Auf der Straße der Sieben Seen und zu den Vulkanen Lanin & Villarrica

„Ruta de los Siete Lagos“ nach San Martin de los Andes
12.03.2019
Bariloche – Villa Angostura
Der erste Tag war reinstes Genußradeln mit Blick auf den Lago Nahuel Huapi. In Bariloche wollen wir noch in eine Chocolaterie. Wenigstens probieren! Auf dem zentralen Platz schlecken wir die Schokoladenstücke und versuchen den Abschied noch etwas hinauszuzögern. Die Kirche hatten wir auch noch nicht besucht. Innen spielte meditative Musik und so war das zur Ruhe kommen und besinnen ganz einfach. Jetzt hatten wir aber keine Ausrede und es hieß Bariloche ade. Ich bin mir aber sehr sicher, dass ich irgendwann zurück kommen werde.

Auf Teer gehen die Kilometer zügig obwohl wir doch wieder Höhenmeter sammeln. Seit langem haben wir mal wieder einen Schnitt von über 18 km/h.
Am Public beach von Puerto Manzano soll man gut zelten können. Als wir um 16.00 dorthin kommen ist aber noch viel Rummel. Wir baden und kochen uns Kaffee, genießen die Sonne und den Sandstrand. In einem großen Lastwagencamper übernachten hier noch eine spanische Familie und nebendran ein Argentinier in einem Minibus. Die drei Kinder und ich buddeln im Sand, obwohl ich kein spanisch kann geht das zusammen spielen erstaunlich gut. Und „una vez más“ (nochmal) verstehe ich sehr schnell. Wir verbringen eine wunderschöne ruhige Nacht am See.

13.03.19
Villa Angostura bis Lago Falkner
Wieder ein Tag mit blitzblauem Himmel. Bedeutet erst mal kalte Füße und Finger, bis die Sonne etwas kräftiger heizt. Der Ort Villa Angostura ist geschleckter als Bariloche, rings herum schicke Landhäuser. Wer Geld hat verbringt seinen Urlaub hier oder in San Martin de los Andes. Zwischen diesen beiden Orten verläuft auch die Sieben-Seen-Route, landschaftlich super schön zwischen Bergen, wildem Wald und blauen Seen. Wir halten an jedem Mirador und müssen die Aussicht genießen (später werden wir die vielen Fotos von den Seen sicher nicht mehr auseinander halten können …).
Trotz der über 1100 Höhenmeter kommen wir recht gut vorwärts und könnten noch einige Kilometer „schrubben“, aber wir möchten die tolle Landschaft genießen und bauen schon um 16 Uhr unser Zelt am Lago Falkner auf. Die Hauptsaison ist vorbei, drum ist es ziemlich ruhig auf dem Campingplatz. Kaffee mit Blick auf den See und Cerro Falkner, etwas Sonnenbaden, den Enten und Raubvögeln zuschauen, Beine dehnen, faulenzen, duschen, kochen, einen Vino zum Essen genießen – so darf Radelurlaub auch mal sein!

14.03.2019
Lago Falkner – kurz vor Junin de Los Andes

Heute früh war es noch kälter als gestern, im Schatten hatte es Reif und der Lago Falkner dampfte wie eine heiße Quelle. Dabei war er so kalt, daß wir gestern ausnahmsweise mal nicht baden waren.
Es ging weiter durch unberührte Wälder, von See zu See, ein Ausblick schöner als der andere. Vor einem Haus steht ein Oldtimer, es ist tatsächlich ein Ford Model T, das erste am Fließband gefertigte Auto.

ein Original Fort Model T

Wir kommen mit einem jungen Mann ins Gespräch – er ist Österreicher und auf einer Reise nach der Matura hier hängen geblieben. Er ist Forstingenieur wie ich und hat hier sogar eine entsprechende und dazu noch relativ gut bezahlte Arbeit gefunden. Ob die hier noch einen Förster brauchen??

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Er bestätigt uns auch die Story um Bambus, Mäuse und den Hantavirus: Hier wächst viel Bambus zwischen den Bäumen. Dieser Bambus blüht nur alle 70 Jahre, und zwar alle Bambussträucher in der ganzen Region gleichzeitig. Dieses Jahr blühte es zwischen El Bolson 50 km weiter im Süden bis San Martin de los Andes. Durch das riesige Angebot an Bambussamen kommt es zu einer Mäuse- und Rattenplage. Und diese Nager übertragen leider auch den Hantavirus. Sieht auf den ersten Blick aus wie eine Grippe, führt aber unerkannt zum Tode. In El Bolson starben dieses Jahr 12 Personen daran. Überall hängen Plakate mit Gesundheitshinweisen, die Angst vor dem Virus führte aber auch dazu, daß es kein gutes Tourismusjahr für die Region war.
Das Nagerproblem löst sich aber relativ schnell von alleine: die vollgefressenen Tiere bekommen großen Durst, weil die Bambussamen im Magen aufquellen. Sie trinken viel Wasser, das führt dazu, daß die Samen noch weiter quellen bis der Magen platzt. An den Seeufern liegen dann tausende tote Tiere…

Noch etwas Anstieg bis zu einem Kuriosum, ein Bach, der sich an einem Fels aufteilt. Der eine Teil fließt in den Atlantik, der andere in den Pazifik. Wir müssen also auf einem Andenpass stehen.

Danach eine herrlich lange Abfahrt in den Wintersportort San Martin de los Andes. Nach einer Brotzeit auf der Plaza San Martin und einem Kaffee radeln wir weiter und sind kurz darauf wieder in der trockenbraunen Pampa. Wieder Zäune rechts und links der Straße, wie soll man hier einen Zeltplatz finden?! Es braucht noch 30 km bis wir was taugliches finden. Wir zelten bei einer Anglergemeinschaft 10 km vor Junin am Fluss – Junin ist das Forellen-Eldorado Argentiniens.


15.03.2019
Junin de los Andes – Valle Malleo
In Junin gibt es einen Stationenweg mit 23 Bibelszenen aus dem Leben Christi, ergänzt mit Reliefbildern zum Leben der Ureinwohner Südamerikas. In Reiseführer und Wikipedia findet man fast keine Hinweise auf dieses Highlight. Danke liebe Gretl für den Tip!
Wir sind die ersten am Via Christi und können so die tollen Skulpturen ohne Ablenkung auf uns wirken lassen. Der Mapuchekünstler Alessandro Santana hat wunderschöne Figuren geschaffen. Uns gefallen die ausdrucksstarken Gesichter. Der Künstler hat dazu Menschen aus Junin als Modell genommen. Am Ende des Kreuzweges an der Bergspitze ist ein aus Glasdreiecken zusammengebauter Christus halb in die Erde eingegraben. Man kann über die „Seitenwunde“ in den Torso und Kopf hinein gehen. Innen sieht es wie ein Gewächshaus aus. Alles hat hier Symbolcharakter. Wir sind schwer beeindruckt! Die 47 m lange Glasskulptur wird nachts von innen beleuchtet.

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Das Wetter ist heute sehr durchwachsen, während Johannes im Supermarkt einkauft, zieht ein kurzer Schauer durch. Glück gehabt, ich stehe trocken unterm Vordach. Die letzten Regentropfen sitzen wir in der Panadería am zentralen Platz aus. Wir müssen die leckeren süßen Teile nochmal genießen bevor wir wieder zurück nach Chile kommen. Das können die Argentinier echt, süße Backwaren zu fairem Preis!
Wir radeln weitere 40 km, jetzt durch goldgelbe Pampa, an einem netten Angelfluss in einer idyllischen Landschaft, in der Ferne der Vulkan Lanin. Die Zäune machen es auch hier schwer den super Zeltplatz zu finden. Parallel zur Straße, etwas verdeckt schlagen wir am späten Nachmittag unser Zelt auf und erschrecken dabei ein Gürteltier, das gemütlich davon zuckelt.
Nebenan stehen die ersten Araukarien, auf dem Weg nach Pucon werden wir hoffentlich noch viele Wälder dieser Dinosaurier-Baumart durchqueren.

