“ im Dorf Playa Sahuayacco. Dort hat es ohne Ende Kaffeeplantagen und wohl auch einen der besten Kaffees in Peru. Wir können bevor wir ins Thermalbad gefahren werden ein Coffeetasting mitmachen. Simon kurbelt die Maschine mit der die Kaffeebohnen geschält werden, danach rösten wir die Bohnen über offenem Feuer, Felix mahlt sie und dann können wir hinterher „unsren“ Kaffee als Espresso nach dem Essen trinken.

    Johannes bleibt im Camp, wir anderen werden ins Dorf Santa Theresa hinuntergefahren. Das T – Shirt „we survived Salkantay“ das wir am Pass bekommen hatten, wird nach der steilen Busfahrt hinunter zum Thermalbad „Aguas Termales de Cocalmayo“ umgeschrieben in „we survived the road down“. Manchmal passte zwischen unsren Bus und den entgegenkommenden Autos gerade noch ein Blatt Papier und nebendran gings in die Tiefe. Das Bad war super entspannend, so konnten wir in 4 verschiedenen Becken (35, 37,39,41 Grad) abhängen und relaxen. Nach drei Trekingtagen ein Wohlgenuss!
    Im Camp oben scheinen wahre Wolkengüsse niedergegangen zu sein, wir haben unten nur ein paar Tropfen mitbekommen – alles richtig gemacht!

    28.05.2019 – 4. Tag
    Von Lucmabama auf 2017 Hm bis zum Llactapata Pass auf 2736 Hm wandern wir immer durch Kaffeeplantagen. Felix der gestern wohl was falsches gegessen hat, und heute Nacht mit andren Dingen als Schlafen beschäftigt war, kämpft sich tapfer nach oben!
    Hier oben zeigt sich für uns Machu Picchu das erstemal. Und bis Ahobamba auf 1785 Hm dürfen wir diesen mystischen Ort noch mehrmals bestaunen. Wir freuen uns schon so sehr auf morgen! Unterwegs kommen wir an einem Sonnentempel, den Inkaruinen von Llactapata vorbei. Tief nach unten führt dann der Pfad bis zum Urubamba. Mit der Eisenbahn fahren wir dann um 14:50 von Hydroelectrica durchs Urubambatal nach Aquas Calientes. Während der Zugfahrt lässt sich Machu Picchu ein wenig blicken, wow. Im Hotel springen wir alle in unsere Zimmer und dort unter die heiße Dusche, was tut das gut!! Dann stürzen wir uns ins Tourigetümmel (und das ist hier wirklich unerträglich) und trinken auf einer netten Terasse Kaffee.
    Daheim machen sich Freunde Gedanken, ob wir vom Erdbeben Stärke 8 betroffen sind, aber das war zum Glück weit weg im Nordosten Perus.

    29.05.2019 – 5. Tag
    Xavier, unser Guide für Machu Picchu, holt uns um 5:30 im Hotel ab. Gemeinsam fahren wir mit dem Bus nach oben zum Eingangscheck für Machu Picchu. Wir sind immer noch sehr skeptisch ob es ihm tatsächlich gelingt, die falsch auf 8:00 Uhr gebuchten Eintrittskarten auf 6:00 zu wechseln. Und in der Tat dürfen wir mit der ersten Schicht eintreten und müssen so die Anlage mit wirklich wenigen anderen teilen! Die Lage der Ruinen inmitten der steilen und dichtbewachsenen grünen Berge ist schon genial und bringt nicht nur unsere Digitalkameras zum Glühen. Wer soll sich das alles nur anschauen?!
    Xavier (er war schon 4000 mal in Machu Picchu) versteht es super die Infos mit toller Körpersprache so aufzubereiten, dass wir gut zuhören können und viele Infos mitnehmen. Nach ca 2,5 Stunden muss er uns weiterschicken, der Zugang zum Machu Picchu Mountain ist nur mit einem besonderen Ticket möglich. Keine Ahnung wie viele Stufen es die ca. 700 Hm nach oben auf 3100 Hm hoch ging, aber es war s.. anstrengend! Dieses Stück möchte ich freiwillig nicht noch einmal machen müssen. Aber der Blick von oben hat sich absolut gelohnt. Auf dem Gipfel wurden Johannes und ich schon von den Kindern begrüßt. Wir gönnten uns genug Zeit den Ausblick zu genießen. Die Jugend klapperte alle Highlights ab und war zügig unterwegs. Kurz vorm Sonnentor holten mich Felix, Max und Lisi ein. Sie waren vom Berg noch zur Inkabrücke gejoggt. Simon kam mir schon etwas früher entgegen, er ist vom Berg direkt zum Sonnentor und nun auf dem Weg zur Inkabrücke. Am Wächterhaus treffen wir alle wieder auf Johannes, der sich hier auf den Terassen eine kleine Auszeit gegönnt hatte und einen Heiratsantrag, eine Mode-Fotoshooting und Dreharbeiten zum angeblichen Besuch der japanischen Kaiserin beobachten konnte.
    Gemeinsam erkunden wir noch einmal die Anlage und jetzt ist sogar der Sonnentempel offen. Dann ist Zeit zum Aufbruch; mit Unmengen von anderen Touristen fahren wir mit einem der vielen Busse zurück nach Aquas Calientes.
    Die Zug- und Busfahrt dann durchs tief eingeschnittene Urubambatal zurück nach Cusco war noch ein Leckerli am Ende. Machu Picchu hat uns alle umgehauen und unsere Erwartungen mehr als erfüllt. In Cusco fallen wir nach diesen 5 ausgefüllten Tagen müde und voller Eindrücke ins Hotelbett.

    30.05.2019 – Cusco
    Am Donnerstag  (in Deutschland Vatertag) nehmen wir uns ein Taxi hoch nach Tambomachay (Wasserheiligtum der Inka). Von dort wandern wir zurück nach Cusco und klappern dabei ohne Ende Inkaruinen ab. Von Puka Pukara (die rote Festung) weiter durch ein Tal voller alter Steine zum Mondtempel, dann über Quengo nach Chico Quengo. Jetzt zur Christo Blanco Statue hoch über dem kolonialen Zentrum von  Cusco gelegen, mit genialem Blick auf die Stadt. Die weiße Statue, etwa 8 Meter hoch, war ein Geschenk arabischer Palästinenser, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Cusco Zuflucht suchten. Die Statue stellt  Christus dar, der seine Arme nach außen ausstreckt.
    Zum krönenden Abschluss besichtigten wir Saqsayhuman – die mysteriöse Inka Ruine. Eine mehrere hundert Meter lange Zickzack-Mauer aus riesigen Steinblöcken, die trotz der unregelmäßigen Formen nahtlos aneinanderpassen. Die größten Steinblöcke wiegen rund 200 Tonnen, alle mit Muskelkraft hierher gezerrt und aufgestapelt. Ein Schrein oder eine Festung? Niemand weiß es wirklich genau, aber nichts desto trotz ist es eine der archäologischen Attraktionen Cuscos. Der Name Saqsayhuman bedeutet in Quechua „gesättigter Falke“, aber der wahre Name und die Ursprünge dieses imposanten Ortes sind immer noch vielen Wissenschaftlern ein Rätsel.

    Bevor die Jugend wieder nach Hause fliegt gönnen wir uns ein Abendessen im Marcelo Batata,  einer der besten Adressen hier in Cusco.

    Am Freitagmorgen besuchen wir mit Simon und Felix Freitag noch Korikancha – den heiligen Tempel der Sonne.
    Er war vermutlich das heiligste und bedeutendste Gebäude im Inka-Reich. Wer ihn überhaupt betreten durfte musste als Zeichen der gebückten Demut eine schwere Last auf dem Rücken tragen! Der  Tempel selbst war mit massiven  Goldblättern ausgekleidet, die das  Sonnenlicht reflektierten, und andere goldene Objekte, einschließlich einer massiven Goldscheibe, die mit Edelsteinen besetzt war und ein menschliches Gesicht  trug, das den Sonnengott Inti darstellte.
    Als die spanischen Konquistadoren in Cusco ankamen, wurde der Tempel eingerissen  und wertvolle Gegenstände geplündert, später die Kirche und das Kloster von Santo Domingo auf den Korikancha-Fundamenten gebaut.

    Jetzt sitzen wir wieder zu zweit in unserem Hotelzimmer und basteln am Blog.
    Wie schnell sind diese 3 Wochen vergangen und was haben wir alles gesehen – es war superschön!

  • Colca-Canyon und Arequipa 

    21.5. Von Puno ging es weiter durch die Peruanischen Anden ins Colca Tal, nach Chivay. Der Colca Canyon liegt ca 100 km nördlich von Arequipa. Hier hat sich der Colca Fluss tief in die Erde gegraben und so die Colca-Schlucht entstehen lassen. Sie ist zwischen 1.800 – 3.400 Meter tief und gehört zu den tiefsten Schluchten der Welt (fast doppelt so tief wie der amerikanische Grand Canyon).
    Im Osten des Colca Canyon liegt die Ortschaft Chivay.
    Auf dem Weg machten wir mehrmals Halt, um Lamas und Alpakas anzuschauen und zu streicheln. Das Fell der Alpakas ist echt super weich.

