Hola Chile!

Unser Kopf weiß noch nicht so recht wie damit umgehen. Vom Flugzeug aus plötzlich Grün, Wälder und Flüsse, wie ungewohnt!
Auf der Fahrt vom Flughafen nach Puerto Montt staune ich über pinkfarbenen Klee, weiße Margheriten, grüner Farn, lila Lupinen – welch Explosion an Farben. Wann hatten wir das das letzte mal gesehen. Vergessen waren die chaotischen Tage in Dubai, vergessen die Nacht in Santiago, in der wir auf unseren Fahrradkartons die Nacht versucht hatten etwas Schlaf zu finden. (Wir mussten die Zeit von 21.00 bis 5.00 zum Einchecken überbrücken)

Nach insgesamt 23 Stunden Flugzeit erreichten wir endlich Puerto Montt.
Puerto Montt hat uns mit seinen bunten Holzhäuser am Hang gut gefallen. Das Salzwasser kratzt zwar mächtig an den Häusern und etliche davon hätten eine neue Schicht Farbe nötig. Aber das macht den Charme dieses Häuser aus. Trotz Jetlag mit Schlafchaos und etlicher Orga (Einkäufe, neue Rucksackregenhülle für Johannes, Campingplatz für den kommenden Treck buchen, Einchecken für die Fähre …) hatten wir doch Zeit die Insula Tenga und Angelmo zu besuchen und bummeln zu gehen. Auf dem Fischmarkt in Angelmo mussten wir natürlich Fisch probieren und entdeckten vier Seelöwen, die durch Fischabfälle angelockt sehr nahe kamen. Beeindruckend groß diese Viecher!

Für das sanfte Ankommen in diesem Teil der Erde hatten wir uns die 4 tägige Schifffahrt auf der Navimag Fähre von Puerto Montt nach Puerto Natales ausgesucht.
Das Einchecken mit Räder und Gepäck lief so unkompliziert und so easy ging das dann auch die folgenden Tage weiter. Wir hatten uns auf sehr einfache Verhältnisse eingestellt und waren ganz erstaunt von all dem Angebot für uns Passagiere. Über Yoga, Tai Chi und Kinoabend wurden Vorträge über Land, Flora und Fauna angeboten. Die Crew war super und hat gute Laune verbreitet! Die Rundum Verpflegung hat unsre Keksreserven verschont! UND unser größtes Glück war eine Viererkabine nur für uns alleine.

Da die Fähre nicht ausgebucht war hatten wir das Glück ohne Zimmergenossen zu sein.
Das Wetter war aber doch wie erwartet und angekündigt: Sonne und Regen, Wind und Wellen – alles versprochene ist auch eingetreten.
Vor der Passage im offenen Meer, wo der Seegang richtig heftig wurde, wurde den Passagieren Tabletten gegen Seekrankheit ausgeteilt. War auch nicht verkehrt. Ich weiß nun jedenfalls, wie sich seekrank anfühlt. Johannes schien völlig unbeeindruckt von dem Geschaukel zu sein. Ich habe zwei Mahlzeiten ausgelassen und mein Bett vorgezogen. Das unruhigste Stück haben wir zum Glück nachts befahren und diese Tablette hat nicht nur den Magen beruhigt, sie hat mich auch sehr müde gemacht. So dass ich echt tief und fest das unruhigste Stück verschlafen habe.


In den „Fjorden“ war das Meer gottlob ruhig und so konnten wir die meiste Zeit unsere Fahrt richtig genießen. Yoga bei Sonnenschein an Deck, Zeit zum Gucken und Genießen, Super!!! Dann tauchen plötzlich kleine Inselchen ( Spitzen des abgesunkenen Küstengebirges, wie wir im Vortrag gelernt hatten) auf, dann Engpassagen mit steilen nackten Felswänden, überall kalter Regenwald an den Steilhängen und viele viele Wasserfälle, überall Wasser, leider auch in Form von Regentropfen. Wir dürfen Albatrosse bei ihrem Flug bewundern und haben tatsächlich einen Wal sehen können. Die Tage sind hier wieder so lange, erst um 22.30 Uhr fängt es an zu dämmern. Welch Unterschied zum Iran. Dort war es um 18.00 Uhr stockdunkel! Soviel mehr an Zeit draußen zu sein und Dinge zu tun, da bleibt leider das Blogschreiben auf der Strecke. Ich entschuldige mich schon jetzt, wenn ich nicht mehr so ausführlich schreiben werde😉. 

Die Navimagfahrt war echt super, die Landschaft atemberaubend und die Crew war stets bemüht uns bestens zu versorgen. Fast schon wehmütig war ich dann als der Hafen von Puerto Natales auftauchte und klar war, dass der Abschied vom Schiff näher kam.