16.03.2019
Valle Malleo – Curarrehue
Auf dem Zelt ist morgens Raureif und wir warten etwas länger mit dem Starten. Die Sonne wärmt und trocknet wenigstens die Sonnenseite unsres Zeltes. Moderat geht die Straße nach oben, immer den Vulkan Lanin zur Linken und durch einen wunderschönen Araukarienwald. Johannes Wunsch wurde erhört. Die letzten 12 km auf argentinischer Seite zum Pass hoch „kämpfen“ wir mit weichem Schotter. Der heißgeliebte Grader ist mal wieder unterwegs. Aber das Panorama mit Vulkan Lanin und Araukarien macht das wett. Ein Fotomotiv jagt das andere. Wiedermal wechseln wir die Grenze und sagen Argentinien ade. Ab der chilenischen Grenze gibts feinste Asphaltstraße. Dafür sind die Zöllner an der Grenze super pingelig. Wir müssen das erstemal in dieser Reise unsere Räder als Transportmittel anmelden, dazu Marke und Daten angeben. Den Zettel bitte nicht verlieren. Na, wenns hilft.
Auch nach der Grenze dürfen wir durch wunderschöne Landschaft radeln und das seit Junin mit erstaunlich wenig Verkehr! Steil gehts in Serpentinen von 1200 auf 400 m hinunter. Johannes Hinterrad gabelt einen Nagel auf und der Platten will geflickt werden. Na in knapp 8000 km der dritte Platten für Johannes, das geht doch. Auf dieser Seite ist der Bambus noch schön grün.
Nach Currarehue finden wir einen kleinen idyllischen Picknick/Campingplatz am Fluss, wir sind die einzigen Gäste. Nachsaison hat doch echt Vorteile! In Ruhe genießen wir unseren geliebten Kaffee, um uns herum laufen die Hühner und Puten. Ich pflücke an der Hecke Brombeeren fürs Frühstück. Ganz gemütlich lassen wir den Tag ausklingen.

17.03.2019
bis Pucon
Über Nacht sind die Berge verschwunden, alles voller Wolken. Schade!
Wir radeln die letzten 40 Kilometer nach Pucon, in der Bäckerei Rostock suchen wir nach dem angepriesenen Roggenbrot und (Gedenkminute für dich Gretl) gönnen uns dort bei Eugenio Fuchs ein Empanada und ein Megastück Torte.
Bei unsrer Zimmersuche sind wir direkt am See beim Hotel Gudenschwager hängen geblieben. Gründungsdatum 1923, und so sieht auch das Interieur aus, aber uns gefällt es, es ist irgendwie heimelig. Die Dame an der Rezeption und der Kellner scheinen fast das ähnliche Baujahr zu haben ;-).
Das beste ist aber der Blick aus unserem Zimmer: Genau auf den Vulkan Villarrica!

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„Tankstopp“ in Bariloche 

Dem angekündigten Regen sind wir also nach Bariloche (eigentlich San Carlos de Bariloche) entflohen. Bariloche gehört zum argentinischen Teil Patagoniens und ist wunderschön am Nahuel-Huapi-See und am Ostrand des gleichnamigen Nationalparks gelegen. Man nennt Bariloche auch die argentinische Schweiz – und in der Tat erinnert uns vieles an unser Nachbarland. Chalets im Schweizer Baustil (manche sogar mit den Kantonwappen verziert), ein Schokoladen-Laden reiht sich an den anderen, es gibt Fondue und auf dem Marktplatz kann man mehrere echte Bernhardiner mit Fässchen um den Hals sehen. Das Geschäftsmodell sich mit Bernhardiner ablichten zu lassen funktioniert hervorragend. Aber auch die Landschaft kann mit der Schweiz mithalten: wunderschöne Berge und Seen, an denen man sich nicht satt sehen kann.

 

 

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Skulptur im Hotel Las Marianas, wenn wir weiter so essen hier bekommen wir noch eine ähnliche Figur

Wir gönnen uns seit langem mal wieder ein richtiges Hotel und genießen das geniale Frühstücksbuffet! Es müssen wieder Kalorien nachgetankt werden!
Trotz des Vorsatzes Pause einzulegen, können wir es nicht lassen bei dem guten Wetter eine Halbtageswanderung zum Cerro Llao Llao zu unternehmen. Zuvor müssen wir aber ganz in der Nähe noch Grüße ausrichten. Zuhause hatte mir eine Teilnehmerin meiner Sportgruppe aufgetragen in Bariloche eine liebe Bekannte von ihr zu besuchen. Das haben wir auch gerne getan. Wir haben aber erst nur ihre Nichte angetroffen, die uns berichtete ihre Tante wäre umgezogen. Die neue Adresse lag direkt an der Busstrecke zu unserem Wanderziel, perfekt. Per WhatsApp haben wir gleich Kontakt aufgenommen und uns für den Nachmittag auf dem Rückweg angemeldet. Welch Gastfreundschaft: „super, kommt vorbei, ich freu mich auf euch!!“ Wir sind gespannt.

Auf dem Wanderweg zum Cerro Llao Llao (hier wird das „schau-schau“ ausgesprochen) hat man immer wieder Ausblicke auf den See, die immer schöner werden, je weiter man nach oben kommt. Bei stürmischkaltem Wind genießen wir vom Cerro Llao Llao die wunderschöne Aussicht. Etwa in der Art stellen wir uns die norwegische Fjordlandschaft vor. Aber auch eine gewisse Ähnlichkeit zum Ausblick auf den Vierwaldstättersee können wir feststellen: Seen mit vielen Armen, „umzingelt “ von grün bewachsenen Bergen. Wieder unten am See gönnen wir uns am Playa Tacul eine Pause im der Sonne. Hier ist es windgeschützt und warm, unsere kalten Finger beginnen wieder aufzutauen.

 

 


Bevor wir den Bus zu Edith nehmen möchte sich Johannes noch das Hotel Llao Llao genauer anschauen. Wie eine Mischung aus Burg und Schweizer Chalet liegt es umgeben von Golfplatz und Tenniscourt auf einem Hügel. Es soll das Hotel mir der besten Lage Patagoniens sein.
Und nun wollten wir die Grüße überbringen. Unsere Smartphone-Landkarte führte uns zu einem kleinen Haus direkt am See mit wunderschönen Blick aufs Wasser. Der Empfang hätte nicht herzlicher sein können. Edith hat gerade ihren 5 jährigen Enkel aus Deutschland zu Besuch und trotzdem auf die Schnelle für uns einen Kuchen gebacken. Wow, wie lieb. Bei Kuchen und Tee tauschen wir Geschichten aus, ich lese Matthias Bilderbücher vor. Die Zeit geht so schnell vorbei. Mit dem festen Versprechen bald wieder zu kommen verabschieden wir uns.
Diese wundervollen Begegnungen bereichern unser Sabbatjahr so sehr.

Am Tag darauf wandern wir die wohl schönste Wanderung hier. Den „echten“ Pausentag verschieben wir auf Mittwoch, da soll das Wetter eh schlecht werden. Vom Ort Cerro Catedral geht’s mit der Bahn nach oben, dann „Por el Filo“ am Kamm entlang, über die Laguna Schmoll runter zum Refugio Frey und auf dem Normalweg zurück. Eine ausgewachsene Bergtour mit alpinen Stücken. Aber richtig super!
An der Hütte sind gerade die argentinischen Gebirgsjäger zur Kletterausbildung und es wuselt nur so von Soldaten in Tarnkleidung. Zu unserer großen Freude gabs in der Hütte Kaffee aus der Bialetti und aufgeschäumte Milch dazu –  welch ein Unterschied zum Nescafe der letzten Monate in Chile.

 

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In Bariloche haben wir uns in der überall angepriesen Eisdiele Helados Jauja eine Riesenportion Eis gegönnt. Und wirklich, purer Genuss.
In Argentinien bestellt man seine Eissorten nicht „auf Sicht“, sondern schaut auf die Karte, denn die meisten Geschmacksrichtungen sind hinter der Theke in den Eisbehältern „versteckt“. Es gibt  im Jauja über 10 verschiedene Sorten Schokoladeneis. Dazu kommen nochmal fast so viele Variationen Dulce de Leche-Eis. Dulce de Leche ist eine typisch südamerikanische Creme aus Milch, Zucker und Vanille. Mmmmmh – sehr fein!

 


Aber auch deftiges und nahrhaftes Essen gibts hier. Das beste Steak ever haben wir hier im El Boliche de Alberto gegessen. Auf Empfehlung unseres Hotels treffen wir bereits 15 Minuten vor der Öffnungszeit am Lokal ein – und sind nicht die Ersten. Wer zu spät kommt, muss warten, bis die ersten abgefüttert sind und sich zufrieden aus dem Restaurant rollen.
Für mich gibt es Bife de Lomo für Johannes Lamm. Wir entscheiden uns für einen Salat als Beilage, denn die Portionen scheinen riesig zu sein. War auch goldrichtig. Die Grillmeister nehmen persönlich die Bestellung auf und garen das Fleisch auf einem monströsen Grill. Am Ende wird alles mit viel Liebe präsentiert und serviert.
Das gleiche passiert uns tagsdrauf als wir im Pastarestaurant essen waren. Wir bekommen im gut gefüllten Restaurant einen Tisch und kurz danach war der Laden bumsvoll. Eine wartende Menge vorm Restaurant, die sich freut wenn jemand glücklich satt das Haus verlässt. Und als wir um 22:00 gehen steht da immer noch eine riesige Menge an Leuten, die auf einen freien Tisch warten. Unglaublich! Auch dort haben wir gut und erstaunlich preiswert gegessen.