    Der höchste Punkt unsrer heutigen Route lag auf 4.890 Meter am Pata-Pampa-Pass. Vom Aussichtspunkt dort oben lässt sich ein spektakuläres Bergpanorama auf die umliegenden Vulkane (Ampato, Sabancaya und Misti) genießen. Zweimal können wir leichte Eruptionen des Vulkan Sabanca sehen. Sehr beeindruckend diese aufsteigenden Aschewolken. Wir blicken auf ein Meer von Steinmännchen, das Zeichen von Reisenden für den höchsten Punkt ihrer Reise.
    Das Andendorf Chivay ist bekannt für das nahegelegene Thermalbad „La Calera“. Und auch wir lassen uns ein heißes Bad dort nicht nehmen. Nach einer guten halben Stunde Spazierweg können wir ins heiße Wasser eintauchen. Pisco sour mit Blick auf das Colca Tal, genial!!

    Das beliebteste Ausflugsziel einer Colca Canyon Tour, so auch bei uns, ist der Aussichtspunkt „Cruz del Condor“ auf 3.900 Meter. Hier steigen am frühen Morgen die berühmten Andenkondore aus den Tiefen des Canyons herauf. Diese gefährdete Vogelart wird bis zu 40 Jahre alt und ihre Männchen können eine Flügelspannweite von über 3 Metern erreichen. Die männlichen Vertreter verfügen über schwarzes Gefieder mit weißen und silbernen Deckfedern auf der Oberseite und einem weißen Kragen. Die Weibchen sind zierlicher und komplett schwarz. Die jungen Kondore bis ca. 7 Jahre tragen ein braunes Federkleid.
    Aufgrund der besonderen Winde, die im Colca-Tal herrschen, finden die Kondore hier die perfekten Bedingungen, um sich mühelos durch die Lüfte tragen zu lassen. Wir haben Glück und es zeigen sich mindestens 15 Kondore und ziehen majestätisch ihre Kreise vor und über unsere Köpfe. Ganz dicht vor uns setzen sich drei dieser fantastischen Tiere auf einen Felsen und wir können sie lange beobachten bevor sie ihre Flügel ausbreitet und wieder weiter schweben. Wir sind alle sehr beeindruckt!

    Auf dem Rückweg bestaunen wir erneut den ausgefeilten Terassenanbau in diesem Tal. Die Inkas haben die Terassenbaumeister von hier nach Cusco geholt und mit deren Fachwissen ihre genialen Terassenanlagen gebaut. 

    Auf der Rückfahrt nach Arequipa nehmen wir uns am Pata-Pampa-Pass genügend Zeit, eigene Steinmännchen zu bauen und eine Eruptione des Sabancaya Vulkans abzuwarten. Weiter gehts zur „weißen Stadt“.

    Wow, diese Stadt und ihr Plaza del Armas hat uns umgehauen. So sauber und ordentlich,  das haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Der  Sundowner auf der Roof Top Terrasse mit Blick auf den Plaza und die Berge um Arequipa herum war fast magisch. Bei lebhaftem Unterhalten ist dieser Tag auf einer weiteren Dachterasse hinter der Kathedrale ausgeklungen. Diese Stadt hat es auf Anhieb geschafft, uns zu begeistern. Wie schön,  dass wir morgen einen ganzen Tag Zeit haben mehr davon zu sehen.
    Die Herkunft des Beinamens „die weiße Stadt“, mit dem sich Arequipa schmückt, bezieht sich wahrscheinlich nicht auf das weiße Sillar-Gestein vulkanischen Ursprungs, mit dem viele der alten historischen Gebäude im Zentrum Arequipas erbaut wurden, sondern eher auf die hellere Hautfarbe der einstmals im Stadtzentrum lebenden spanischstämmigen Bewohner, die es den Einheimischen verboten, in der Innenstadt zu leben. (Wikipedia lässt grüßen).

    Es ist leicht zu verstehen, warum das Zentrum von Arequipa im Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.
    Unser erster Gang führte uns nach Yanahuara. Einem Viertel, in dem das vulkanische Sillar-Gestein wieder allgegenwärtig ist. Dazu überqueren wir den Chili River, steigen den Hang hinauf und mache einen Spaziergang durch die Gassen. Die hübsche Kirche von Yanahuara ist das Herzstück eines kleinen, baumbeschatteten Platzes,  der zum Aussichtspunkt mit herrlichem Panoramablick auf das historische Zentrum und den El Misti Vulkan führt. Danach schlendern wir durch die alte Gassen im Ortsteil San Lazaro.
    Von riesigen Fässern mit fetten schwarzen Oliven über bis unter die Decke  reichende Obststände bis hin  zu hundert verschiedenen Variationen der Kartoffel. Frauen, die Säfte in allen erdenklichen Farben aus einer Fülle von exotischen Früchten zusammen mixen, mumifizierte, gruselig  aussehende Lamaföten, Metzger, die  jedes noch so kleine brauchbare Stück Tier verkaufen – der Mercado San Camilo sorgt für das leibliche Wohl der Arequipeños! Wir belassen es bei einen Fruchtsaft voller Vitamine. Auf dem Weg zurück zur Plaza gehen wir in die Jesuitenkirche La Compañía, die wirklich einen Besuch wert ist, mit aufwändig gestalteten Figuren, Säulen und Ornamenten – noch üppiger als im spanischen  Mutterland. Nettes Detail am Rande: Auf dem Gemälde des letzten Abenmahles wird auf der Silberplatte in der Mitte des Tisches ein Cuy (Meerschweinchen, eine Spezialität hier in Peru) serviert!

    Das Kloster Santa Catalina – eine Stadt in der Stadt, eines der faszinierendsten religiösen Gebäude Perus und ein sehr großes noch dazu. Der 20.400 Quadratmeter große Komplex wurde 1580 von einer reichen Witwe, Doña María de Guzmán, gegründet. Fast 400 Jahre lang lebten hier in äußerster Abgeschiedenheit etwa 450 Nonnen mit rund 2000 Mägden. Jede der wohlhabenden Ordensfrauen hatte einen eigenen Gebäudetrakt, oft sogar  mit eigener Küche. Es gibt dort verwinkelten Gassen, Plätzen mit schattenspendenden Orangenbäumen, Kreuzgängen und Kapellen, einer Wäscherei unter freiem Himmel und einem Badehaus. Die kräftigen Farben innerhalb des Klosters, das satte Blau und die verbrannten Rottöne erinnern an die Terrakotta-Bauten des  Mittelmeers.
    Arequipa ist die zweitgrößte Stadt Perus, und trotz seiner vielen Einwohner nicht laut oder schrill. Es gibt viele grüne Ecken, Parks und idyllische Gassen zum ausruhen und gemütlich schlendern
    Hier hätten wir es noch gut länger ausgehalten!

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  • Von Atacama bis Titicaca

    Nach einigen Wirrungen (Flugverspätungen bei Felix und Simon, Busausfall bei uns anderen) sind wir am Ende doch alle gutgelaunt und wohlbehalten in San Pedro de Atacama angekommen. Das Begrüßungshallo muss ich nicht beschreiben. Wir haben uns alle ewig nicht mehr gesehen und so gab es doch viel zu erzählen. Gut, dass der Pool und der Garten hier im Takha Takha Platz dazu bietet. Auch beim Abendessen wurde viel gequatscht und gelacht.
    Vor dem Ausflug um 14.00 an unserem ersten echten Urlaubstag war viel Luft zum gemütlichen gemeinsamen Frühstück, einen Spaziergang durchs Örtle und ein Sonnenbad.
    Um 14:00 wurden wir im Hotel abgeholt und nun gings mit dem Tourbus ins Valle de Luna (mit einigen Stops zum Aussteigen und Staunen) danach ins Marsvalley und zum Abschluss konnten wir am Aussichtspunkt oberhalb des Tals der Dinosaurier den Sonnenuntergang bewundern. Glühend rot färbte die untergehende Sonne den Vulkan Licancabur. Einfach nur schön!

    Urlaub und nichts mit ausschlafen!
    Schon um 5:00 machen wir uns auf den Weg zu den Geysiren von El Tatio. Wir müssen so früh los, da man sonst die Geysieraktivität nicht beobachten kann. Gegen 7:00 sind wir am Ziel und sehen überall aus der Erde Dampfsäulen aufsteigen. Leicht riechts nach Schwefel und an manchen Stellen sieht man vor lauter Nebel den Nachbarn nicht mehr. Es ist schon ganz ordentlich kalt, sogar um die Geysire ist das Wasser am Boden gefroren. Schöne Fotomotive gibts zuhauf. Sobald die ersten Sonnenstrahlen über den Berg kommen wirds deutlich wärmer, aber dafür lässt sich der Dampf weniger erkennen. Zu trocken ist die Luft hier oben auf ca 4400 hm.
    Nach diesem Schauspiel ist am Bus Frühstück für uns gerichtet. In der warmen Sonne genießen wir Kaffee und Sandwiches und zum „Nachtisch“ können wir zwei kleinen Füchsen beim Rumtollen zuschauen. Das sollten aber nicht die einzigen Tiere für heute sein! Unterwegs sahen wir noch zahlreiche Vicuñaherden, an den Lagunen die unterschiedlichsten Wasservögel, Viszcachas, Lamas und Nandus. Auf dem Rückweg besuchten wir noch Machuca, eine kleine Lamasiedlung. Die Häuser dort sind alle aus Adobe und die Dächer mit Stroh bedeckt. Besonders gut gefällt mir dort die Kirche. Die Jungs probieren Lamakebab.