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Nun sind wir seit wenigen Stunden in Puerto Natales, dieser Ort platzt von Touristen. Alle wollen in den Torres del Paine Nationalpark und die Preise sind der Anzahl der Touristen angepasst gesalzen hoch. Wir hatten keine Übernachtung vorgebucht und wurden gottseidank im vierten Hostel fündig. Wir nutzen den morgigen Tag, um unsere Rucksäcke mit allem zu füllen was für die Wanderung im Torres del Paine nötig sein wird. Wir wollen den „O“ Treck laufen und werden darum ca. 8 Tage unterwegs sein und dafür auch das komplette Essen mitschleppen. Leider hatten wir nicht schon ein halbes Jahr im Voraus die Campingplätze vorgebucht. Die Treck im Torres del Paine sind so überlaufen,  dass mittlerweile nur schwer Platz in den verschiedenen Campingplätzen zu bekommen ist und wenn, dann sehr teuer. Die Verwaltung der Hütten und Zeltplätze läuft leider auch über drei verschiedene Anbieter,  die sich den Nationalpark aufgeteilt haben. Die Nationalparkverwaltung Conaf bietet eigene kostenlose Zeltplätze an, die sind aber schon 6 Monate im Voraus ausgebucht. Die anderen beiden Anbieter Vertice und Fantastico sur teilen sich den Markt. Und da der Fleck Erde so schön ist, nehmen Sie Preise, die jenseits von gut und böse sind.

Wir haben es tatsächlich über Vertice geschafft die mittleren 4 Zeltplätze des O – Kringels zu buchen,  fürs bezahlen habe ich extra ein PayPal Konto eröffnet. Beim Buchen des ersten und letzten Zeltplatzes über Fantastico gab es dann leider Probleme mit meinem neuen PayPal Konto. „Sorry, für ihre eigene Sicherheit brauchen wir Kopie ihres Passes, ihres Kontoauszuges,…“
Das war der Moment, in dem mir meine Privatsphäre wichtiger wurde als das Zeltplatz buchen und mir PayPal den Rücken runter rutschen konnte. Dann eben nicht. Schon echt Mist, dass die gute Kreditkarte nix mehr wert ist und so dämlich Zahlmethoden immer mehr an Bedeutung gewinnen! Wir haben dann eine Mail mit der Bitte um Reservierung an Fantastico Sur geschickt. Mal sehen was draus wird, morgen wollen wir persönlich vorbei gehen.  Die online Reservierung hatte nicht funktioniert, aber im Büro von Fantastico Sur konnten wir, juhu, tatsächlich fast alles wie gewünscht buchen. Der nackte Zeltplatz kostet halt jetzt 40,- Euro, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Wir können so jetzt den O-Treck laufen und haben am Ende noch die Möglichkeit einen Abstecher in das Painesmassiv zu machen. Die Eintrittskarte zum Nationalpark haben wir auch gleich hier in Porto Natales erstanden, dazu mussten wir zum Büro von Conaf. Dort mussten wir ein Anmeldeformulare ausfüllen, unterschreiben, dass wir uns streng an die Vorschriften und Regeln im Nationalpark halten werden und ein Instruktionsvideo anschauen.

So, nun kann es morgen los gehen!

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Ist Dubai besser???

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Hidjab Ade!!!

Tadschikistan, Kirgistan, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan – alles Länder mit meist äußerst repressiver Staatsgewalt und Einschränkungen der Freiheit und Menschenrechte. Dann der Iran, wo Birgit auch nie vergessen durfte das Kopftuch zu tragen und am Meer offiziell nur die Füße baden durfte. Beim Verlassen der Fähre in Dubai dann endlich das Kopftuch weg! Und jetzt – die große Freiheit?

Für uns als Touristen schon, da laufen Europäerinnen in knappen Hotpants neben vollverschleierten Araberinnen durch den Souq, am Meer kann man ungestraft im Bikini baden, wenn auch nur auf speziellen Stränden. Und in lizenzierten Hotels gibt’s auch Alkohol für viel Geld. Solange es Dollar bringt ist hier für Ausländer viel möglich, nur so kann sich Dubai als Urlaubshochburg halten.

Aber sonst?

  • Auch hier ist Küssen oder Händchenhalten in der Öffentlichkeit offiziell verboten.
  • Nur 1,1 der rund 9 Millionen Einwohner haben die Staatsbürgerschaft – alle anderen sind die ‚Zuarbeiter‘ auf allen Stufen der Wohlstandskette. Am unteren Ende oft quasi rechte- und einkommenslos.
  • Elektronische Medien sind stark überwacht. Die freie Meinungsäußerung ist wie in allen vorangegangenen Ländern stark eingeschränkt und wird oft unter dem Deckmantel eines Anti-Terrorismusgesetzes streng verfolgt. Kritik an der politischen Führung ist nicht erlaubt, als eine Business-Zeitung letztes Jahr über gescheiterte Bauprojekte berichtete wurde sie längere Zeit geschlossen…
  • Und Bauprojekte gibt es hier viele – sicher nur Zufall (bestimmt!), dass die allermeisten Großprojekte vom riesigen EMAAR-Konzern gebaut werden, an dem der Scheich die Mehrheit besitzt.
  • Wahlen oder Parteien gibt es nicht. Auf dem Demokratieindex der englischen Zeitung „The Economist“ rangiert das Land auf Platz 147 von 167 (Tadschikistan 159, Kirgistan 95, Kasachstan 141, Usbekistan 158, Turkmenistan 162, Iran 150; Saudi-Arabien auch 159, Türkei 100, Deutschland 13; https://de.m.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex).
  • Statt Demokratie gibt es die Todesstrafe, in 2017 mindestens einmal vollstreckt.
  • Die Söldner der Vereinigten Arabischen Emirate sind auch in den meisten regionalen Krisenherden aktiv.
  • Wer nach Dubai und Menschenrechte googelt bekommt sofort die Treffer von Amnesty International und Human Rights Watch mit ihren erschreckenden Berichten angezeigt.

Besser als die anderen Länder auf unserer Reise bisher ist es also also keinesfalls, nur nicht so im Licht der europäischen Öffentlichkeit.