 

Mittwoch regnet es schon beim Frühstück und wir freuen uns (komisch, wer freut sich schon über Regen). So haben wir beim Nixtun und Planen schon kein schlechtes Gewissen 😉
Wir nehmen uns endlich mal Zeit unsren restlichen Urlaub zu planen. Nachmittags besuchen wir Edith in ihrem Haus in Bariloche zum Tee und verquatschen uns wieder.
Wir werden ab morgen bei ihr wohnen und dürfen diese wundervolle Gastfreundschaft noch länger genießen. Ja uns gefällt Bariloche und wir laufen Gefahr hier hängen zu bleiben. Aber warum auch nicht.

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Hier in Bariloche Ort wollen wir aber noch dem Tip auf ein gutes Bier und super Abendessen nachgehen. Uns hat man gesagt, wenn ihr gutes Bier sucht, seid ihr in der Cerveceria Manush genau richtig. Hier findet ihr unzählige Biersorten, welche alle in der Gegend gebraut werden und jeden Tag von 18–20 Uhr ist dort Happy Hour. Uns so sind wir trotz Platzregen losgezogen und haben dort „Pale Ale“, „Extra Stout“und „Irish Cream Ale“ getrunken. Super!!!! Als feste Unterlage dazu gabs Pommes nach Manush-Art und viel Fleisch.

Nach vier Nächten haben wir das Las Marianas verlassen und sind mit unsrem ganzen Krempel bei Edith aufgeschlagen. Wir lassen die Taschen in „unsrem neuen“ Zimmer und starten nach einer Tasse Tee per Rad zum Circuito Chico, einem Rundweg vorbei an Seen und Bergen.
An der Seilbahnstation des Cerro Campanario überlegen wir nur kurz. Die Aussicht von dort oben soll grandios sein und die 200 Hm laufen wir doch schnell. Gesagt, getan, und schon 20 Minuten später stehen wir oben und haben tatsächlich ein 360 Grad Panorama auf die vielen Arme des Nahuel Huapi Sees und die Berge drumherum. Wieder unten gehts dann per Rad zur Bahia Lopez weiter. Dort machen wir Picknick. Am Weg haben wir durch Zufall einen Naturkostladen mit frischem Vollkornkörnerbrot endeckt. Das erste „richtige“ Brot seit 8 Monaten! Welch ein Genuss!!!!
Bei der Colonia Suiza bewundern/bestaunen/belächeln wir all den Kitsch und Trubel. Ein bisschen Wildwestromantik und viiiiele Essensstände. Früher soll das mal ein beschauliche Siedlung gewesen sein, in der man sein Gemüse einkaufte. Das gute Eis lassen wir uns nicht entgehen. Die Straßen heißen Zürich, Luzern, Valais. Die Kantonsflaggen sind allerorten. Das Wetter ist wieder freundlicher und so können wir danach am Lago Perito Moreno noch in der Sonne sitzen und diese intensiven Blau und Grüntöne in uns aufsaugen. Ja, – ein argentinischschweizer Naturidyll!

 


Bei Edith toben wir mit Matthias im Garten, während Johannes weiter mit Matthias spielt, darf ich Edith beim Empanadas machen über die Schulter schauen. Zum Essen sitzen wir in der Küche gemütlich zusammen. An dem Blick aus unserem Zimmer kann ich mich nicht sattsehen.
Morgens werden wir vom sanften Plätschern der Wellen geweckt. Der See zeigt sich von seiner sanften Seite. Der Wind hat nachgelassen, kein Wölkchen am Himmel – heute wird ein toller Tag. Ich kann unser Glück kaum fassen hiersein zu dürfen.
Edith hat extra für uns Brot gebacken und frischen Obst/Gemüsesaft zum Frühstück gepresst. Welch schöner Start in den Tag
Wir überzeugen Edith davon, dass sie und Mathi mit uns einen Ausflug hoch zum Cerro Otto machen. Dazu packen wir Picknicksachen ein und los geht’s. Die Gondel bringt uns nach oben und dank diesen wunderbaren Wetters können wir sogar den Cerro Tronador in der Ferne weiß leuchten sehen. Auch von hier oben ist die Aussicht überwältigend. Nach einem Spaziergang zum Habsburgerfelsen haben wir alle riesen Hunger und freuen uns über die übrig gebliebenen Empanadas von gestern abend.
Wieder unten lädt uns Edith in ihren Kangoo und zeigt uns einige ihrer Lieblingsplätze. Der krönende Abschluss dieses tollen Tages war noch ein Grillen. Das Fleisch vom Metzger ums Eck ist butterzart und die Würste sind gut gewürzt und echt fein!! Ja, und nicht zu vergessen, ich bin zur Legobaumeisterin von Raumschifftankstellen und Johannes zum Asadogrillmeister geworden. Ich habe völlig vergessen welch Ausdauer und Einsatz kleine Kinder fordern😉😉

Hier ist es so schön, dass wir gar nicht weg wollen! Mit Mathi springe ich über den Rasensprenkler und unten am Wasser lassen wir Steine flippen. Wir verbringen zwei lazy Tage am Wasser und genießen das Nichtstunmüssen! Körper und Seele können auftanken. Jetzt laufen wir Gefahr hängen zu bleiben. Ob die hier Physios brauchen könnten? 😂

 

 

Wir entscheiden uns schweren Herzens am Montag aufzubrechen,  aber Johannes will noch vorher die Räder checken, und oh Schreck der in Coyhaique neu(?) eingebaute Freilauf streikt schon wieder. Was auch immer die mir da reingebastelt haben,  es tut nichts mehr. Johannes zerlegt mein Hinterrad komplett und stellt fest: wir brauchen eine Werkstatt und können morgen doch nicht weiterradeln. So darf ich noch länger hier bleiben,  wie schön. Jetzt heißt es eine ordentliche Radwerkstatt finden.

Johannes ist nach dem Frühstück losgezogen und hat eine neue Hinterradnabe besorgt. Den Freilauf alleine gabs nicht und leider auch nicht die gute Shimano XT, sondern nur mittelmäßige Qualität – hält hoffentlich bis Ecuador. Jetzt hat er mein Hinterrad nochmal auseinander genommen und muss alles neu einspeichen. Gottlob kennt er sich so super aus!

 

Edith hat für uns nochmal Brot gebacken,  werden wir verwöhnt! Dieses wunderbare Fleckchen Erde, Edith, Max das Kaninchen und die Hühner, all das werde ich vermissen. Heute abend wird nochmal gegrillt (das Fleisch ist hier so viel besser als in Deutschland) und morgen, Dienstag, brechen wir nach gut einer Woche in Richtung San Martin de los Andes auf.

 

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Wir sind am Ende! – der Carretera Austral in Puerto Montt angekommen!

Tag 20 Carretera Austral 01.03.2019
kurz hinter Contao
Das Wetter bringt unsere Planung etwas durcheinander. Wir wollten eigentlich jetzt nach Cochamo radeln, dort etwas wandern und dann weiter mit drei Fähren über drei Seen nach Bariloche. Aber auf der hiesigen Seite der Anden soll es mindestens die nächsten 7 Tage richtig fieses Wetter geben. Da zu Radeln und zu Wandern macht uns sicher kein Vergnügen! Außerdem soll die Fährfahrt zwar sehr schön sein, aber mit 120 Dollar pro Person auch nicht billig. Und bei Regen sehen wir vielleicht gar nichts.
So entscheiden wir uns doch nach Puerto Montt zu fahren und von dort den Bus nach Bariloche auf die andere Andenseite zu nehmen. Dort ist das Wetter viel besser vorausgesagt.


Kurz vor der letzten Fähre der Carretera Austral zelten wir am Meer und müssen unser „Kaffeeritual“ unterbrechen, weil eine große Gruppe Delphine direkt vor unserem Zelt vorbei zieht. Sie planschen, springen aus dem Wasser und machen viel Trubel – ist bei Delphinen grad Paarungszeit? Die Delphine stört der einsetzende Regen nicht, wir müssen uns leider ins trockene Zelt verziehen und dort endlich den Radltag-Abschluss-Kaffee genießen!