    Schon zeitig am Hotel zurück bleibt Zeit um gemeinsam am Busbahnhof zu essen, für die dreitägige Jeeptour Getränke zu besorgen und unsere Räder in den, von den Jungs mitgebrachten, Radtaschen zu verstauen.

    1. Tag Jeeptour:
    Als erstes holte uns ein Sprinter vom Hotel ab und brachte uns zur chilenischen, dann zur bolivianischen Grenze in Hito Cajón. Die Grenzen liegen echt mitten in der Wüste. Dort wartete schon unser Fahrer mit EINEM Jeep! auf uns. Die Agentur hatte leider vergessen ihm mitzuteilen, dass außer 6 Personen auch noch 2 Räder mitmüssen. Nach etwas Diskussion und Wartezeit wurden unsere Räder dann in einen leer nach Uyuni zurück fahrenden Jeep verladen und direkt nach Uyuni zur Agentur gebracht. Erste Hürde gelöst! (es sollten noch einige mehr kommen – gut, dass wir das da noch nicht gewusst hatten). So nun konnte es losgehen. Wir besuchten die Weiße und die Grüne Lagune mit Blick auf den Vorzeigevulkan Lincancabur und durchquerten hinterher die Wüste Salvador Dalí ( heißt so, weil die Farben an seine Bilder erinnern). In den heißen Quellen in Polques konnten wir in das 35 Grad warme Thermalwasser steigen, mit Blick auf Lagune, Vulkane und unzählige Wasservögel. Die Einheimischen nennen das „Gringosuppe“…

    Währenddessen richtete unser Fahrer das Mittagessen. Weiter ging es zur Laguna Colorada. Weinrotes Wasser und unzählige Flamingos – unbeschreiblich schön! Wir haben die Bilder nicht getürkt, das Wasser ist wirklich soooo rot!
    Die Unterkunft war wie erwartet sehr einfach, da wir aber alle zusammen in einem 6 er Zimmer untergebracht waren, wurde uns trotz der zweistelligen Minusgraden nachts wenigstens nicht kalt.

    2. Tag Jeeptour
    Überraschung, unser Fahrer wollte uns dann am 2.Tag eine andere Route zu einem anderen Ort/Hotel bringen. Wir hatten im Vorfeld lange mit unserem Reiseveranstalter diese für uns passende Route ausgearbeitet, und nun das! Nein, wir wollen wirklich an unsrer Route festhalten! Ja, er soll mit seiner Agentur telefonieren. Nur wie ohne Empfang, Entscheidung auf Mittag verschoben, vorher aber unser Programm. Durch die Wüste Silolí, mit einem Fotostopp am Steinbaum (Árbol de Piedra) gings in die Hochanden zu den Lagunen Ramaditas, Honda, Chiarkota, Hedionda und Laguna Cañapa.

    Beim Mittagessen in Alota dann die Zusage der Agentur, dass unser Programm so bleiben kann. Auf der Weiterfahrt dann die ernüchternde Nachricht unsres Fahrers, es wäre aber leider keine Unterkunft reserviert worden, wir müssten uns dort durchfragen. Wie? Gehts noch?!
    Erst im dritten Anlauf wurde unser Fahrer fündig und schlussendlich sind wir in einem passablen „Salzhotel“ irgendwo (zwar nicht im geplanten Ort) aber mit genialem Blick auf den Salar untergekommen.

    SalarSonnenuntergang3. Tag Jeeptour
    Der Blick auf den Sonnenaufgang überm Salar am nächsten Morgen war wunderschön!!!
    Danach gings über den Salar zur Kaktusinsel Incahuasi. Das erste Stück der Fahrt über den wasserbedeckten Salar ist wieder grandios! Auf der Kaktusinsel können wir die riesige Kaktusgewächse (bis 12 Meter hoch und bis 1000 Jahre alt) und den genialen Blick auf die Salzwüste zum zweiten mal genießen. Weitere Punkte waren: die sogenannten „Augen der Salzwüste“, hier strömt Wasser und Gas blubbernd aus der Tiefe nach oben, am Ende das Dorf Colchani, wo es verschiedene, aus Salz hergestellte, Kunstwerke, viele Shops und das Salzmuseum zu bewundern gab.
    Von Uyuni starteten wir gegen 20:00 mit dem Flieger nach La Paz und wurden dort mit dem Lichtermeer dieser Großstadt tief unter uns begrüßt. Der Flughafen liegt oben im El Alto und auf der Fahrt hinunter ins Hotel bekamen wir einen ersten Vorgeschmack auf das Verkehrschaos dieser Stadt. Hier möchte ich definitiv kein Fahrschüler sein!
    Müde und voller Eindrücke der letzten Tage sind wir im Hotel angekommen.

    Endlich mal wieder länger schlafen. Nach einem ordentlichen Frühstück haben wir mit der Red Cap Freewalkingtour die Innenstadt erkundet. Informativ, humorvoll und kurzweilig haben wir La Paz und einiges an Geschichte Boliviens kennengelernt. Anschließend sind wir auf eigene Faust mit den Seilbahnen quer über La Paz und das El Alto gegondelt (Doppelmeyer hat hier ein ÖPNV-Netz aus 12 Seilbahnlinien aufgebaut). Mit der lila und der silbernen Bahn sind wir hoch zum El Alto, über die dortigen Märkte (auch über den für uns sehr seltsam anmutenden Hexenmarkt mit Pülverchen für ALLE Probleme, Lamaföten,…) geschlendert und mit der roten Bahn wieder nach unten ins Zentrum. Die Jugend ist dann zum Bummeln und Shopping losgezogen. Wir genossen die Ruhe im Hotelzimmer. Abends sind wir dann durch Zufall im besten veganen Restaurant Südamerikas gelandet. Was ein feines 6 Gänge Menü. Super zufrieden und mit breiten Grinsen im Gesicht sind wir ins Bett gefallen.

    Camino de Muerte mit X-trem Tours:
    Wieder ist früh Aufstehen angesagt, heute steht der Downhill am Camino de Muerte im Programm. Nach der Einführung gestern Abend sind wir alle schwer gespannt. Wir werden mit Überhosen, Überjacken, Knie- und Ellbogenschützer, Vollhelm und Handschuhen ausgestattet. „Ritter Rost auf dem Fahrrad“:-). Zum Aufwärmen rollen wir vom 4700 hohen La Cumbre Pass auf Teer die ersten 1200 Hm nach unten. Wir scheinen uns gut anzustellen. Nochmals werden wir ein Stück mit dem Bus weitertransportiert bis wir endlich am Startpunkt ankommen und den Camino de Muerte nach unten rollen dürfen. Nach einer erneuten Sicherheitsanweisung düst die Jugend los, wir „Alten“ nur etwas langsamer hinterher. Unsre Guides Ruben und Mauricio haben es super verstanden die Gruppe bei Laune zu halten, gute Kommandos zu geben und so diesen Downhill zu einem sicheren Abenteuer zu machen.
    Die Yungas-Straße auch „Camino del Muerte“ genannt, galt bis 2006 mit bis zu 300 Toten als gefährlichste Straße der Welt (Yungas ist Aymara und befeutet Dschungel). Mittlerweile gibt es eine zweite breite und geteerte Straße für den ganzen Verkehr Richtung La Paz. Von La Cumbre (4700m) hatten wir schon einen einzigartigen Blick auf die umliegenden schneebedeckten Bergspitzen, aber es sollte noch besser werden. Die zweite Etappe führte uns durch Dschungel, vorbei an steilen Kliffen zur linken und herabstürzende Wasserfälle und Felsüberhänge zur rechten Seite bis zum Dorf Yolosa auf nur noch 1200 Hm (insgesamt haben wir gute 4000 Tiefenmeter zurück gelegt). Um uns von der Fahrt „auszuruhen“ wurden wir ins nahegelegene Tierschutzgebiet La Senda Verde in ein Resort gebracht. Nach einer Dusche und einem Pasta- Buffet konnten wir im und am Pool unter Palmen die Seele baumeln lassen. Gefühlt ein Paradies hier unten! Tropische Pflanzen, Papageien und warme Temperaturen. Und erst auf der 3,5 stündigen Rückfahrt wurde allen erst richtig bewusst wie viel Strecke wir heute tatsächlich zurück gelegt hatten.