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Im Iran waren die Moscheen die höchsten Gebäude, hier in Dubai dominieren die Bussinesstürme

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Happy New Year!!!

Neues Jahr – neuer Kontinent
Nach nächtlicher Fährfahrt und ca. 4 Stunden Pass- und Gepäckkontrolle konnten wir gegen 13.00 endlich von Scharscha Richtung Dubai radeln. Über Booking.com hatten wir schon sehr früh für 5 Tage ein Appartement gebucht, das dann wegen Doppelbuchung/falscher Preisangabe/angeblich falscher Kreditkartendaten (es folgten mehrere Begründungen) plötzlich vom Vermieter storniert wurde. Nach viel Mailverkehr und null hilfreichen Lösungsansätzen von Booking.com hatten wir dann kurzfristig nur wenige Hotels in unserer Preisklasse zur Auswahl. Das von uns dann schlussendlich gebuchte Hotel haben wir postwendend nach Besichtigung fluchtartig verlassen und ein Glück stornieren können. Es roch so penetrant nach Desinfektionsmittel, war trotzdem dreckig, schmuddelig und winzig.
Nun war guter Rat teuer. Wir erhöhten die Preisspanne und fanden für drei Nächte ein Appartement, leider weit außen. Das Zimmer erwies sich als super Platz zum Durchschnaufen und Ausruhen. Wieder selber am Herd kochen, Wäsche waschen,… Fast ein bisschen wie in Almaty.
Da wir vor drei Jahren nach unsrer Omantour schon mal in Dubai waren hatten wir auch keinen Druck alles abklappern zu müssen. So konnten wir an der Dubai Marina einen Strandtag genießen, unsere Ersatzteile für die Räder bei der Emirates Post abholen (dazu sind wir quer durch Dubai mit der Metro gefahren – hin 35km, zurück das Gleiche mit Stop am Burj Khalifa und der Dubai Mall) , zum Friseur gehen und laaaaange für die letzten zwei Nächte nach einer Unterkunft suchen. Über Silvester scheint die ganze Welt nach Dubai zu fahren. Wow, irgendwie hat Johannes dann doch noch was gefunden. Teuer zwar, aber wir diskutieren noch mit booking.com um eine Lösung! Guter Rat war hier wirklich TEUER. Aber die verzwackte Dubaikiste ging noch weiter. Nachdem wir bei Wolfi’s Bikeshop (dort war gerade Manuel Neuer beim Einkaufen und so kam ich zum Neiderbild für meine Kinder) zwei Fahrrad-Kartons abgeholt und mühsam ins Gassengewirr zum sündhaft teuren Boutiquehotel karren haben lassen, erzählte man uns dort wegen Kanalisationsarbeiten der Stadt Dubai wären einige Zimmer nun ohne Wasser und unbewohnbar. Man würde uns zu einem Ersatz bringen. Wieder hieß es warten auf einen Pickup, der uns, unsere Fahrräder und die Kartons nun erneut durchs Gassengewirr der Innenstadt, wo auch immer hin, bringen würde. Gelandet sind wir jetzt im Oriental Guesthouse einem Boutiquehotel im pseudo Altstil. Passt, hätte schlechter ausgehen können. Dass es nur Nescafe gibt gleichen wir mit unsrer Frenchpress aus und beglücken andere Frühstücksgäste gleich noch mit unserem frischem Kaffee. Aber jetzt sind wir näher am Creek und das ist für den heutigen Silvesterabend sicher super.

Aber letztendlich können wir nicht klagen. Wir haben während der letzten Monate echt Schwein und eine tolle Zeit gehabt! Die Glücksschweinchen, die mir meine Donnerstagsgruppe mit auf die Reise gegeben hat, haben gut auf uns aufgepasst.

Wir wünschen Euch Allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr und für 2019 große und kleine Wunder auf euren Wegen. Und wir hoffen, dass diese beiden Schweinchen euch und uns auch weiterhin Glück bringen mögen!

🍀To-do-Liste fürs neue Jahr 🍀
Auf die Meinung anderer pfeifen 🍀Lachen 🐖Neues Wagen🍀Verrückt sein🐖Auf sich achten 🍀Freunde treffen🐖“Iranische“ Gastfreundschaft pflegen 🍀Laut singen🐖träumen🍀 nicht aufgeben 🐖Anderen helfen 🍀Draußen sein🐖 An Wunder glauben🍀neugierig bleiben 🐖 nichts aufschieben!🍀 nichts müssen müssen und keine to do Liste abarbeiten!🐖🐖

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Reif für die Inseln

Zurück am Wasser in Kangan haben wir uns mal wieder ein Hotelzimmer gegönnt. Jetzt, wo es wärmer wird, freuen wir uns umso mehr auf eine Dusche. Erstaunlich, auch hier spricht der Hotelmanager etwas deutsch (er hat vor 20 Jahren 8 Jahre in Köln gelebt). Er drückt mir sein Handy ans Ohr, seine Tochter ist dran und unterhält sich im akzentfreien Deutsch mit mir. Sie ist Deutschlehrerin in Bushehr. Am nächsten Morgen dürfen wir mit ihm aufs Hoteldach klettern und die Aussicht auf Hafen und Berge bestaunen. Auf Anraten (die Straße wäre sehr gefährlich) beschließen wir den Bus nach Bandar Abbas zu nehmen und die gesparten Tage lieber auf den Inseln Qeshm oder Hormuz zu verbringen. Der Bus fuhr leider erst abends, und so hatten wir, einen der wenigen Tage bislang auf dieser Reise, mal gar nichts zu tun, außer am Strand liegen, etwas Füße baden (Birgit) und schwimmen (Johannes). Manchmal muss man zum Nixtun gezwungen werden.Der Bus der uns als VIP Bus angepriesen wurde war dann leider ziemlich alt und klapperig. Das erste Stück gings kilometerlang an Ölraffinerien vorbei. Um 22.30 gabs noch einen Essensstop. Wer kann den bitte um diese Uhrzeit ein komplettes Kebabmenue essen? Iraner können das! Uns reichte eine Tasse Tee.