Tag 21 und letzter Tag auf der Carretera Austral 02.03.2019
bis Puerto Montt

Heute schließt sich der Kreis und wir kehren nach 2 Monaten wieder an unseren Ausgangspunkt in Chile nach Puerto Montt zurück. Anfang Januar sind wir mit der Navimag-Fähre nach Puerto Natales gefahren und von dort nach Norden gestartet. Vor einem Monat erreichten wir dann Villa O’Higgins am südlichen Ende der Carretera Austral und sind seitdem auf der „Ruta 7“ unterwegs.
Jetzt bei Kilometer Null sind wir etwas wehmütig, dass wir Patagonien hinter uns haben, aber freuen uns auch etwas – seit vier Wochen hatten wir nur 2 Pausentage und sind langsam etwas müde in den Beinen und im Kopf. Kein Wunder, seit O’Higgins haben wir 1.195 Kilometer und 17.075 Höhenmeter in den Knochen (und dazu noch einige Wanderungen)!

Nach dem Pamir-Highway und jetzt der Carretera Austral durften wir in unserem Sabbatjahr zwei der „Fahrradtraumstraßen“ radeln – genial und unvergesslich!

Morgen geht’s mit dem Bus nach San Carlos de Bariloche in Argentinien und von dort aus wieder mit Muskelkraft die sogenannte Sieben-Seen-Route nach San Martin de los Andes und dann wieder über die Anden nach Pucon in Chile. Vamos!

 

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Carretera Austral Nord – grün und feucht 

19.02.2019 Coyhaique
Ruhetag, endlich mal Ausschlafen, der hiesige Supermarkt hat eine riesige Auswahl, so gut konnten wir schon lange nicht mehr einkaufen!

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Radlerwein für Radler😂🚲

Wir nutzen das gute Internet, um mit unsren Jungs zu chatten, Johannes bastelt noch an meinem Rad rum da der Radladen doch etwas geschlampert hat, (echte deutsche Wertarbeit ist doch unbezahlbar, merkt man erst wenn man es nicht mehr hat), Stadtbummel mit Kaffee und Kuchen, saumäßig lecker!

Heute hat es den ganzen Tag ordentliche Böen und nachmittags regnets dazu. Gute Wahl für einen Ruhetag!!! Im Mente Nomade schlürfen wir abends noch ein Gläschen „Radlerwein“.

Tag 12 Carretera Austral 20.02.2019
bis Wild Camp „sandy beach“ am Rio Manihuales
Heutige Überschrift: Patagonien-Wetter: Regen, Wind und Sonne wechselten sich ab, dafür wurden wir mit wunderschönen Regenbogen belohnt.

das Tal des Rio Simpson

Schon in Coyhaique hatten wir die komplette Regengarnitur (Regenjacke, Überhose, Gamaschen, Helmschutz) übergezogen, so dass uns die wechselnden Schauer nichts anhaben konnten. Es war aber verdammt kalt, bis die Fingerspitzen warm wurden mussten wir etliche Kilometer treten. Die Schneefallgrenze ist wieder gesunken und wir sehen weiße Berge. Sobald wir eins der großen Schilder “ Chile mejor“ (Chile besser) sehen, wissen wir, dass eine Baustelle naht und für uns bedeutet das super schlechte Straßen und Ampelverkehr. Auch so im heutigen Anstieg. Nächstes Jahr gibts hier feinen Asphalt. Wir quälen uns auf Löcherpiste um die Pfützen, hinter uns lässt der LKW den Motor aufheulen. Sorry, aber ich kann nicht schneller und zum überholen ist es zu eng. Immer wieder lassen wie die Autos passieren, aber wir wollen ja auch weiter! Hinterm Pass ist die erste Baustelle geschafft, wenigstens beim der Abfahrt dürfen wir auf Asphalt rollen!

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Dank Windy.com und anderer Windapps hatten wir uns auf starken Gegenwind eingestellt(der Wind sollte mit starken Böen von Nordwest blasen und die ersten 47km unsrer heutigen Strecke gingen genau nach Nordwesten☹️) , aber irgendwie wars dann doch erträglich. Die Straße verlief bis zur Kreuzung Puorto Aysen und Manihuales immer entlang des Rio Simpson. Wirklich ein schönes Flusstal. Nach der Kreuzung bog unsre Straße nach Nordost ins Rio Manihuales Tal ab und der Wind war dann kein Thema mehr.

Unsren heutigen Zeltplatz haben wir mal wieder bei iOverlander gefunden. Er liegt mit Privatstrand direkt am Rio Manihuales.
Wir bauen unser Zelt am frühen Nachmittag auf und ein belgisches Radlerpärchen baut ihres zeitgleich ab. Sie hatten den Regen im Zelt ausgesessen und starten um 16.30, um noch ein paar Kilometer zu machen. Ja irgendwie radeln wir alle die gleiche Strecke und sind doch so unterschiedlich unterwegs. Wir radeln gerne früh los, machen eher kurze Pausen und genießen es zeitig anzukommen, um am Zeltplatz noch etwas Muße für dies und das zu haben (gerne für einen Kaffee). Andere Radler packen mittags ihren Kocher aus, wir kochen lieber in Ruhe abends. Die einen sind vorne und hinten voll bepackt, wir haben nur hinten Packtaschen und wieder andere schwören auf Bikepacking (da klemmt man seinen Krempel direkt an Rahmen und Lenker). Manche radeln dick vermummt und andere Unverfrorene haben auch nahe dem Gefrierpunkt noch Sandalen und kurze Radhosen an.

Tag 13 Carretera Austral 21.02.2019
bis Lago Torres kurz vor Villa Amengual
Der Rio Manihuales, an dem wir die ersten Kilometer entlangradeln ist ein malerischer Fluss, mal tief eingeschnitten, dann wieder breit und träge. Nach 23 km kommen wir in den Ort Manihuales. Dieses Dorf machte für uns einen sehr ansprechenden und aufgeräumten Eindruck. Netter Park, zwei ordentliche Zeltplätze, Supermärkte, Bäckerei, Restaurants, Cafe, Tankstelle, alles was man so braucht und dennoch hat es seinen ganz eigenen Charme behalten. Warum es über den Spielgeräten im ‚Stadtpark‘ wohl große Dächer hat – sollte es hier womöglich öfters regnen?! Wir haben es heute zum Glück trocken.


Schade, dass es erst 10.00 ist. Wir essen nur ein leckeres Empanada und radeln weiter (Birgit hat sich fest vorgenommen Bäcker Bühler zu überzeugen Empanadas anzubieten, würde sich sicher auch in Deutschland gut verkaufen, und er sollte in Patagonien eine Filiale aufmachen damit es auch hier gutes Brot gibt, ich wüsste schon eine Verkäuferin…). Hier hätten wir es auch länger ausgehalten. Es stehen Schafe und Kühe auf den Weiden, weiße Strohballen liegen auf den Stoppelfelder, hier wird kräftig Landwirtschaft betrieben. Ab Mittag erinnert und die Landschaft zunehmend an die Schweiz. Hohe schneebedeckte Berge, schroffe Felsen und dazwischen schlängelt sich die Carretera Austral. An der Laguna Torres wollen wir heute Nacht bleiben. Hier meint ein halboffizielles einlaminiertes Schild „Zelten verboten, Steinschlag“. Eigentlich sollte hier mal ein Zeltplatz gebaut werden, das Projekt wurde dann aber wohl gestoppt. Vermutlich wegen den Felsen hier. Wir sehen für uns aber keine Gefahr und bauen unser Zelt mit Blick auf See und Schneegipfel auf. Nach dem Kochen sitzen wir beide gemütlich mit einem Rotwein am Ufer und hören den Wellen zu, die ganz leise plätschern.