    Tiwanaku
    Auf dem Weg Richtung Peru besichtigten wir die archäologischen Ruinenstätte Tiwanaku. Tiwanaku war das politische und kulturelle Zentrum einer sehr hoch entwickelten Prä-Inka-Kultur. Wir konnten das berühmte Sonnentor, den Tempel Kalasasaya sowie die Untergrundtempel dort bestaunen.
    Am Grenzübergang in Desaguadero wurden wir von einem super netten Tourguide in Empfang genommen. Auf dem Weiterweg konnten wir bei zwei sehr alten und ungemein beeindruckenden Kirchen Stopp machen (Enrique wusste überall Details zu erklären – seine Art hat auch unsre Jugend schwer beeindruckt) und uns ein Inka-Sonnenobservatorium anschauen. Enrique hat uns so viel über sein Land erzählt, dass die Fahrt nach Puno wie im Flug vergangenen ist.


    Titicacasee
    Den größten Süsswassersee Südamerikas teilen sich auf 3800 Metern Höhe Bolivien im Osten und Peru im Westen, und er ist stark verschmutzt. 2012 wurde der Titicacasee als bedroht erklärt. Er führt jährlich weniger Wasser, leidet unter Überfischung und giftigen Schwermetallen durch die Bergbauminen um ihn herum.Unser Passiert ist seitdem wenug! Die Präsidenten Boliviens und Peru kündigten den Bau von Kläranlagen an, die EU wollte Millionen bereitstellen. Naja, ist ja erst 2019.
    Was Titicaca heißt, will man ja immer schon wissen.  Die Herkunft des Namens stammt aus dem Aymara und heißt Titi =große Katze und kaka = grau oder karka = Felsen. Ausgesprochen wird das übrigens „Titichacha“, denn kaka ist hier das gleiche wie in Deutschland …
    Vom Hafen Punos gings per Motorboot zu einer der Schilfinseln der Uros. Die Uros sind eine alte Ethnie, die schon seit Hunderten von Jahren auf, aus Toragras geflochtenen, schwimmenden Inseln wohnen. Das schilfartige Gras wird außerdem verwendet, um Häuser und Schiffe zu bauen. Zugegeben der Besuch dort war super touristisch (wir waren nicht allein) aber nichts desto trotz interessant. Die Fahrt zur Insel Taquile danach dauerte gute 90 Minuten, die Insel liegt ca. 40 km von Puno entfernt. Hier können wir uns etwas die Beine vertreten. Auf dieser Insel spinnen die Frauen die Wolle und nur die Männer stricken. Von hier sollen die besten Strickarbeiten Perus kommen. Um zu erkennen ob Mann oder Frau Single oder verheiratet sind muss man bei den Männern auf die Mützenfarbe, bei den Frauen auf den Rock schauen. Mützen: weiß mit etwas blauen und roten Streifen = Single, rote mit dünnen weißen und blauen Streifen = verheiratet, Bunte Mütze = wichtige Autorität
    Frauen: gelber, grüner und pinker Rock= Single, schwarzer Rock = verheiratet
    Wir können den Damen beim Weben und den Männern beim Stricken zuschauen, bekommen eine Folkloreshow geboten und Simon, Felix und ich werden zum Mittanzen geholt. Wie lange gibt es diese Traditionen wohl noch?
    Auf der Insel wird alles für den Alltag nötige angebaut. Beim gemeinsamen Lunch können wir die Produkte testen: Gemüse – Quinoasuppe, Forelle und Omelette.

     

  • Große Löcher

    Unser Appartement hier in Calama gibt uns drei Tage „Normalität“. Eine Waschmaschine, die gut sortierte Küche, zwei Räume mit je eigenem Bad, Blick aus dem sechsten Stock über Calama. Platz für uns und Platz für Lisi und Max, die heute nach Nachtfahrt von Arica hierher dazugestoßen sind. Wir sitzen lange am Frühstückstisch und quatschen, bis Ihnen fast die Augen zufallen. Der Schlaf im Nachtbus war wohl doch nicht ganz so erholsam. Schön die Beiden hierzuhaben!!
    Gemeinsam nehmen wir an einer Führung durch Chuquicamata teil.
    Chuquicamata ist eine der größten Kupfertagebauminen und damit der wohl bedeutendste Kupferproduzent weltweit. Insgesamt besitzt Chile rund 1/3 der Kupfervorräte und liefert auch 1/3 der Weltjahresproduktion. 35% des BIP kommen vom Kupferbergbau, entsprechend hoch ist das Thema in der Regierung eingehängt – und entsprechend „großzügig“ ist man bei den Umweltstandards.

    Am Besucherzentrum von Codelco werden wir mit Helmen und orangen Warnwesten ausgestattet und los geht’s in einem Reisebus, voll besetzt mit Besuchern. Wir rollen vorbei an riesigen Abraumhalden (über 100 m hoch und von den Einheimischen Tortas, für uns cakes, genannt). Auf dem Weg passieren wir verschiedene andere Bergwerke, auch die 4 Jahre alte hochmoderne „Mina Ministro Hales“. Sie wird per Joystick aus Santiago gesteuert – verrückte Welt!
    Hier gibt es neben Kupfer unter anderem auch Silber, Molybdän oder Arsen. Es geht hinauf ins 2.850 Meter hoch gelegene Chuquicamata. Wir fahren durch die riesigen Industrieanlagen von Codelco (ein seit 1971 staatseigener Betrieb) bis zur Einfahrt der Mine und müssen warten. Leider bläst der Wind mit 90 km/h zu heftig und so wird uns der Blick in das tiefe Loch und die Weiterfahrt verboten.

    Was wir gerne gesehen hätten:
    Das angeblich größte, je von Menschen geschaffene Loch. Zumindest wird in einschlägigen Informationen Chuquicamata als größter Tagebau der Welt bezeichnet. Laut Wikipedia ungefähr 4.300 m lang, 3.000 m breit und bis zu 1.100 Meter tief! Unvorstellbare Dimensionen!! Seit 1915 wurde hier tiefer und tiefer gegraben – aber ab 2020 ist oberirdisch Schluss.
    Zu groß ist der Aufwand inzwischen im Verhältnis zu Ertrag: Die gewaltigen Lastfahrzeuge, die das erzhaltige Gestein nach oben befördern, brauchen pro Minute viereinhalb Liter Kraftstoff und eine Stunde Zeit, bis sie die zwölf Kilometer lange Strecke aus den Tiefen der Mine zur Verarbeitung an den Rand des gewaltigen Abgrunds befördern. Dort übernehmen dann noch größere Trucks mit Reifen, die einen Durchmesser von vier Metern haben, die Last – und dafür werden neben japanischen Maschinen auch deutsche, und zwar die von Liebherr, eingesetzt. Als Alternative für den nicht mehr wirtschaftlichen Tagebau werden bereits heute gewaltige Stollen gegraben, in denen ab nächstem Jahr der Kupferabbau unterirdisch fortgesetzt werden soll. Wichtigster Abnehmer des chilenischen Kupfers ist im Übrigen, wenig überraschend, China. Das bedeutete natürlich einen gewaltigen Strukturwandel und einen enormen Arbeitsplatzabbau für die Region. Eine unsichere Zeit für die Bergarbeiter also, die vor etwa zehn Jahren ohnehin schon eine einschneidende Veränderung hinnehmen mussten: Die Bergarbeiterstadt Chuquicamata gleich neben dem Tagebau, mit allen Einrichtungen des täglichen Lebens wie Rathaus, Veranstaltungshalle, Kirche, Fußballstadion, Kneipen, Hotels und Krankenhaus wurde wegen des vom Tagebau herüberwehenden gesundheitsschädlichen Staubs 2007 einfach „zugesperrt“. Alle Bewohner mussten den Ort verlassen und nach Calama umsiedeln.
    Seitdem ist Chuquicamata eine Geisterstadt. 40% der ehemaligen Bergarbeiterstadt ist schon bedeckt vom Geröll des Abraums. Der Rest soll für die Nachwelt erhalten werden. „Chuquicamata ist Teil ihrer Kultur und gehöre zur Geschichte Chiles“ erklärt unser Führer. Irgendwann soll daraus darum einmal ein Freilichtmuseum werden. Momentan sind die Straßen zu den Wohnsiedlungen normalerweise abgesperrt; Aber weil heute halt sonst nichts geht dürfen wir Besucher ausgiebig auf fest vorgegebenen Straßen (bloß ja nicht den Weg verlassen, da versteht unser Guide echt gar keinen Spaß und Fotos bitte nur da wo erlaubt!) durch den menschenleeren Ort spazieren – eine seltsame Stimmung breitet sich hier aus, denn die Gebäude machen noch einen ziemlich gepflegten Eindruck und wirken so, als warteten sie nur auf die Rückkehr ihrer ehemaligen Bewohner.
    Kupfergewinnung scheint ein echt „dreckiges“ Geschäft zu sein, das ist der bei uns bleibende Eindruck. Wir googeln hinterher im Netz. Sogar die Bundesregierung hat eine Untersuchung zu den Umwelt- und Sozialauswirkungen des Kupferabbaus hier erstellen lassen: kritisch sind Schwefeldioxid und Arsenstaub in der Luft sowie der extreme Wasserverbrauch in der trockensten Region der Erde, die natürlich nicht ohne Auswirkungen auf Umwelt und Menschen bleiben. BMW hat zusammen mit Codelco ein Projekt für „grünen“ Kupfer gestartet (in jedem PKW sind rund 25 kg Kupfer enthalten); aber Kritiker halten das für ein Marketinginstrument, „ökologischer“ Kupfer wäre praktisch unmöglich.