 

Dann scheine zumindest ich geschlafen zu haben, denn etwas verdreht und steif bin ich wachgeworden als der Bus kurz vor unserem Ziel über einen der unzähligen „Bumpern“ (Hubbel in verschiedensten Ausführungen zum Bremsen der meist viel zu schnellen iranischen Fahrzeugen) fast abhob.

Belohnt wurden wir in Bandar Abbas für die unruhige Nacht mit einem wunderschönen Sonnenaufgang am Meer. Hier sahen wir am Strand etliche Wurfzelte unter Strandpavilionen oder mitten auf Parkplätzen und Strandpromenaden stehen. Wir wissen nicht, sind das auch Iranische Touristen die zelten oder Wanderarbeiter mit mobiler Heimstatt. Aber es sind enorm viele!
An einem der vielen überdachten Pausenplätzen am Wasser haben wir den Benzinkocher ausgepackt und Kaffee gekocht. Frühstück mit Blick aufs Wasser, nach der Nacht ein HOCHGENUSS.

Bevor wir heute das Jetty nach Qeshm nehmen, musste noch Geld gewechselt werden ( klingt einfach, ist es aber nicht, selbst die Bankangestellten schicken uns wieder weg, weil dort der Kurs zu schlecht ist). In einem Hotel finden wir eine Wechselstube und das Reisebüro für die Fährtickets nach Dubai lag zufällig direkt gegenüber. Super, Fährtickets standen auch auf der to do Liste. Jetzt noch einige Lebensmittel besorgen und dann konnte es los gehen.
Infos zu Qeshm:
Sie ist mit 110 Kilometern Länge und durchschnittlich 18 Kilometern Breite die größte Insel im Persischen Golf und nur 24 km entfernt von Bandar Abbas.
Das besondere an Qeshm ist, dass die UNESCO sie als einem Geo Park ausgewählt hat. Geo Parks sind Gebiete, die spezielle geologische Besonderheiten aufweisen mit denen Erdgeschichte für die Menschen sicht- und erlebbar wird. Wichtig für die UNESCO ist, das Natur und nachhaltige menschliche Nutzung zusammen passen.

Völlig unkompliziert und erstaunlich günstig fuhren wir mit einem der Jettys nach Qeshm. Die Räder durften beladen an Deck stehen bleiben, wir Passagiere mussten ins heruntergekühlte Schiffsinnere. Nach 45 Minuten Fahrt landet wir am Hafen von Qeshm und sind gleich losgeradelt. Unser Ziel das Starvalley, ein Tal mit Erosionsformen und Teil des UNESCO-Geoparks Qeshm.
Nach dem Erkunden auf ausgewiesen Pfaden sind wir einem Moped-Schleichweg um die Felsen herum gefolgt und haben einen grandiosen Zeltplatz für die Nacht gefunden.Heute haben wir es nur langsam weiter geschafft. Erst gemütlich Frühstück (wir haben ja Urlaub😉) dann nochmal Star Valley rein laufen und das Ganze bei anderem Licht bewundern.

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Mit Gegenwind gings weiter an der Küste entlang. Den Touristrand bei den Naz-Inseln haben wir kurz angeschaut, aber der Trubel hat uns nicht gefallen. In Suza haben wir für zwei Tage eingekauft, denn dem Tip von mehreren Iranern, unbedingt auf die Insel Hengam zu fahren, wollten wir nachgehen. Ein Motorboot hat uns samt Räder in wilder Fahrt nach Hengam gebracht. Dort radelten wir auf Sandpiste zum Silver-Beach. Auf dem Weg dorthin haben wir tatsächlich Chinkara-Gazellen gesehen, und zur Krönung noch unsren Privatstrand gefunden. Eine einsame Bucht nur für uns. Das bedeutete für mich mal nicht nur Füße baden, sondern ab in den Badeanzug und rein ins Wasser!!!!
Sonnenuntergang: Kaffee vorm Zelt, der Wind bläst leicht, ich sitze IM BADEANZUG am Strand, super kitschig aber sooooo schön!

Einschlafen mit Wellenrauschen und nicht mit Motorenlärm – weit weg von Teheran ist sooo viel möglich…
Wir wachen auf, weil die Wellen ziemlich laut sind. Ein Blick aus dem Zelt – noch 2 Meter bis wir überflutet werden! Wir hatten mit etwas weniger Tidenhub gerechnet, aber zum Glück war das auch der Höchststand und wir mussten keine Evakuierung starten.
Aus den Wellen tauchten ab und zu kleine Köpfe auf (Birgit sieht alles) – Karettschildkröten! Eine ganze Gruppe war hier in ‚unserer‘ Bucht beim Frühstücken und wir schauten eine ganze Weile zu. Leider brauchen sie nur kurz zum Luftholen und können dazwischen sehr lange tauchen. Aber trotzdem ein toller Moment, im Oman hatten wir ja keine zu Gesicht bekommen.