Tag 14 Carretera Austral 22.02.2019
bis Hexenhüttchen beim Ventisqero Colgante
Etwas fröstelig wache ich auf, hätte doch ein langes Shirt vertragen. Brr, ist ist ganz schön zapfig, über dem See bildet sich Nebel, sieht aus als würde das Wasser dampfen. Wir radeln mit kalten Finger- und Nasenspitzen bei 3 Grad los. Schon nach 5 km in Villa Amigual kaufen wir Brot. Ein kleines Schild verspricht „Pan“, das Haus sieht kein bisschen wie eine Bäckerei aus. Aber drinnen neben dem Wohnzimmer findet sich tatsächlich eine winzige Backstube und die Semmeln sehen bestens aus. Pan heißt hier immer Semmeln, einen richtigen Laib Brot habe ich schon ewig nicht mehr gefunden). Wir suchen weiter nach einer Einkaufsmöglichkeit. Komisches Nest , etwas verwinkelt und versteckt. Das Angebot im einzig offen Supermarkt ist sehr überschaubar. Immerhin gibt es Nudeln und Kartoffelbrei. Ab hier führt die Carretera ca. 40 km immer auf und ab am Rio Cisnes entlang bis sie sich zum Queulat Pass aufschwingt. Gleich nach der Kreuzung wo es Richtung Puerto Cisnes abgeht hört der Asphalt für 35 km auf – sch… der Schotter hat uns wieder. Steil zieht sie erst 460 Hm nach oben, um danach 550 Meter steil nach unten zu gehen. Der grandiose Blick auf Gletscher, Felsen, Berge und riesige Bäume haben die Höhenmeter erträglicher werden lassen. Runter müssen wir leider die mühsam erarbeiteten Höhenmeter wegbremsen. Und leider war auch kurz vorher wieder unser ‚Freund‘, der Wegbau-Grader unterwegs, so dass es keine ausgefahrene Spur sondern nur breites Kiesbett gab, welche Freude! Wir kommen am Fjord Queulat wieder ans Meer, hier soll man sogar Delphine sehen können. Heute leider nicht. Dieser Fjord liegt sehr malerisch hier zwischen den Schneebergen und wenn mich dieser grobe Schotter, dieses ewige Auf und Ab und der Gegenwind nicht so fertig gemacht hätten, hätte ich es sicher noch mehr genießen können.
(insgesamt haben wir heute gute 1300 Hm gemacht und das auf Miststraße – irgendwann habe ich ganz laut meinen. Frust in den Himmel geschrieen, armer Johannes, der muss mich immer aushalten, meine Frustrationstoleranz war heute Nachmittag aufgebraucht).
Wir steuerten den Zeltplatz an der Kreuzung zum Ventisquero Colgante an, der war aber leider voll und auch gar nicht so richtig schön. Morgen soll es stark regnen und da hätten wir gerne einen überdachten Zeltplatz gehabt. Mist!
Johannes fährt 300 Meter zurück, um bei einem Restaurant nach möglichen Schlafplätzen zu fragen und wird fündig. Die Señora vermietet eine kleine freistehende Cabana, und wenn wir zwei Nächte bleiben auch zu einem guten Preis. Wir haben uns sofort in das Hüttchen verliebt und für 2 Nächte gebucht. Nach einer heißen Dusche und Kaffee bin auch ich wieder friedlich gestimmt, das heiße Wasser und die Wäscheleine hinterm Haus nutzen wir sofort und waschen die verstaubten Klamotten durch (wir dachten ja dieses Völlig-zugestaubt-werden hätten wir in Villa Cerro Castillo hinter uns gelassen – aber die Carretera ist immer für Überraschungen gut!)
Bei der alten Señora konnten wir Brot und gerade eingesammelte Eier erstehen, unser Frühstück ist gerettet!
Die Abendsonne genießen wir auf dem Bänkchen vor der Hütte, in der Sonne kann man es super aushalten, sobald die Sonne aber hinter dem Berg verschwindet wirds empfindlich kalt und wir flüchten nach Innen. Am Gasherd kocht es sich doch gleich komfortabel und auch an einem richtigen Tisch mit Eckbank sitzen und von Porzellantellern essen ist Luxus pur😀😀! Da die Hütte ohne Strom ist, genießen wir abends ein Candlelightdinner.🕯🍽🕯 Es fehlt leider das Glas Rotwein, wir trinken Pulver O- Saft 😉

23.02.2019 Wanderung an den Gletscher Mirador
Wir hören den Regen auf dem Dach prasseln und denken, diese Hütte hat uns der Himmel geschenkt, drehen uns um und schlafen noch eine Runde. So lange habe ich in diesem Sabbatjahr lange nicht mehr schlafen können, herrlich! Es war eine gute Idee gleich 2 Nächte gebucht zu haben. Viel Platz zum Sortieren, Ausbreiten und sich Wohlfühlen! Die von Doña Ruth gekauften Eier und Semmeln ergeben ein prima Frühstück. Ganz langsam lassen wir den Tag angehen. Die Wanderung zum Mirador ist nicht zu lange und der Wetterbericht sagt Besserung für den Nachmittag an.
Gegen Mittag starten wir zum Sendero Mirador Ventisquero Colgante und zur Laguna Témpanos. Mist, es ist Samstag (wir leben hier völlig zeitlos und haben den Überblick über die Wochentage schon lange verloren) und so teilen wir uns den Wanderweg mit chilenischen Wochenendausflüglern, chilenischen Studenten, Reisegruppen,… Am Mirador sitzen schon über 30 Wanderer. Davon 80% um die 20 Jahre. Beeindruckend, dass hier die Jugend doch so gerne in die Natur geht. Trotz des Andrangs ist der Gletscherblick sowohl vom Mirador als auch an der Laguna Témpanos fantastisch! Was uns aber fast mehr begeistert hat als der Gletscher (da haben wir jetzt schon einige gesehen) war der Weg durch den „kalten Regenwald“. Welch ein üppiges Grün, so viele verschiedene Farne und Moose. Vom Boden bis in die Baumkronen ist alles dicht überwuchert und zugewachsen.
Abends feuern wir den Schwedenofen an, bei Hüttenromantik und flackerndem Feuer denken wir an unsern Bollerofen in Freiburg. Anstatt Rotwein gibt’s den letzten Nierentee aus Almaty.

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Tag 15 Carretera Austral 24.02.2019
bis La Junta
Die ersten 25 km bis Puerto Puyuhuapi vergingen wie im Flug. Was so ein radfreier Tag bringt! Von Puyuhuapi waren wir aber enttäuscht. Der Ort, im Reiseführer als ein Pionierdorf wie aus dem Bilderbuch beschrieben, hat uns nicht vom Sockel gerissen. Eine Hand voll niedriger, holzverkleideter und -gedeckter Häuser verlieren sich am Nordufer des Fjords.
Für den Bildungsteil: Erst 1935 wurde die Siedlung am Ende des Ventisquero-Fjords von vier sudetendeutschen Junggesellen gegründet, die als Vorhut einer grö ßeren Gruppe von Auswanderwilligen kamen. Daher die witzigen Namen: Avenida Otto Übel, Casa Ludwig, Hoperdietzelbräu, Hostel Alemana.
Der Zweite Weltkrieg machte die Übersiedlungspläne zunichte; die vier Männer jedoch blieben, holten Arbeiter von der Insel Chiloé und bauten Farmen auf. Walter Hopperdietzel, gründete eine Teppichmanufaktur, die noch bis vor kurzem produziert hat. Auch das örtliche Bier trägt seinen Namen. Durch die Anbindung an die Carretera Austral hat sich Puyuhuapi von der Siedlerfarm zu einem „richtigen“ Dorf gemausert. Es gibt/gab einige adrette Hotels und Restaurants.
Danach hat uns für 20 km der Schotter wieder eingeholt, gottseidank aber in moderater Form. Die Regenschauer kamen heute irgendwie immer genau wenn ein passender Unterstand für Schutz sorgte. Herzlichen Dank an das Timing und die Buswartehäuschen.
In La Junta (der Name hat nichts mit der Militärdiktatur von Pinochet zu tun, unter der die Carretera Austral gebaut wurde sondern kommt vom Zusammenfluss zweier Flüsse) zelten wir zwischen lauter chilenischen Studenten an einem wilden Campingplatz am Rio Rosselot. Wir können hier einfach das Wasser aus den Flüssen zum Trinken und Kochen nehmen – was für ein Luxus, in vielen der Länder bisher unvorstellbar!

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Tag 16 Carretera Austral 25.02.2019
bis Villa Santa Lucía
Auf Teer und guter Straße sind wir heute im steten auf und ab am Rio Palena und Rio Frio entlang bis Santa Lucia geradelt. (so haben wir mal wieder 1000Hm gesammelt) Die Häuser unterwegs wurden immer netter und schmucke. Nicht mehr nur Behausungen sondern man legt Wert auf wohnlich und adrett. Hübsche Blumen wachsen vorm Haus.

Unser Ziel für heute der Ort Santa Lucia hat am 16.12.2017 eine schreckliche Katastrophe erlebt. Eine Schlammlawine hat das halbe Dorf verschüttet. 22 Menschen sind unter den Erdmassem begraben worden und umgekommen. Noch jetzt kann man die zerstörten Häuser sehen. Für jedes Opfer weht eine Chilefahne an der Unglücksstelle. Wir zelten im einzigen (der Zweite wurde von der Lawine total zerstört) etwas trostlosen Zeltplatz hier, der Vorteil ist, dass der gut sortierte Supermarkt direkt zum Zeltplatz gehört und dank der kurzen Wege das Abendessen mit viel Gemüse und Rotwein richtig üppig wurde. Fürs Müsli morgen haben wir Obst erstanden, welch unerwarteter Luxus.