    Ein ganz gutes Video über Chuquicamata gibts auf youtube.

  • Unsre letzte Radetappe – Wehmut und Vorfreude auf Neues zugleich 

    LetzteRadetappen0111.00 Uhr und wir rollen  bei leichtem Nieselregen neben riesigen Lastwagen, Tankautos etc. in Calama ein. Wie!? Am trockensten Platz der Erde Regen? Hier hat es normalerweise nur 0,5  – 2 mm pro Jahr Niederschlag. Und wir sind dabei!  Im Vergleich dazu regnet es in der Sahara 45 ml pro Jahr. 

    An der echt riesigen Mall versorgen wir uns wieder mit Kaffeepulver, gerettet! Wir haben noch viel Zeit bis wir unser über Airbnb gebuchtes Appartement beziehen können. Ein Kaffee wäre jetzt nicht schlecht, also biegen wir in die Fußgängerzone ab. Es gibt vieles, aber ein Straßencafe leider nicht. Ja wir hatten vergessen, Chile ist nicht für Kaffeekultur bekannt. Aber frischer Fruchtsaft ist auch nicht zu verachten, wenn da nicht die beiden Straßenmusikanten im Abstand von 30 m wären, die versuchen sich gegenseitig an die Wand zu trällern! Ach wie ruhig waren die letzten Tage! Seit Ollague sind wir entlang zahlreicher Vulkane (5000 bis 6000er), durch Salzseen, entlang kleiner Lagunen mit Flamingos und Vikuniaherden und durch endlose Pampa geradelt. Nur wir beide und diese skurrilschöne Natur. Abends immer ein nettes Plätzchen zum Schlafen: mal bei Flamingos, mal direkt am Minivulkan oder am Fluss, der ein winziges grünes Band durch die auslaufende Atacama zog, und nun das, uff!
    Heute haben wir unsere letzte eigentliche Radetappe beendet – wir sind etwas wehmütig. Nach 10 Monaten kommt das Ende unseres Sabbatjahrs immer näher. Morgen und übermorgen trudeln unsere Jungs samt Freundin ein, dann gibt’s 3 Wochen ziemlich stramm getakteten Familienurlaub. Danach wollen wir bei Huaraz in Nordperu noch eine längere Trekkingtour machen. Ecuador und vor allem Kolumbien sollen schöne Radelländer sein, hat man uns empfohlen. Aber das wird dann wohl eine andere Radtour…

     

  • Über den größten Salzsee der Welt 

    Die Busfahrt von Sucre nach Uyuni war sehr abwechslungsreich. Da wir im Doppeldeckerbus oben ganz vorne Plätze gebucht hatten konnten wir die tolle Landschaft richtig genießen.
    In Uyuni kommen wir im Casa ciclista unter. Unsere erste Erfahrung mit einem Casa de ciclistas. Außer uns schlafen hier noch 10 weitere Radler aus der ganzen Welt (Polen, Spanien, Italien, Portugal, Amerika, Kolumbien). Von Miriam, der guten Seele hier, werden wir in alles eingeführt und dürfen dann unsere Isomatten in einem kleinen sauberen Raum ausbreiten.Wir teilen uns unser kleines Zimmer mit dem polnischen Pärchen. Im Innenhof steht der große Esstisch und zwischen den Bäumen sind Hängematten aufgespannt. Die kleine Küche hat alles was es braucht. Hier ist es zwar etwas „chaotisch“ aber herzlich. Zwei Jungs schrauben an ihren Rädern, Simon aus Italien reinigt nach der Salarquerung sein Rad ( wow, sieht jetzt aus wie neu), die anderen faulenzen in der Hängematte.
    Wir schlafen erstaunlich gut, hier in Uyuni haben wir einen Tag für Orga etc. eingeplant. Wir müssen genug Essen für die Salarquerung besorgen, wollen eine bolivianische SIMkarte erstehen und den Eisenbahnfriedhof anschauen. Wir frühstücken und nehmen unsere Tassen mit in die Sonne. Im Schatten ist es hier auf 3600 m a…kalt. Die anderen Radler (alle viel jünger als wir) schlafen noch. Erst kurz nach 9.00 wirds lebendiger. Simon bricht Richtung Lagunenroute auf und die ganze „Radlerfamilie“ verabschiedet ihn überschwänglich. Ich bin schon lange nicht mehr soviel gedrückt und geküsst worden – zur Begrüßung einmal die Runde, abends, morgens, beim Verabschieden, …
    Uyuni ist nicht wirklich schön, kurz vor dem Ort endet die Teerstraße und so ist alles etwas trostlos uns staubig. Das Besorgen der SIMkarte ist erstaunlich kompliziert. Nur der Hauptladen von Entel ist autorisiert Karten an Ausländer zu verkaufen. Wir müssen den Reisepass mitbringen und uns am ersten Schalter registrieren lassen, dann erst können wir die SIMkarte an zweiten Schalter freischalten und aufladen lassen. Jedesmal heißt es warten. Mit uns sitzen hier sicher 15 Personen und wir begreifen nicht in welcher Reihenfolge die „Warteschlange“ abgearbeitet wird. Wir warten und warten, aber nichts passiert…
    Irgendwann klappt ’s dann doch. Nun sind wir wieder mobil;-)
    Auch hier hat es einen Mercado Central und wir decken uns mit allem nötigen ein. Wir suchen lange bis wir ein Café finden, das nicht nur Nescafe anbietet sondern ne wirkliche Kaffeemaschine hat und wifi! Spätnachmittags besuchen wir den Eisenbahnfriedhof. Echt skuril wie da mitten in der Landschaft die alten Loks vor sich hin rosten. Wir treffen Sarah und Lukas, zwei junge extrem sympathische Menschen und verratschen uns. Eigentlich wollten wir viel mehr fotografieren. Aber Fotos gibts noch öfter! Nach Sonnenuntergang radeln wir zurück, es wird ganz schön schnell kalt und dunkel.
    Heute Nacht teilen wir uns das Zimmer mit Ludwig, einem netten deutschen Motorradfahrer.

    Nachdem wir uns von allen im Casa umarmt und verabschiedet haben gehts los auf den Salar. Beide sind wir extrem gespannt. Bei Colchani radeln wir um einige größere Wasserlachen herum, aber danach können wir trocken dahinradeln. Sieht aus wie festgefahrener Schnee, lässt sich aber bestens fahren. Beim Denkmal für die Rallye Paris Dakar werden wir von Jeeptouristen beklatscht. Niice! Zur Belohnung dürfen sie ein Bild von uns machen. Wir radeln heute 65km und bauen unser Zelt mitten auf dem Salar auf. Aber nicht ohne vorher unzählige Perspektivische Fotos mit uns und den Rädern zu machen.

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    Beim Zeltaufbauen fährt ein weißer Camper vorbei, hält und heraus springen Sarah und Lukas. Na super, haben sie doch eine günstige Mitfahrgelegenheit bekommen. Wir quatschen nur kurz, sie müssen novh vor Dunkelheit auf der Isla Inkahuasi sein und nach Sonnenuntergang gehts raz faz und es ist stockfinster. Sobald die Sonne am Horizont verschwunden ist wirds zapfig und wir verschwinden ins kuschelige Zelt.

    Die 30 km bis zur Isla Incahuasi ziehen sich, obwohl das Radeln auf dem Salar gar nicht so anstrengend und wirklich einmalig ist. Aber es geht halt immer nur gradaus und die Insel kommt und kommt nicht näher. Und wir werden durch die Unebenheiten ganz schön durchgeschüttelt.
    Irgendwann stehen wir dann kurz vor Mittag doch vor der Kaktusinsel und parken die Räder versteckt. Die Lenkertaschen umgehängt kraxeln wir hoch zum Gipfel der Insel. Immer wieder müssen wir diesen gigantischen Blick über den Salar mit diesen wunderschönen Kakteen und den „Kaktuskorallen“ fotografieren und auch oben gönnen wir uns viiiiiel Zeit. Danach radeln wir weiter zu den Restaurants und dem Parkplatz der Touristengruppen. Hier steht auch das Kassenhäuschen, denn wer auf der Insel hochwandern möchte muss hier Eintritt bezahlen. Da haben wir vorher Glück gehabt und sind wohl über den Hintereingang nach oben gewandert. Johannes zählt 27 parkende Jeeps und es wimmelt vor Touris. Wir werden oft nach dem woher und wohin gefragt und bekommen viele „Daumen hoch“ gezeigt. Der Trubel liegt uns nicht aber wir können am Kiosk Trinkwasser für Birgit, Sprite für Johannes kaufen. Im Restaurant füllen sie sogar noch Johannes PETflasche mit Wasser zum kochen auf. So versorgt radeln wir zur nächsten Bucht und finden dort am Ufer ein sandiges, ebenes und nicht zu steiniges Plätzchen fürs Zelt. Welch ein Kontrast zu gestern Abend. Zum Sonnenuntergang klettern wir nochmal den Hügel hinterm Zelt zum privaten „Sunsetpoint“ hoch und genießen ganz in Ruhe „unsren“ Salar. Der Jeepkarawane ist seit einer Stunde verschwunden und wir haben das Gefühl die Insel gehört uns ganz alleine. Wow!!!!