Für die nächste Tier-Sehenswürdigkeit hier müssen wir zurück suf die Insel Queshm und eine Touristentour buchen. Zu zwölft in einem kleinen Motorboot geht es aufs Meer raus, wo schon andere Boote dümpeln. Und dazwischen ziehen zahlreiche Delphine ihre Bahnen, zeigen die Rückenflossen, pusten laut und zwei Übermütige springen sogar hoch in die Luft.

 

Weiter geht’s wieder auf dem Rad. Wir haben hier auf der Insel etwas Zeit und wollen nur 30 km Piste an der Südwestküste entlang. Wurde aber unerwartet mehr. Soldaten versperrten uns den Weg, kein Weiterkommen. ‚Da hinten wird scharf geschossen ‚ gaben sie uns in deutlicher Pantomime zu verstehen. Ein größeres Militärmanöver, jetzt wissen wir auch warum wir soviele Hubschrauber und Patrouillenboote gesehen haben. Gestern waren wir an ‚unserem Privatstrand‘ noch im Idyll am Ende der Welt, jetzt so nah an einem der zentralen Konflikte.
Also wurde nichts aus einer weiteren Zeltnacht am Meer, statt dessen ein paar Kilometer und Höhenmeter auf die Nordseite der Insel. Oberhalb vom Tal der Statuen, weiteren Erosionsformen im Unesco Geopark, finden wir ein nettes Plätzchen mit Ausblick. Beim Bestaunen der Felsformationen im Sonnenuntergang haben wir einen Wüstenfuchs aufgeschreckt, der schnell am Gegenhang verschwindet.
Die Ruhe wird allerdings nochmal gestört, als bei Dunkelheit eine Schlange von Tiefladern schweres Kriegsgerät vorbei fährt.

Am nächsten morgen wissen wir auch wohin: direkt neben der Straße zum Chakoon Canyon stehen Granatwerfer und es donnert und raucht gehörig. Komisches Gefühl ‚am Krieg‘ vorbei zu radeln…
Und dann plötzlich wieder zurück im Mittelalter, in Guran werden Lenj-Boote nach alter Väter Sitte ganz von Hand gebaut. Das hatten wir schon vor drei Jahren im Oman auf der anderen Seite des Persischen Golfes gesehen. Die Boote sind so groß, dass sie weit über die ‚Skyline‘ des Dorfes heraus schauen.

Der Chakoon Canyon ist eine enge Schlucht mit wilden Gesteinsformen. ‚Heute leider gesperrt‘ sagte die Dame im Infocenter ohne aufzuhören mit dem Handy zu telefonieren. Wie, schon wieder Kriegsschauplatz? Solange sie noch telefonierte drückten wir uns vorbei und marschierten zum Canyon. Wir sind extra einen halben Tag hierher geradelt – für nichts? Doch, im Canyon wurde ein Musik-Video für den (uns bis jetzt noch nicht) bekannten aserbeidschanischen Mughab – Sänger Alim Qasimow gedreht. Auf unser ‚Flehen‘ hin,wir wären extra für diesen Canyon soweit geradelt, dürfen wir in einer Drehpause vorbei und haben die Schlucht exklusiv für uns. Beim Rausgehen treffen wir den Musiker noch persönlich.

Gegen den Wind kämpfen wir uns zur nächsten Station im Unesco-Geopark, ins Tal der Statuen und bauen dort unser Zelt inmitten einer Wildwestlandschaft auf. Beim Kochen umkreist uns mehrmals neugierig ein Fuchs. Davon scheint es hier mehrere zu haben!

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Eine weitere Attraktion der Insel Qeshm sind die Hara-Mangrovenwälder.

Dazu sagt Wikipedia::-D Der von der Spezies Avicennia marina (mit der lokalen Bezeichnung Hara oder Harra) dominierte Wald bildet ein wichtiges ökologisches System, das als Biosphärenreservat dient und als solches unter Naturschutz steht. Die kommerzielle Nutzung der Hara-Wälder reduziert sich auf das Fischen (hauptsächlich von Schrimps), auf Touristenbootsfahrten und das geringfügige Abholzen zum Zwecke der Tierfütterung. Der Harawald auf Qeschm und dem gegenüberliegenden Festland erstreckt sich auf eine Fläche von 20 Quadratkilometern und wird von Wasserläufen durchzogen.Das Gebiet ist ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel während der Wintermonate, sowie für Reptilien, diverse Sorten von Fischen, Gliederfüßern und Muscheln. Grüne Meeresschildkröten und giftige Seeschlangen bewohnen ebenfalls diese Wälder. Zu der hier heimischen Vogelwelt gehören Reiher, Flamingos, Pelikane und Adler. 

Auf einem kleinen Jetty wurden wir durch diesen bezaubernden Wald im Wasser geschippert. Wir bekamen erstaunlich wenig Vögel zu Gesicht, aber ein Pelikan hat tatsächlich für uns Modell gestanden.

Richtung Fährhafen nach Hormuz radeln wir an unzähligen „Werbeplakaten“ für die Truppenübung (der wir hier laufend begegnen, heute mit Falschirmspringern, die den Himmel sprenkeln) vorbei. Sehr skurril, Werbung mit Raketenwerfern etc., aber auch das ist der Iran! Im Internet erfahren wir, dass das Militärmanöver der Revolutionsgarde (das ist die Elitetruppe Irans) als Antwort darauf stattfindet,  dass gerade ein US-Flugzeugträger samt Geleitzug in den Golf einfährt. Auf solche Muskelspiele würden wir gerne verzichten.