Tag 17 Carretera Austral 26.02.2019
bis El Amarillo
Nach Santa Lucia gings steil nach oben und wir passierten die Stelle, an der die Schlammlawine die Carretera für 4km weggerissen, überrollt und zugeschüttet hatte. Beeindruckend und erschreckend was Naturgewalten anrichten können. Beim Mirador Yelcho haben wir spontan entschieden doch die Wanderung zum Mirador Ventisquero Yelcho zu machen. Von der Straße aus hat uns dieser Gletscher so angelacht. Diese Wanderung hat uns deutlich besser gefallen als die beim Ventisqero Colgante. Obwohl diese in jedem Reiseführer so hoch gelobt wird. Wir sind erst durch dichten Urwald gewandert, bis dann plötzlich der Hängegletscher zum Vorschein kam. Grandios! Und kaum andere Wanderer.
Richtung Amarillo kämpften wir mal wieder mit etwas Gegenwind. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen noch den 5 km (und knapp 200 Hm) Abstecher zu den Termas El Amarillo zu machen. In heißem Thermalwasser halb gar gekocht, konnten sich unsere Muskeln erholen. Wow, das war ein ausgefüllter Tag!

 

Tag 18 Carretera Austral 27.02.2019
bis Vulcano Chaiten und Zeltplatz am Rio Blanco
Das Aufstehen fällt uns bei Temperaturen etwas über Null schwer, im Schlafsack ist es deutlich angenehmer als draußen. Wir starten hier immer warm angezogen mit Stirnband und Handschuhen, mit der Sonne und am ersten Berg fängt dann das Entblättern an.
Heute geht es mit leichtem Rückenwind auf glattem Asphalt rasch nach Chaiten, genauer: ins neue Chaiten. Denn der alte Ort wurde 2008 beim Ausbruch des gleichnamigen Vulkans von einer Ascheschicht bedeckt und teilweise zerstört. Die Regierung hatte zuerst den Sitz der Provinzhauptstadt nach Futaleufu verlegt, diese Entscheidung aber rückgängig gemacht und den Ort 10 km weiter neu aufgebaut.
Wir decken uns mit Lebensmittel ein und radeln noch 20 km weiter in den Park Pumalin, um die Wanderung zum Kraterrand zu machen. Die Räder bleiben samt Gepäck unten stehen, nur die Wertsachen nehmen wir mit. Ob in Deutschland danach auch noch alles da wäre? Der Weg führt praktisch diretissima 600 Höhenmeter bergauf, war uns heute morgen noch kalt? Es geht durch dichtes Farn-Fuchsien-Nalca-Gestrüpp. Würden keine bleichen Baumstämme dazwischen stehen hätte man keinen Hinweis auf den Vulkanausbruch, die Natur hat sich in den letzten 10 Jahren schon viel zurück geholt. Oben dann kein Bewuchs mehr, nur noch Vulkanasche und dann der Blick in den Krater, in dem sich mittlerweile wieder ein sogenannter Dom, also ein Mini-Vulkankegel gebildet hat. An manchen Ecken sehen wir es noch rauchen, aber sonst gilt der Vulkan nicht mehr als aktiv. In der Ferne schimmert der Pazifik, klasse!
Nach dem steilen Abstieg baden wir im Bach und finden ein paar Kilometer weiter einen weiteren wilden Traumzeltplatz am Rio Blanco mit Blick auf den vergletscherten 2404 Meter hohen Vulkan Michinmahuida.

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Tag 19 Carretera Austral 28.02.2019
bis Hornopiren
Heute sind wir später gestartet. Unser Zelt war durch Kondenswasser super feucht und musste noch trocknen. Den Alerce Wanderweg mit ururalten Alerces auf dem Weg zum Fährhafen haben wir uns nicht nehmen lassen. Manche der Riesenbäume sollen über 3000 Jahre alt sein.


Für den Bildungsteil :
Die Patagonische Zypresse oder Alerce (Fitzroya cupressoides) ist nur im südlichen Chile (in der Región de los Lagos) und in Argentinien (Provinzen Chubut, Neuquén und Río Negro) heimisch. Als eine von nur zwei Baumarten ist sie im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet, der internationale Handel mit der Alerce ist deshalb kategorisch verboten.
Der immergrüner Baum kann Wuchshöhen von etwa 45 bis 50 m sowie Stammdurchmesser 3 bis zu 5 m erreichen und ein sehr hohes Lebensalter erreichen. Die älteste Patagonische Zypresse konnte auf ein Lebensalter von 3600 Jahren datiert werden. Die Borke ist rötlich- bis dunkelbraun und tief rissig.
In den Nationalparks gibts keine geteerten Straßen, für uns bedeutet das, wieder auf Schotterpiste unterwegs zu sein.
Schon wieder war der Grader am Werk und wir mussten uns ganz schön abmühen, um pünktlich zur Abfahrt der Fähre in Caleta Gonzalo zu sein.
Fast punktgenau kommen wir an der Fähre an und dürfen als Letzte auf’s Schiff. Unsere Räder werden auf irgendeinen Pickup geladen, für das 10 km lange Zwischenstück sollen wir nicht radeln sondern im Bus mitfahren. Zeitlich könnte es bis zur Anschlussfähre nach Hornopiren zu knapp werden, wenn wir selber treppeln. Auch recht! Unsre Räder können wir auf der Fähre beim hilfsbereiten Pickupfahrer abholen.
Die zweite Fährfahrt dauert 3,5 h und wir erreichen den Ort Hornopiren erst spät. Die Fähren sind wieder Teil des Straßennetzes und staatlich bezuschusst. So zahlen wir für beide Fähren und die Busfahrt dazwischen jeder nur 5600 Pesos. Das sind umgerechnet ca 7,50€. Eine angenehme Art um von A nach B zu kommen.

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die Fähre nach Hornopiren

In Hornopiren hängen die Wolken tief und es tröpfelt. Wir entscheiden gegen Campingplatz und suchen ein Hospedaje. Im Hospedaje Barcelo kommen wir günstig unter. Und nun muss was zu essen her,  wir hatten völlig vergessen Essen zu organisieren und haben durch Fähre etc. nun den ganzen Tag nichts im Magen. In einem kleinen Restaurant bekommen wir ein Steak mit Kartoffeln und bestellen gleich noch eine Portion Eintopf dazu. Radler sind immer hungrig! Und mal keine keine Nudeln!
Es schüttet die ganze Nacht und wieder sind wir froh ein festes Dach überm Kopf zu haben!
Die Wetterprognosen sagen für die ganze nächste Woche viel Regen voraus, mal sehen, was das für unsere Reiseplanung bedeutet.

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Cerro Castillo Treck 

Tag 8 Carretera Austral 11.02.2019
Bis Traumzeltplatz bei km 56 am Rio Murta

Nachdem uns andere Radfahrer Schauergeschichten übier den Straßenzustand bis Villa Cerro Castillo erzählt hatten waren wir auf das Schlimmste gefasst (ein Amerikaner berichtete er wäre heulend am Straßenrand gesessen). Die Kilometer heute würde ich aber als verträglichen Schotter beschreiben. Die Beschreibungen von anderen sind immer sehr subjektiv, so richtig drauf verlassen kann man sich nicht. Mal sehen was uns morgen erwartet.
Erst verlief die Piste noch einige Zeit am Lago General Carrera (auch hier mit so viel Blautönen, kaum zu beschreiben, wunderschön!), dann am Rio Murta entlang. Die Berge werden höher und steiler, fast ein wenig erinnerts an die Schweiz. Wir beschlossen diese wundervolle Umgebung mit mäanderndem türkisfarbenem Fluss, Panorama auf schneebedeckte Berge und Gletscher und viel Grün noch etwas auszukosten und nicht noch bis zum Pass zu radeln. Hier ist es einfach zu schön!!! Wir schlagen früh unser Zelt auf und freuen uns, dass wir so viel Zeit und den Luxus haben dort zu bleiben wo es uns gefällt!