    Die Boden der Insel hat wohl tagsüber gut Sonne getankt, denn diese Nacht ist es deutlich wärmer als gestern. Und zu unsrer Überraschung haben wir hier mitten auf dem Salar Netz und können WhatsAppen und Neiderbilder verschicken. Schon irre, gerade an dem Ort, den wir uns am entferntesten von der Zivilisation vorgestellt hatten chattet Johannes sogar mit seinem Chef über seine neue Stellenbeschreibung!

    Der heutige Tag ist kaum in Worte zu fassen. Wir lassen uns von der Sonne wecken und frühstücken vorm Zelt. Die Tourijeeps der Sonnenaufgangstour sind schon zahlreich unterwegs. Immer wieder spazieren welche vor unsrer Bucht vorbei. Ob sie wohl den frischen Kaffee riechen?  Einer kommt näher und stellt sich vor, sein Rad ist auf dem Jeep und er muss wegen Knieproblemen pausieren. Na klar, wir kennen uns doch, das ist ja Arnold aus Holland ! Ihm und seiner Mitradlerin sind wir auf dem Pamirhighway begegnet und später nochmal in Osh in unsrem gemeinsamen Guesthouse. Was ein Zufall!!  Wir empfehlen ihm noch das Casa de ciclistas und schon hupt sein Jeep zum Aufbruch.
    Schweren Herzens verlassen wir dieses wunderschöne Fleckchen Erde und radeln Richtung Festland.  Nach 35 km wirds immer feuchter und die letzten 10 km ackern wir uns im knöcheltiefen Salzwasser voran. Unsre armen Räder meint Johannes,  wir Armen denke ich.

    Aber irgendwie ist es auch cool quasi übers Wasser zu schweben. Die Wolken und die Berge an Land spiegeln sich soo schön im Wasser. Am Damm angekommen,  bringt uns die Straße trockenen Fußes ans Land. Gleich bei den ersten Häusern hat’s gottlob einen Wasserhahn und so können wir das Salz von den Räder und unsren Beinen spülen.


    Mit ordentlich Rückenwind geht’s nun auf festem Boden weiter. Wir sehen Vikuniaherden und Nandus! Trotz der Windunterstützung gehts nur zäh voran, weicher Sand, Wellblechpiste – Ripio du hast uns wieder. Nach 65Tageskilometer zelten wir unterhalb des Ortes Colcha-K. Als wir schon eingemummelt in den Schlafsäcken sitzen bekommen wir doch glatt von der Blaskapelle oben im Ort ein Ständchen. Klingt wie bayrische Blasmusik, echt skuril!!!

    03.05.2019 Colcha-K bis nach Chiguana
    Heute Nacht wird Birgit arg vom Husten geplagt. Entweder die trockene Luft oder die vielen Küsschen und Abschiedsumarmungen im Casa de Ciclistas in Uyuni. Bisher hatten wir uns gut um Erkältungen drücken können, trotz der eher kalten Reiseländer.
    Und es geht gleich so weiter – an Johannes Rad ist der Hinterreifen platt, schon wieder an der Stelle, an der der Mantel defekt ist. Zeit, um den vorsorglich in Sucre gekauften Ersatzreifen zu montieren. Brasilianisches Fabrikat, sieht eigentlich ganz gut aus und sollte den Rest des Sabbatjahrs durchhalten.

    Unsere Karten-App verspricht heute kaum Höhenmeter, wir können es kaum glauben. Bis San Juan de Rosario haben wir die angekündigten Höhenmeter schon verbraucht – wie soll das denn gehen? Aber die App hatte recht. Nach San Juan kommen wir auf einen weiteren, ziemlich zugesandeten Salzsee. Aber wirklich total platt,  so dass wir gut radeln können und ausnahmsweise sogar einen Blick auf die vielen bunten Vulkane werfen können. Acht Fünftausender ringsherum!
    Und dann bewegt sich was am Horizont, das erste Fahrzeug seit Stunden, ein Zug! Wir nähern uns der Bahnlinie nach Chile auf der die ganzen Erze aus den bolivianischen Minen an die Küste transportiert werden. Sieht etwas wie Märklin-Spielzeugeisenbahn aus vor den hohen Vulkanen und in der endlosen Weite.
    Der Husten und das Halsweh von Birgit wird ärger, jetzt muss doch eine Tablette her, sonst wird das Weiterradeln in der trockenen und dünnen Luft zur Qual.
    Wir zelten am „Ufer“ des SandSalzsees, morgen noch 35 km bis zur fünften Einreise nach Chile. Am Horizont hinterlassen Jeeps ihre Staubfahnen auf der Piste, in zwei Wochen werden wir zusammen mit unseren Jungs auch hier unterwegs sein, auch bequem mit dem Auto!

    04.05.2019 Bis Olague an die chilenische Grenze haben wir heute mit 35 km eine kurze Etappe. Aber Birgits Husten verlangt nach etwas Pause. Die Piste über den Salzsee ist glatt wie ein Kunderpopo, bestes Radeln mit Blick auf den Vulkan Olague und seine Kollegen. Die letzten 15 km haben es dafür in sich. Denkt man schlechter gehts nicht mehr, kommt nach der nächsten Ecke diese Wellblech- und Buckelpiste daher. Aber wir trösten uns damit, dass nach der Grenze Teer auf uns wartet. Kurz vor Avaroa dem bolivianischen Grenzort treffen wir das polnisches Radlerpärchen,  mit dem wir schon im Torres del Paine gewandert sind. Wieder ein Hallo und wie geht’s.  Sie wollen mehr über die Bedingungen am Salar wissen und wir fragen neugierig nach Wasserfassen bis Calama.

    Die bolivianische Grenze ist trostlos und verlassen aber den Stempel im Pass bekommen wir ruck zuck. Jetzt nur noch 2 km und endlich wieder Teer!!! Am chilenischen Grenzposten müssen wir unsre Räder erneut als Transportmittel anmelden. Chilenischer Wahnsinn! (Damit wir auch ja wieder damit ausreisen!!!)
    Olague selber besteht aus einer Straße, an der einige Häuser zusammengebaut trostlos vor sich hin verwittern. Die Suche nach einer Unterkunft zeigt sich als erstaunlich kompliziert. Na dann erst mal was essen, es gibt tatsächlich ein Restaurant das mit einem Tagesessen wirbt. Und das schmeckt richtig gut. Und es löst sich ja doch immer alles in Wohlgefallen auf, sie vermieten auch ein Zimmer, bingo. Auf die Dusche müssen wir aber leider noch 2 Stunden warten,  der Boiler muss erst noch angestellt werden. Wie? Es wurde uns warmes Wasser den ganzen Tag versprochen. Aufregen nutzt aber nix, es hat sonst weit und breit nichts vernünftiges. Dafür sind die Preise hier am A d W echt gesalzen.
    Wir putzen unsere Räder (die stört kaltes Wasser nicht) bevor wir uns säubern können. Ach welch Luxus zuhause, Wasserhahn aufdrehen und gut is!

  • Sucre – die weiße Stadt

    2,5 Tagen brauchen wir von Potosí nach Sucre. Wieder mussten etliche Höhenmeter „geklettert“ werden, auch wenn Sucre so viel tiefer liegt. Immer wieder galt es einen nächsten und dann wieder den nächsten Pass zu überqueren. Uff! Unterwegs treffen wir auf Riesenspinnen mit Riesenspinnennetzen und scheinbar haben wir gerade den Abend erwischt, an dem sämtliche Flügeltiere schlüpfen. 15 km außerhalb von Sucre verbringen wir die 2. Zeltnacht und sind so schon frühmorgens im Städtle.

    Trotz der 310000 Einwohner ist die Innenstadt erstaunlich ruhig. Am zentralen Platz des 25. Mai gönnen wir uns einen frisch gepresster Orangensaft (gibts hier überall, schmeckt gut und ist gesund) und sehen dem Treiben zu, bestaunen das erstemal die weißen Bauten.
    Sucre ist genau richtig über Ostern mehrere Tage zu verweilen. Wir haben ein Appartement gebucht und dürfen es schon um 12:00 beziehen. Wir lassen es langsam angehen. Nach Verschnaufpause, gründlicher Reinigungsaktion von Körper und Material erkunden wir den Hügel hinter uns und landen am Mirador vor dem Kloster La Recoleta. Hier werden gerade zwei Musikvideos gedreht, die Drohnen schwirren über unsren Köpfen. Außer dem grandiosen Ausblicken auf Sucre bekommen wir so noch gratis nebenbei Folkloreauftritte geboten.

    Das Passionsspiel der Kinder der Pfarrei heute am Karfreitag können /wollen wir nicht abwarten, der Start zieht sich immer mehr hinaus. So ohne Jacke losmarschiert wirds doch zu frisch und einkaufen müssen wir auch noch. Auf dem Rückweg vom Laden geraten wir mitten in die Karfreitagsprozession. Mit Blasmusik, die eher an Guggenmusik erinnert, werden Reliquien und Marienstatuen durch die Gassen getragen und so im Vorbeigehen bekommen wir den Ostersegen des Bischofs ab.