 

Die „Yalda Nacht“, das ist die längste Nacht im Jahr, verbringen wir gemeinsam mit vielen Iranern am Strand bei den Nazinseln. Hier wird diese Nacht am 21.Dezember groß gefeiert. Man trifft sich an Yalda mit der ganzen Familie, isst traditionell Wassermelone 🍉, trommelt und lässt es sich gut gehen.
Bei Ebbe kann man zu Fuß zu den NazInseln laufen, falls man dabei nicht von den vielen Spaßsuchenden Autos, Quads, Geländewägen und Motorrädern überfahren wird. Sobald das Meer weicht und die Sandbänke auftauchen, tummelt sich alles was Motor hat, Gas gibt und laut brummt auf dem Strand. Das bisschen Kontakt mit der Natur reduziert sich auf ein Picknick mit der Großfamilie auf riesigen Teppichen direkt neben dem geliebten Fahrzeug.
Sobald die Tiede wechselt ist der Spuk so schnell vorbei wie aufgetaucht und Ruhe kehrt ein. Wir haben die Dünen für die restlichen Stunden nun für uns.
Für Weihnachten haben wir uns Hormuz aufgehoben. 2x am Tag fahren Jettys von Qeshm nach Hormuz. Wir entscheiden uns für das Nachmittags Boot, gönnen uns für den ersten Abend ein kleines Zimmer, versenden die Weihnachtspost (später gibts keine Netz mehr) und füllen alle Wasserflaschen, die wir finden können auf. Wir müssen uns für die nächsten 2-3 Tage eindecken, auf der Insel gibt’s sonst nix mehr. 2 Tage Strand und Inselfeeling warten auf uns.
Beim Abendessen an einem Straßenstand treffen wir Leila und Julian, die beiden studieren Fotografie in Hannover. Leila kommt auch aus Freiburg und schnell kommen wir ins Gespräch. Es ist sehr bereichernd so viele unterschiedliche Menschen auf unserer Reise zu treffen.

Wir umradeln die Insel zu 3/4, immer auf der Suche nach „unsrem“ Zeltplatz an dem wir dann 2 Nächte bleiben und unser Weihnachten feiern können.
Dabei klappern wir gemeinsam mit unzähligen Touristen in Tuktuks die Highlights der Insel ab: Hole in the rock, red beach, sunset point, rainbow Valley, Minisaltcave.

Fast schon wollten wir die Suche aufgeben,  da haben wir doch noch DAS Plätzchen für uns gefunden. Die Tiede ist hier sehr hoch, so dass wir bei Ebbe weite Strandspaziergänge machen und bei Flut fast vom Zelt weg schwimmen können. Zu Palmen hat es leider nicht gereicht

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Wir genießen das Dahindümpeln, Schwimmen nach dem Frühstück ne Runde und können es dann doch nicht lassen mit unpepackten Rädern loszuziehen. Wir fallen wie immer wie bunte Hunde auf, werden von den Tuktuk-Touris ausgefragt. Komisch, fast jeder war schon mal in Deutschland, kann uns seine Stadt nennen. Viele der iranischen Touris hier kommen aus Teheran und scheinen keine Geldsorgen zu haben. Wir freuen uns umso mehr über unseren idyllischen Zeltplatz, genießen unsern Nachmittagskaffee schon etwas zeitiger als sonst und üben uns im Nichtstun.

Weihnachtsfrühstück

Morgen werden wir wieder nach Bandar Abbas zurück fahren.
Carola und Arne, zwei Reiseradler aus Hamburg haben uns in ihr Appartement (über warm shower erhalten) eingeladen. Gemeinsam werden wir vier dann am 26.12. abends die Fähre nach Dubai nehmen.
Gerade rechtzeitig kriegen wir die Meldung, dass unsere Bestellung mit Ersatzteilen aus Deutschland endlich beim Postamt in Dubai angekommen ist und abgeholt werden kann. Nach soviel Kilometern Schotter und Staub brauchen unsere Drahtesel neue Ketten und Reifen. Und die Fahrradkartons für den Flug können wir in „Wolfis Bike Shop“ abholen. Wolfi hat ein Fahrradgeschäft in Heitersheim und seit einigen Jahren eben auch eins in Dubai – so klein ist die Welt!


Nach fast 6 Monaten Zentralasien und Iran geht nun Teil Eins unserer Reise zu Ende. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sagen wir „Koda Hafez –  Auf Wiedersehen Iran“ und sind gespannt was Südamerika für uns bereit hält! 

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Fröhliche Weihnacht überall…

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Stern in Shiraz

Schon komisch Weihnachten nicht mit Christbaum, Kerzen und all unseren liebgewonnenen Traditionen zu feiern. Glühwein und Weihnachstplätzchen, unser Schwedenofen der so schön bollert, das haben wir dieses Jahr mit Palmen, Sandstrand und Kamelen auf Hormuz getauscht.

In den Konditoreien konnten wir verschiedene Kekse kaufen, die uns sehr an die geliebten Weihnachstplätzchen erinnern. Sogar Kokosmakronen haben wir bekommen. Alle schmecken aber etwas exotischer als unsere gewohnten😉.