 

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Tag 9 Carretera Austral 12.02.2019
bis Villa Cerro Castillo

Die Prophezeiung der ultraschlechten Straße ist gottseidank auch heute nicht eingetroffen. Wir mussten nur einen Anstieg im weichen Schotter schieben, der Rest war moderat. Auch heute beschenkte uns die Landschaft wieder: Die Flüsse und Seen wechseln von türkis zu tiefblau, dann wieder radeln wir durch dichten grünen „Urwald“ und Vogelgezwitscher begleitet uns über Kilometer. Und schon 10 km früher als erwartet begann der Beton. Was für ein Fahrgefühl, wenn das Rad mal rollt und nicht hüpft 😉. Ab Cerro Castillo verläuft die Carretera nun auf Asphalt.
Der kleine Ort ist total überschwemmt von chilenischen Studenten. Die Uni fängt im März wieder an, dann solls ruhiger werden. Erst im dritten Zeltplatz werden wir fündig. Hier können wir auch gegen etwas Geld (2000 Pesos pauschal) die Räder stehen lassen. Morgen starten wir zum vier tägigen Cerro Castillo Treck. Auch hier hat sich wohl die Gebühr (jetzt 23000 Pesos pro Person) seit letztem Jahr verdoppelt.
Für die Wanderung musste hier Proviant besorgt werden, dazu waren wir in vier Läden. Der erste hatte keine Haferflocken aber Milchpulver, im zweiten gabs Müsli aber immer noch fehlten Nudeln und Sauce usw. Das so ein kleiner Ort so viele Läden hat,😉aber irgendwie haben wir dann doch alles bekommen. Cerro Castillo ist ein kleines verschlafenes Nest, aber hat 8 Zeltplätze. Und unser Zeltplatz war pickepacke voll. Wir haben ausgerechnet dass es wahrscheinlich mehr Zeltübernachter als Einwohner hat.😉😉

 

13.02.2019 Cerro Castillo Treck
1. Etappe Las Horquetas – Campamento Turbio
16 km, 400 Hm, 5 h
Früh morgens (6:00) bimmelt der Wecker, wir wollen um 7:20 den Bus Richtung Coyhaique nehmen. Nachdem der Busfahrer erst uns und dann einige Fahrgäste quasi an der Haustüre abgeholt hatte, konnte es losgehen. In der Kurve bei Las Horquetas wurden wir rausgelassen und erreichten auch schon bald das Rangerzelt, wo wir die Eintrittsgebühr von 23500 pro Person zahlen mussten. Neben einigen Belehrungen (kein Feuer machen, Müll mitnehmen…) bekamen wir auch hilfreiche Informationen zu Wasser, Wetter etc.

Karte Cerro Castillo Treck.jpg

Karte Cerro Castillo Treck

Der Weg führte sehr bequem in einem Flusstal entlang durch dichten Märchenwald. Wenn einer der Bäume mit uns gesprochen hätte, hätten wir uns nicht gewundert. Schon früh sieht man den Cerro Castillo, spitzer Felszacken mit Gletscherfeldern. Für die angekündigten Flussquerungen (3 Stück) hatten wir die Teva-Sandalen eingepackt. Da der Weg super zu laufen war, haben wir die Wanderschuhe dann gar nicht mehr angezogen. Am Rangerhäuschen beim Camp Segundo nach 13 km bat uns der nette junge Mann das Parkticket sehen zu dürfen. Claro, das ist im Geldbeutel in meiner Deckeltasche. Aber leider war kein Geldbeutel da. SchockschwereNot, den scheine ich unterwegs verloren zu haben. Sie glauben uns aber dass wir heute morgen bezahlt haben und wir dürfen weiter gehen. Gottlob war nur etwas Geld und sonst nichts wichtiges im Geldbeutel. Den ganzen Tag umschwärmen uns Pferdebremsen und Leichen säumen unsren Weg. Diese Viecher sind ätzend! Auch beim Kochen erlegen wir ständig die „tavanos“ – ein gelbgrüner Fink hüpft daher und vervespert geschickt die plattgeschlagenen Insekten, nur die Flügel bleiben übrig. Des einen Leid, des andren Freud…
Das Camp Turbio liegt unter hohen Bäumen angenehm schattig am Rio Turbio. Gegenüber ragen die spitzen Felszacken des Cerro El Turbio und des Cerro Castillo Massives nach oben. Wir finden ein Plätzchen mit Tisch daneben und schlürfen einen Nachmittagskaffee. Später kommen vier junge Chilenen und winken mit meinem Geldbeutel. Den hatte ich unten direkt am Eingang bei den Parkwächtern aus der Hand gelegt, um Ihnen Übungen für ihren selbstgebastelten Schlingentrainer zu zeigen (der Beruf verläßt einen nie!). Jep, Tag gerettet!

 

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14.02.2019 Cerro Castillo Treck
2. Etappe Campamento La Tetera
12 km, 885 Hm, 5,5 h
Unser heutiger Weg zog sich erst am Fluss entlang, durch Wald und dann über ein Geröllfeld nach oben zum El Penon Pass. Dort mussten wir im Auf- und Abstieg 2 Schneefelder queren. Auch wenn wir beim Radeln manchmal über das Gewicht unsrer Wanderschuhe geschimpft hatten, heute waren wir froh sie dabei zu haben! Anschließend gings sehr steil einen Schotter/ Geröllhang nach unten. Die gelben Metallmarkierungen und Steinmännchen zeigen den Pfad. Immer wieder genießen wir den tollen Ausblick auf Hängegletscher, Wasserfälle und Bergspitzen. Wir wandern durch einen Zauberwald voller Baumflechten. Man kann sich kaum satt sehen!
Mira kommt uns entgegen, eine der zwei wilden Finninen, die wir seit dem Torres del Paine Nationalpark immer wieder treffen. Kurz vor dem Ende der Holperstrecke sind bei ihrem Vorderrad gleich mehrere Speichen gerissen. Jetzt muss sie die 100 km in den nächsten Ort trampen und schauen, ob sie es repariert bekommt. Aber vorher muss sie wie wir auch die Wanderung am Cerro Castillo machen, nur in die andere Richtung. Die zweite wilde Finnin Sofia radelt derweil die Strecke nach Coyhaique.
Die beiden berichten in einem Blog für die Tageszeitung ihres Ortes – wir werden “ als das ÄLTERE deutsche Ehepaar“ erwähnt, das sie immer wieder motiviert weiter zu radeln und nicht an einem Ort hängen zu bleiben. Sofia hatte ja ihren Eltern schon ein Foto von uns gemailt, dass man sogar in unserem hohen Alter noch so sportlich unterwegs sein kann – sehr nett, diese Finninen!
Am neuen Camp Bosque marschieren wir vorbei, unser Ziel liegt näher an der Laguna Cerro Castillo und wir haben erst 12:00 Uhr. Am Camp Tetera bauen wir schnell unser Zelt auf, gute Plätze sind hier rar und wir haben etliche Wanderer hinter uns. Heute kamen wir früh los und zügig voran. Mit leichtem Gepäck geht’s nun zur Laguna, wow, türkis liegt sie vor uns, dahinter die schwarze große Wand des Cerro Castillo. Er hat seinen Namen zu Recht, wie eine Trutzburg ragt er in den Himmel. Wellen plätschern leise, der Wasserfall rauscht und vor uns dieses Farbenspiel. Das ist ein echt magischer Moment.
Nach zwei Stunden Lagunenschauen waren wir reif für einen Nachmittagskaffee.

15.02.2019 Cerro Castillo Treck
3. Etappe Campamento Neozelandes + Ausflug zur Laguna Duff
10,5km (+5,2km), 750Hm (+420Hm), 4,5h (+1,45h)
Etliche Strecken des Weges verliefen heute über verblocktes Gelände und Schotter. Erst an der Laguna Castillo vorbei und dann zum Pass Morro Negro nach oben. Von dort öffnete sich der Blick auf Cerro Castillo tief unten und auf den Lago General Carrera in der Ferne, der auch so noch türkis leuchtete. Dann 800 Hm grobe Steine steil nach unten. Wieder waren wir so froh über unsere stabilen Wanderschuhe! Zum Campamento Neozelandes zog der Pfad gemütlich die 300 Hm durch den Wald nach oben. Hier schnell Zelt aufgebaut, Kaffee und Kekse verschlungen und dann hoch zur Laguna Duff. Sie ist fast noch schöner als die Laguna Castillo, intensives Grün, darüber das Weiß der Gletscher und oben der blaue Himmel. Geniale Voraussetzungen für ein kurzes Bad im kalten Nass und in der Sonne. 1 Stunde hatten wir diesen genialen Platz sogar ganz für uns alleine.
Der Hunger hat uns dann am frühen Abend wieder ins Camp gelockt, sonst würden wir da vielleicht noch immer sitzen 😀. Heute gibts Travellunch (Linsen mit Speck), Katrin hatte es zuviel und uns überlassen.

 

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16.02.2019 Cerro Castillo Treck
4. Etappe zurück nach Cerro Castillo
14,5km, 150Hm, 965 Tiefenmeter, 4,5h
Heute ging’s fast nur bergab! Die ersten 7 km führten durch wunderschönen Nothofaguswald. Am Parkein/ausgang mussten wir uns wieder brav in ihr Registrierbuch eintragen. Nicht dass da noch jemand verloren geht😉
Und dann zogen sich die letzten 7-8 km auf Schotterstraße und praller Sonne. In Villa Cerro Castillo werden wir nochmal eine Nacht auf dem Zeltplatz bleiben, Wäsche durchwaschen, die Räder wieder bepacken, uns wieder aufhübschen …
Ach ja und natürlich einen guten Kaffee trinken😀
Abends saßen wir mit 8 chilenischen Studenten, einer Französin und einem Italiener, die wir alle auf dem Treck getroffen und die nun zufällig auch in Casillo den gleichen Zeltplatz angesteuert hatten, gemütlich im Küchenzelt zusammen. Die Jungs hatten sich eine Erdbeerbowle gemixt und feierten ihre überstandene Wanderung. Für drei von Ihnen war diese 4 Tages Tour die erste Rucksackwanderung mit Zelt und allem Gerödel. Und sie meinten sie wären fix und alle. Wir blieben lieber bei unserem Rotwein, Radfahren mit Kopfschmerzen ist nicht so prickelnd 😉. Die Jungs packten ein spanisches Kartenspiel „Dixit“ aus und später Spielkarten, und dann haben wir gezockt. Verständigung auf spanisch, englisch und französisch – Genial!!