    Sucre 28

    Zurück im Appartement genießen wir das Selberkochen und experimentieren mit Quinoa. (Chefkoch sei dank!)
    Die Küchenausstattung unsres Appartements ist perfekt und eine Waschmaschine vorhanden. Travelerherz was willst du mehr!
    Damit etwas Osterfeeling aufkommt bäckt Birgit einen Osterzopf, etwas spannend denn es gibt nur gesalzene Butter hier. Aber das Ergebnis lässt sich sehen und schmeckt super! Ostern kann kommen.

    Ca. 2900 Meter hoch gilt Sucre als schönste Stadt Südamerikas und die Altstadt ist seit 1992 Weltkulturerbe. Sucre ist mit seinen weißgetünchten Kolonialbauten wirklich schön, alles sieht sauberer aus als das, was wir bislang von Bolivien gesehen haben!
    Die koloniale Altstadt besticht durch ihre vielen gut erhaltenen Gebäude. Die weiße Stadt hat Charme! Es gibt nette Cafés und Restaurants. Hier kann man sitzen und die Seele baumeln lassen. Aber durch diese eintönige Farbe auch etwas langweilig.
    Das Klima ist angenehm warm, und nach Potosí über 4000 Metern ist das Schnaufen hier wieder leichter! Sicher mit ein Grund für die Kolonialherren hier den Sitz von Verwaltung und Kirche zu errichten.
    Sucre ist aber nur noch die konstitutionelle Hauptstadt Boliviens (die Regierung sitzt in La Paz). Hier wurde die Unabhängigkeit errungen und die Republik gegründet. Der Reichtum, den die Minenarbeiter in Potosi erarbeiteten, wurde über Sucre in das spanische Mutterland abtransportiert.
    Die Stadt ist wie Rom auf sieben Hügeln erbaut, das bietet tolle Ausblicke aber auch Steigungen, die es zu laufen gilt. In der Innenstadt gibt viiiiiele Kirchen ( es sollen über 70 sein).

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    Der Samstagvormittag geht mit Orga drauf, eine Stadttour für nachmittags und für Montag eine Wanderung zum Inka Trail und Maraguakrater sowie zu den Saurierspuren (wir sind gespannt!) wird gebucht und Johannes braucht nun doch einen Ersatzmantel fürs Velo. Birgit nimmt all ihren Mut zusammen und begibt sich in die Höhle des Löwen – sie geht zum Friseur :-).
    Am Nachmittag gehen wir dann mit den Condor Trekkern auf Walking Tour durch die Stadt. Wir erfahren viel über die zwei indigenen Bevölkerungsgruppen östlich und westlich von Sucre und deren Traditionen.

    Die Geschichte Boliviens wird sehr anschaulich durch verschiedene Gebäude, Statuen etc. am zentralen Platz des 25. Mai erklärt. Auf der Tour besuchen wir einen Schokoladenladen und den Mercado Central und probieren uns durch lokale Obst- , Schokolade- und Wurstsorten. Danach geht’s in den Park Simon Bolivar (Freiheitskämpfer und Namensgeber fur Bolivien). Der Rundgang endet oben bei La Recoleta in einer urigen Hinterhofpinte bei einem Glas „Chuflay“ oder so ähnlich, schmeckt wie Limo mit Schnaps und wird wohl hier gerne getrunken . (Jetzt verstehe ich was Anke meint wenn sie schreibt „der Rundgang endet in einer wunderbar ollen Kaschemme mit Pirelli-Kalenderblätter-Deko und Schnaps in Gläsern mit dicken Möpsen.“ wir lassen die Bilder sprechen)


    Die Touren von Condor Trekkers unterstützten soziale Projekte in und um Sucre, und im angeschlossenen vegetarischen Restaurant gibt es feinen Kaffee und gutes Essen.
    Wir schlendern am Mirador La Recoleta umher, hier warten viele Indigene auf den Ostersonntagsgottesdienst morgen früh um Fünf. Sie kommen aus den Dörfern rund um Sucre hier nach San Francisco und werden die Nacht wartend im Freien verbringen.

    Überall gibts local food, Chicha und Getränke in allen Farben. Wir fragen ob wir Chicha probieren dürfen und bekommen einen Humpen in die Hand gedrückt mit einem netten Salut! Schmeckt ein bisschen nach neuem Süßen, ist sehr trüb durch die viele Hefe. Etwas Sorge habe ich um meinen Magen und wir teilen die enorme Menge mit den um uns sitzenden Leuten. Die scheinen sich über die Gringos köstlich zu amüsieren. Chicha, auch Spuckbier, wurde früher durch Kauen produziert, die Amylase des Speichels hat den Mais zersetzt und das Ganze konnte dann super vergären. Heute wird Chicha aber wohl „hygienischer“ hergestellt. ( Nachtrag: wir hatten beide keine Nachwehen)

    Wir müssen unseren knurrenden Magen und unseren etwas bedüdelten Kopf (Chicha hat ordentlich Alkohol) besänftigen und treffen im Condor Café wieder auf Iris. Sie wird am Montag den Ausflug mit uns machen. Gemeinsam verbringen wir das Abendessen mit guten Gesprächen.
    Auf dem Heimweg „stolpern“ wir über eine offene Kirchentüre. Neugierig gehen wir hinein und und dürfen einen wunderbar lebendigen Ostergottesdienst mit viel Musizieren, Klatschen, Hüpfen und Lachen erleben. Es tut gut, dass Kirche so anders sein kann. „Feliz pascua“ tönt es von allen Seiten und die Menschen fallen sich in die Arme.


    Am Ostersonntag stehen wir zeitig auf, wir wollen um 9:00 in den Ostergottesdienst der Kathedrale. Im Vergleich zu gestern Abend sitzen hier nur wenige im Gottesdienst. Welch ein Unterschied zu gestern Nacht! Der Gottesdienst erinnert uns sehr an deutsche Gottesdienste, schade!

    Wir besuchen die Casa de la Libertad, seit 1592 Jesuitenkloster und ab 1624 dazu Universität, 1825 wurde dann genau hier die Unabhängigkeitserklärung von Bolivien unterzeichnet. Innerhalb des Gebäudes kann ein Museum besucht werden, in dem viele Dokumente und Relikte ausgestellt sind.

    Danach decken wir uns im Mercado Central mit Fleisch, Gemüse und Obst ein, trinken frisch gepresste Säfte, probieren uns durch den Käsestand. In der oberen Etage verlocken die Gerüche der Garküchen und wir lassen uns das für Sucre typische Gericht „Mondongo- Gut gewürztes Fleisch in Sauce mit Patas und aufgequollenem Mais“schmecken. Hier waren wir sicher nicht das letzte mal.

    Schwer bepackt schleppen wir uns unsren Hausberg nach oben. Kaum 48 Stunden in Sucre und wir fühlen uns schon wie Zuhause.
    Nach einer Verschnaufpause und einem Kaffee „erklimmen“ wir den 3130 Meter hohen Cerro Churuquella mit seiner Christusstatue. Sucre liegt tief unter uns und auch von hier oben sieht sie schön aus. Am Rückweg gönnen wir uns einen Absacker auf der Dachterasse vom Kolpinghotel. Bevor wir die Jungs treffen haben wir noch etwas Zeit und wir haben beschlossen die Zeit hier zu verbringen und spanisch zu lernen. Sucre ist bekannt für seine vielen Sprachschulen, da wird sich was finden lassen.

    Ostermontag: Für den Ausflug mit den Condor Trekkers müssen wir sehr zeitig aufstehen. Um 7:00 ist Abfahrt. Nachdem Essen und wir 10 Teilnehmer ins Micro gepackt sind starten unsere beiden Führer Jonny und Dinelsa mit uns Richtung Cordillera de los Frailes. Nach einer guten Stunde Fahrt frühstücken wir hoch oben bei der Kapelle  Chataquila zu Ehren der Maria von Guadalupe.

    Jonny schafft es sehr schnell uns zu einer eingeschworenen Gruppe zu formen und bringt uns kurzweilig so nebenbei viele Infos zu Land, Kultur und Gebräuchen näher. Wir wandern ein Stück des alten (aber gut instandgesetzten) Inka-Pfades bergab, unterwegs zeigt uns Dinelsa immer wieder Heilpflanzen, die hier viel anstelle von traditioneller Medizin benutzt werden. Der Bus bringt uns dann zum kleinen Hostal des Ortes Maragua, das Mitten im gleichnamigen Krater liegt. Während wir zum Wasserfall “ devils throat“ laufen, präparieren unsere Guides das Mittagessen. Viel frisches Gemüse, ein Gläschen Rotwein, Essen gut – Stimmung gut!

    So gut gelaunt sind wir zu unserem letzten Programmpunkt des Ausflugs gestartet: versteinerte Dinosaurierspuren. Vorher etwas Bussfahrt über eine steile, kurvige, enge und abenteuerliche Piste, dann eine kurze Wanderung und dann: „wow, vor uns liegen mehrere Dinosaurierwege“. Verschiedene Arten dieser Urtiere haben hier im versteinerten Matsch von Niñu Mayu ihre Fußabdrücke hinterlassen. Um Sucre gibt es mehrere Stellen mit Saurierspuren. Eine davon soll, laut Jonny 1000 Spuren haben. Das ist doch nochmal ein Ziel.