 

🎄🌴 Wir wünschen allen Verwandten,
Freunden, Bekannten und Bloglesern ein
Frohes Weihnachtsfest!! 🌴 🎄

Bei Nazila, Mozhdeh und Human in Shiraz

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Die sieben Urängste als Reiseradler

Entgegen den unbedarften Meinung vieler Nichtradler ist das Leben als Reiseradler nicht nur ‚easy‘. Abgesehen von den täglichen Mühen werden wir von vielen ‚Urängsten‘ geplagt:

1. Die Hunde

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Gefährliche Tiere

Nähern sich laut bellend und zähnefletschend von hinten den Waden. Da man nie weiß, ob die ’nur spielen‘ sorgt das für akut ansteigenden Adrenalinpegel, der Blick wechselt hektisch zwischen vorne=Straße und seitlich hinten.
Die Anzahl und die Aggressivität der Hunde ist übrigens je nach Land erstaunlich unterschiedlich. Hier im Iran hat es extrem viele Hunde, die ziemlich viel hinterher rennen – da Iran ein Autoland ist liegen entsprechend viele tote Hunde am Straßenrand.
In Turkmenistan hatten wir uns Steine zum Werfen in die Lenkertasche gepackt, andere Radler haben Stock, Pfefferspray etc. griffbereit. Wir haben uns extra wegen der Hunde vor der Reise gegen Tollwut impfen lassen, obwohl wir niemanden kennen, der tatsächlich gebissen wurde.
Seeehr tief sitzende Urangst bei allen Reiseradlern.

2. Der Wind

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Aaanstrengen

Unfair, da die eingesetzte Energie verloren ist. Und (für Physiker): der Energieaufwand steigt leider mit dem Quadrat der Windgeschwindigkeit. Also: doppelt so viel Gegenwind = viermal soviel Schnauf.
Das Brausen in den Ohren kann auf die Dauer auch ganz schön nerven.
Kommt angeblich immer von vorne, hatten wir aber auch oft umgekehrt. Wir schauen bei der Reiseplanung deshalb auch gerne noch in die Windkarten im alten Diercke-Schulatlas…

Unterwegs darf man NIE über die Windverhältnisse reden – alter Seglerspruch: ‚Sprich nicht vom Wind!‘ Etwas Aberglaube ist schon dabei.

3. Der Berg

urängste-002.jpgEigentlich haben wir schon viele Berge hinter uns. Trotzdem haben wir vor jedem neuen Berg Respekt, denn je nach Steigung, Straßenbelag, Sonne und Wind (siehe 2) kann der Schweißfaktor erheblich variieren.
Für Schweiß sorgt natürlich auch das Gepäck, so dass wir vor der Reise mit Waage und Exceltabelle eifrig optimiert hatten.
Aber im Gegensatz zum Wind (siehe 2) sind Berge fair: die mühsam erkämpfte Höhenmeter kann man wieder runter rollen (wenn es nicht zu steil oder hoppelig ist und man die Energie auch noch sinnlos in teure Bremsgummis verbraten muss).

4. Der Durst und der Hunger

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ohne Plastik geht’s leider kaum

Die Angst vor dem Hungerast kennt jeder Sportler. Aber Trinken ist im Vergleich zu kalorienreichem Essen ziemlich schwer. Und je nach Schweißfaktor brauchen wir viele Liter Flüssigkeit pro Tag. Wasser für mehrere Tage kann dann schnell zum Transportproblem werden. Also balancieren wir ständig zwischen Gewicht (siehe 3) und der Angst vor dem Durst.
Im Pamir hatten wir fest mit einem See als Wasserversorgung gerechnet, um nicht zuviel Gewicht über einen 4300 Meter hohen Pass schleppen zu müssen. Das Seewasser war dann leider salzig und ungenießbar. Zum Glück kamen noch Italiener mit ihrem Geländewagen vorbei und haben unsere Flüssigkeitsversorgung gesichert.
Und mittlerweile schaffen wir dank Waschlappen unsere abendliche Entsalzungs-Katzenwäsche mit 150 Milliliter Wasser!

5. Die Autos

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Besonders spannend: Tunnels mit überholendem Gegenverkehr ohne Licht

Die Fahrweise der Autofahrer variiert wie die Aggressivität der Hunde von Land zu Land sehr stark.
In Tadschikistan ließ schon der Straßenzustand keinen allzu großen und forschen Autoverkehr zu. Hier im Iran, wo Benzin fast nichts kostet, gibt es viele Autos, aber wenige Verkehrsregeln: Vorfahrt hat, wer lauter hupt oder sich dreister reindrängt. Und sollte es noch Lücken zwischen den Autos geben werden diese von den Mopeds restlos gefüllt!
Es dauerte etwas, bis wir unseren Fahrstil mutig dem hiesigen anpassten.
Auf den Straßen außerhalb der Städte hat es zum Glück meistens einen Seitenstreifen.
Seit Kirgistan hängt ich eine Deutschlandflagge an einem Ast 50 cm seitlich raus, um einen Mindestabstand zu erzwingen – funktioniert erstaunlich gut!

6. Der Reifenplatzer

Wenn man Glück hat ’nur‘ hinten, da man dann noch lenken kann. Vorne sehr verheerend.
Daher regelmäßig den Zustand der Reifen kontrollieren und bei langen Abfahrten öfter prüfen, ob die Felgen vom Bremsen nicht zu heiß geworden sind.
Kommt im Gegensatz zum Hundebiss (siehe 1) leider tatsächlich vor.