    Erst aber wieder zurück zum Bus und dann wird die gutgelaunte fröhlich ratschende Gruppe wieder zurück nach Sucre geschaukelt. Dominik hat hoffentlich noch seinen Nachtbus nach La Paz geschafft. Dominik kommt auch aus dem Ländle, genauer Rheinstetten, und, wie ist die Welt klein!, sein Bruder Simon hat bei mit im Studioteam gearbeitet. War ein sehr ausgefüllter Tag und die Gruppe war richtig cool. Fast nur Deutsche,  alle jünger als wir, und wir hatten megaviel Spaß zusammen.
    Spät sind wir zurück, der Kopf voller Eindrücke. Trotzdem statten wir dem Hospedaje Isabella einen Besuch ab. Ab Mittwoch brauchen wir eine neue Bleibe, wir hatten ja beschlossen noch länger zu bleiben und unsre Wohnung ist nicht mehr frei. Nach etwas Verhandlung über Preis und welches Zimmer werden wir uns einig. Nachdem wir von den Spanische Schulen, die wir angemailt hatten nur negative oder keine Antwort erhalten sind wir auf dem Heimweg über die offene Tür einer Sprachschule gestolpert. Zufällig sind wir im Goethe Institut von Sucre gelandet und konnten tatsächlich gleich für die 5 Tage Unterricht buchen. Etwas teurer als die anderen Anbieter, aber es scheint sehr professionell zu laufen. 2 evtl. 3 Stunden pro Tag und danach viiiiiel Freizeit. Die Dame im Sekretariat hat in Freiburg studiert,  in der Stusi gewohnt, welch netter Zufall.

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    Unsre Sprachschule ein Ableger vom Goethe Institut

    Mal wieder ausschlafen, gemütlich frühstücken und dann gehts in die Sprachschule Instituto Cultural Boliviano Aleman. Zu zweit sitzen wir Juan gegenüber, er ist Professor hier an der Uni und ich komme mir wieder etwas vor wie in der Schule. Aber er versteht es gut uns anhand Kärtchen ins Konjugieren einzuführen. Nach zwei Unterrichtsstunden brummt mir der  Kopf, aber ich habe tatsächlich fast eineinhalb Stunden am Stück nur spanisch gesprochen, wow! Hinterher belohnen wir uns mit einem Mittagessen im Mercado central, es gibt noch einiges was wir probieren müssen. Heute waren es Sopa de mani, Tojori sowie Api (warme Getränke auf Maisbasis) sowie Pasteles.
    Zuhause gehts ans Hausaufgaben machen, wann habe ich das letzte mal Hausaufgaben gemacht?

    Kurz außerhalb Sucres auf dem Hügel wurde 1985 bei einem Zementwerk eine Wand mit Saurierspuren freigelegt. Erst 1994 hat ein Schweizer die Bedeutung erkannt:  hier hat ein Baby-Tyrannosaurus mit Spitznamen „Johnny Walker“ die weltweit längste zusammenhängende Fußspur (350m) hinterlassen. Und insgesamt hat es hier über 5000 Fußstapfen von mindestens 8 verschiedenen Saurierarten, nirgendwo sonst gibt es annährernd soviele Spuren.

    Wir nutzen die Tage in Sucre und sind echt fleißig! Morgens haben wir unsre kurzweiligen Spanischstunden, danach suchen wir uns ein schönes, ruhiges Plätzchen,  um unsere Hausaufgaben zu erledigen. Unser Lieblingsplatz ist die Dachterasse des Kolpinghotels oben bei La Recoleta! Mittags bekommt man hier überall, wirklich günstiges,Tagesessen, bestehend aus mehreren Gängen. Wir nutzen das Angebot mehrmals und waren immer super zufrieden. So probieren wir uns durch die bolivianische Küche. Hinterher blieb immer noch genug Zeit für Erkundungstouren durch Sucre. In vielen Kirchen ist der Aufgang zum Glockenturm möglich,  besonders gefällt uns der Blick oben vom San-Felipe-Neri Kloster. 360 Grad Panoram weit über Sucre bis zur Cordillera de Freiles.

    Da alle Häuser in der Innenstadt von Sucre maximal zweistöckig sind, hat man immer Sicht zum Himmel und nie das Gefühl in einer Großstadt „eingesperrt“ zu sein. Die Lage am Hang gewährt immer freie Blicke – wir fühlen uns hier sehr wohl. Hier könnten wir es gut noch länger aushalten.

    Am Freitag lernen wir beim Hausaufgaben machen oben an der Dachterasse vom Kolping Pater Luis kennen. Spanier, der jetzt in Chile lebt, lange auf Madagaskar und in Frankfurt in Gemeinden tätig war und  hier in Sucre eine Tagesbetreuung für die Friehofskinder und Straßenkinder von Sucre mit aufgebaut hat. Unterstützung bekommt er durch Spendengelder von “ Lola“ bzw. dem Lorenzladen in Nürnberg. Die Einrichtung trägt passend den Namen „Casa de los amigos“. Schulkinder im Grundschulalter (hier 1.-6. Klasse) werden nach oder vor der Schule betreut, bekommen Mittagessen und Nachmittagstee, erhalten durch Pädagogen Hilfe bei den Hausaufgaben und bei Bedarf psychologische Betreuung. Dort gibt es eine wunderbar warmherzige Köchin,  Räume zum Hausaufgaben machen, ein Gewächshaus, seit letztem Jahr einen Backofen für eigenes Brot, Musikunterricht, eine Turnhalle und eine liebevolle Atmosphäre. Zuhause wären die Kinder auf sich allein gestellt!  Ab 14 Jahren arbeiten die „Friedhofskinder“, um ihre Familien finanziell zu unterstützen, auf dem großen,  blitzsauberem Friedhof. Für Geld pflegen und säubern sie die Mausoleen und Gräber,  beten anstelle von Angehörigen und bieten Führungen an. Uns führt Sonja, 21. Auch sie war schon als Grundschulkind im Zentrum. Mittlerweile studiert sie Zahnmedizin und finanziert sich ihr Studium u.a. durch die Führungen. Im Casa de los Amigos kann auch sie kostenlos essen, dafür hilft sie den Betreuern und kümmert sich mit um die Kleineren. Unser Glück,  im Kinderhaus arbeitet Judith,  gerade hier für ein 6-monatiges Praktikum, eigentlich Pädagogikstudentin in Bamberg.  Von ihr bekommen wir eine kleine Führung durch die Räume der Einrichtung. Tolle Arbeit die hier geleistet wird. Diese Kinder erhalten hier die für uns selbstverständliche Chance auf Essen, etwas Bildung und Herzenswärme und dadurch eine bessere Zukunft!! Ein unterstützenswertes Projekt!!

    Mehr Infos unter http://lorenzerladen.mws3.de/friedhofskinderprojekt-cimet
    Wer das Projekt unterstützen möchte (sicher gut angelegt!) :
    http://lorenzerladen.mws3.de/spenden

    Judith begleitet uns auch durch den Friedhof und übersetzt die Erläuterungen von Sonja wo notwendig. Dieser Friedhof ist überraschend gut gepflegt und da Sucre lange wirtschaftlich und verwaltungsmäßig das Zentrum Boliviens war hat es hier viele große Grabmäler der Prominenz. Sonja verknüpft das geschickt mit der Geschichte des Landes. Die einfacheren Gräber sind oft mit „wichtigen“ Dingen aus dem Leben der Verstorbenen dekoriert. Da findet man dann schon Bier – und Weinflaschen, eine Gartenschere, Musikinstrumente oder ein Spielzeugauto.

    Für heute unsren letzten Abend in Sucre haben wir Konzertkarten zu einer Jam Session der Los Masis gekauft. Sie gehören zu einer der bekanntesten Musikgruppen und sind DAS kulturelle Exportprodukt Boliviens. In ihren bunten Trachten und den traditionellen Instrumenten wie der Sampona (Panflöte), Quena (Flöte), Saiteninstrumenten, Trommeln, Horn (Naturhorn von Kühen) und ihrer Lebendigkeit faszinieren sie uns auf den ersten Blick. Zum Repertoir gehört auch die ursprüngliche Musik und Tänze der verschiedenen indigenen Volksgruppen Boliviens, um sie als kulturelles Erbe ihres Landes zu erhalten. In dieser Woche feiern sie mit Konzerten,  Gottesdiensten etc. ihr 50-jähriges Jubiläum. Und wir haben das Glück dabei zu sein! Zu Ehren der Los Masis sind einige andere bolivianische Gruppen da, und auch die eigene „Nachwuchsband“ hatte einen Auftritt. Mann, war das eine Stimmung! Wir sind um 2:00 morgens nach Hause und waren mit die Ersten am Heimgehen. Morgen früh geht’s mit dem Bus weiter nach Uyuni, das Aufstehen wird sicher hart.