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7. Die Heimkehr

Wird sicher gar nicht so leicht nach so langer Zeit unterwegs wieder zurück in den deutschen Alltag! Wie sieht’s an meiner Arbeit aus? Wie eingeengt werde ich mich in den eigenen vier Wänden und dem deutschen Leben fühlen?
Wir freuen uns auf Vieles, was wir hier vermissen müssen. Aber wir werden sicher auch Vieles vermissen, was wir in all den Ländern unterwegs genießen dürfen!!!
Pünktlichkeit, Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen, leckeres Essen und Trinken, die Natur, Sauberkeit, die vielen Freundschaften, viel Kultur, das Alleinsein, die klare Luft und der blaue Himmel, Freiheit und Gleichberechtigung, das einfache Leben, endlose Weiten, klare Bäche, Wald, eine warme Dusche, einfach mal nichts tun, …
(ihr dürft selbst entscheiden, was wir wo vermissen)

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Mehr Meer

Nun sind wir in Bushehr am Persischen Golf und endlich ist es wärmer.  Nachdem wir das Küstengebirge durchradelt hatten, durften wir viele viele Tiefenmeter hinunter brausen. Die nächsten zwei Tage geht es weiter auf der Küstenstraße Richtung Süden.

Die Straße verläuft zwischen Küste und „Klein Monument Valley“. Wunderschöne erodierte Felsgebilde tauchen rechts und links der Straße auf. Da fehlen nur noch Indianer und Pferde und du denkst du bist im wilden Westen. Mit dem vielen Schauen vergingen die Kilometer im Flug. Und psst, wir wurden ganz kräftig von hinten angeschoben.
Inzwischen nervt uns das viele Hupen, Anhalten, Selfiemachen mit den Iranern etwas. Wir haben das Gefühl, dass es oft gar nicht die sprichwörtliche iranische Höflichkeit oder Gastfreundschaft ist, sondern eher die persönliche Neugier auf uns „bunte Hunde“. Und vorwärts kommen müssen wir ja auch irgendwie.

Unser Traum den Tag über, war ein Zeltplatz unter Palmen am Meer für den Abend. Es wurde „nur“ ein Zeltplatz unter Palmen und der Sonnenuntergangsspaziergang zum etwas entfernten Meer draus. Beides aber sooo schön!


Auch am folgenden Tag durften wir zwischen roten Felsgebilden radeln. Zwischenstops mit Klettereinheiten ließen wir uns nicht nehmen. Wir radeln 2 Tage durch Tomatenfelder. So viele Kisten mit roten Tomaten,  wer soll das essen?

Unser Ziel für heute und den morgigen Tag, die Jashak Saltdomes, mussten hart erkämpft werden.  Dieser Salzberg ist der größte und schönste im Iran. Schon beeindruckend diese Unmenge Salz als Berg vor sich zu sehen!  Bei den Niederschlagsmengen wie in Deutschland wäre er längst weggespült.

Mittlerweile ist’s gut warm und wir schwitzen Höhenmeter für Höhenmetern die Piste nach oben. Die Räder sind mit Proviant und Wasser für 2,5 Tage vollbeladen. Da die Straße so abgelegen ist, traue ich mich ohne Kopftuch und langem Dress zu radeln. Aber Überraschung:  oben am Fusse des Salzmassives angekommen, wurden wir von einem Bus voller iranischer Touristen (Bergsteigerclub unterwegs) freudig in Empfang genommen und mit Tee und Trockenobst versorgt. Mit Händen und Füßen und etwas Englisch haben wir uns bestens unterhalten. Aber in den Bergen und weg von der Kontrolle tragen auch Iranerinnen keine Kopftücher etc, also alles gar nicht schlimm.
Sobald die Sonne untergeht wird’s ruhig hier oben und wir genießen den Sonnenuntergang und die Stille. Endlich ein Platz ohne Motorenlärm. Hier im Iran hört man selbst im entlegensten Eck noch Auto- oder Motorradgeräusche.

Morgen wollen wir die Wanderschuhe schnüren und den Salzberg erkunden. Diesen Ort hatten uns Karin und Holger so ans Herz gelegt,  dass wir ihn für meinen Geburtstag ausgewählt hatten. Wir sind sehr gespannt!!! Ich freue mich mal auf einen Tag ohne Fahrradfahren. Nicht gleich morgens das Zelt wieder abbauen,  sondern zwei Nächte bleiben.

Salzgletscher

ein Gletscher aus Salz

Wir kraxeln schon früh los. Der Salzgletscher hat es Johannes angetan. Wunderschön fließt er wie unsere Gletscher in den Alpen in die Tiefe. Die Salzsteinformationen glitzern in verschiedensten Farben mit zum Teil messerscharfen Spitzen. Nur nicht ausrutschen! Auf Anraten von Karin hatten wir Handschuhe mitgenommen.  Dann wieder knirscht es unter den Sohlen und wir laufen über auskristallisiertes Salz. Es plätschern kleine Salzbäche mal über, mal unter der Saltkruste.

Wir steigen immer weiter nach oben,  immer wieder Neues entdeckend. Wir bestaunen einen Salz -Wasserfall und kriechen durch 2 Höhlen. Wie gut, dass Johannes die Stirnlampe eingepackt hatte. Der Tag sollte eigentlich ein Pausentag sein, aber wir waren sicher 7 Stunden auf Achse. Und keine Minute war langweilig, entsprechend viele Fotos haben wir gemacht!!!! Für euch hier die komprimierte Auswahl:

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