Tag 10 Carretera Austral 17.02.2019
bis Rio Blanco
Hinter Villa Cerro Castillo ging’s erstmal 800 Hm in Serpentinen nach oben. Tja jetzt ist der Schotter rum, da muss ne andere Challenge her.😉 Aber erstaunlich wie gut die Höhenmeter auf Asphalt gehen. Wir genießen das ruhige Rollen und können sogar während des träppelns in die Landschaft schauen. Auf Schotter musste der Blick immer auf der Straße bleiben! Es geht lange an einem malerischen Fluß entlang. Bei der ersten großen Abfahrt beginnt mein Leerlauf zu spinnen. Fast gleichzeitig startet der große Ventilator und heftige Windstöße rütteln uns schütteln uns heftig. Johannes baut mein Hinterrad aus und inspiziert den Leerlauf. Diagnose: Leerlauf irreparabel defekt, da muss ein neuer her. Wir beschließen nach Coyhaique zu trampen und dort das Ersatzteil zu besorgen. Aber wie es immer so ist, diesesmal hatten wir kein Glück, kein passendes Auto kommt vorbei. Johannes baut das Rad wieder ein und wir tauschen die Räder. Heißt: nix Freilauf sondern auch bergab ständig treten. Aber das war schlussendlich nicht mehr nötig, denn der Wind wurde so heftig, dass wir eh auch bergab treten mussten. Bei km 61 in Rio Bianco beschlossen wir den einzigen Laden des Ortes zu plündern und den in iOverlander beschriebenen Zeltplatz aufzusuchen und uns nicht noch die restlichen 35 km nach Coyhaique zu quälen. Der Platz bot ein windgeschütztes Plätzchen auf Gras an einem Fluß. Was will man mehr!
Und wieder mal hieß es: Kaffee und Kekse gut, alles gut!

 

Tag 11 Carretera Austral 18.02.2019
bis Coyhaique
Diesesmal lag der Wetterbericht goldrichtig, nach Mitternacht begann es zu regnen und um 7:00 hörte es wieder auf. So machte wir uns im Trockenen aber mit enormen Wind auf Richtung Bikeshop Coyhaique. Dort sind wir direkt gegenüber dem Radladen im Mente Nomade Hostel untergekommen. Um uns herum nur sehr junge Backpacker.

 

Ersatzteil gibt’s hier leider nicht, jetzt wird versucht den Freilauf auseinanderzunehmen. Aber auch das geht nicht so richtig. Es hat aber noch einen Radladen hier im Ort. Zu dem machen wir uns mit dem ausgebauten Rad auf. Passendes Werkzeug nicht da, bitte in einer Stunde wiederkommen.

Aber, als Johannes nach der Stunde wieder vorbeischaut geht alles ganz schnell. Werkzeug da, Ersatzteil da und Rad läuft nun wieder wie geschmiert!

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Fifty shades of blue

Tag 6 Carretera Austral 07.02.2019
Kurz vor Puerto Bertrand am Rio Baker

Viele, viele Höhenmeter auf schlechter Piste galt es heute zu träppeln. Aber der geniale Ausblick auf den Rio Baker zu unsrer Linken hat uns die Anstrengung (fast😉) vergessen lassen. Seine Farbe ist magisch: erst türkis und dann vor dem Zusammenfluss mit dem Rio Neff ultrablau!! Die 15 minütige Wanderung zum Zusammenfluss hat sich gelohnt. Echt beeindruckend welch riesen Wassermassen sich dort hinunterwälzen, laut Reiseführer 10 mal so viel wie die Themse!
Bei einem Schild Coffee and Dulce konnte ich dann nachmittags nicht vorbei radeln. Ein junges Pärchen hat das Restaurant erst vor zwei Wochen eröffnet. Es ist gemütlich eingerichtet und hat vor allem eine Terrasse zum Fluss. Gigantisch! Der Kaffee Cortado und Cappuccino mit Kuchen haben unsere Lebensgeister wieder geweckt. Mmmhhmmm!!!
Etwas tricky war es, den in iOverlander als wunderschön am Fluss gelegen beschriebenen, wilden Zeltplatz zu finden. Dafür gabs dann aber zur Belohnung blaues Wasser und Wiese fürs Zelt. Heute hats uns wieder mega eingestaubt und das eiskalte Wasser war eine Wohltat. Frisch gewaschen mit einer Tasse Kaffee in der Sonne am Rio Baker sitzend, genießen wir die wohlverdiente Pause.

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Dam or not Dam: Chile hat einen riesigen Energiebedarf. Die Bergbauindustrie (viel Kupfer, das nach China geht) benötigt immens viel Strom. Und auch die Bevölkerung verbraucht zunehmend mehr. So gibt es von 2 großen Chilenischen Stromfirmem die Pläne die Wassermassen des Rio Baker zu nutzen und hier 5 Staudämme zu bauen. Umweltinitiativen und Bürger liefen Sturm. Auch der Gründer von Esprit und The North Face, der Milliardär und Ökoaktivist Dough Thompson, stellte sich gegen das Vorhaben. Es gab langanhaltende Proteste, die alte Regierung hat das Projekt dann 2011 gegen alle Gegenwehr genehmigt. Der Umweltminister unter der neuen Regierung hat die Genehmigung 2014 nun erstmal ruhen lassen. Man kann gespannt sein!

Tag 7 Carretera Austral
08.02.2019 bis Puerto RioTranquilo

Auch heute radeln wir wieder zu dritt. Katrin scheint sich nicht daran zu stören mit uns „Alten“ unterwegs zu sein.
Blauer Himmel, Sonne satt, aber die Temperaturen gehen etwas zurück. Morgens beim losfahren ist es noch sehr frisch und erst beim ersten Berg fallen die Hüllen. Nach einem kurzen Abstecher ins Örtchen Puerto Bertrand (ein sehr malerisches kleines verschlafenes Nest) , um Brot zu kaufen (die Läden haben noch geschlossen aber ein Restaurant verkauft uns frisch gebackenes Brot) gehts sofort in die Vollen, steil zieht der erste Berg nach oben. Auch heute werden es wieder 1000 Hm und deutlich mehr Kilometer. Der Lago Bertrand bietet ein wunderschönes Panorama für ein “ Familienbild“. Eine Amerikanerin meinte, das wäre ja super, mit Tochter unterwegs. Seit langem bläst uns der Wind mal wieder stark von vorne entgegen. Kampf! Und dann lag er endlich vor uns, der größte See Chiles und nach dem Titicacasee der zweitgrößte See Südamerikas, der Lago General Carrera. Seine Farbe ist unbeschreiblich schön!! Man kann bei dem Gehoppel gar nicht richtig schauen, voller Konzentration stieren wir auf den Weg. Wenn doch nur die Straße etwas besser wäre. Heute morgen hatte alles so gut begonnen, ca.10 km feinste Piste, wir hatten uns schon so gefreut. So konnte Radfahren also auch gehen. Aber dann.. Wir passierten mal wieder einen Grader – die Piste wurde deshalb aber nicht besser. Irgendwann änderte die Carretera die Richtung und nun wurden wir wenigstens etwas von hinten unterstützt! Herzlichen Dank an den Wind. Wir sahen den ganzen Tag die Rauchschwaden eines Waldbrandes. 12 km vor dem Ort standen wir Drei vor einer Straßensperre, der Soldat erklärte uns, dass wegen des Feuers die Durchfahrt immer nur abwechselnd in einer Richtung möglich sei und Radfahren gar nicht erlaubt wäre. Wir sollten uns einen Pickup suchen, der uns mitnimmt. Katrin schaffte es gleich bei der ersten Fuhre, wir musssten etwas länger warten, wurden dann aber bis zum Ort mitgenommen.

Nachdem wir alle Hostels, Hospedajes etc. abgeklappert haben und alles schon belegt war, sind wir mit einem Minihüttchen am Zeltplatz fündig geworden. Super basic aber ein Dach über dem Kopf.
Erst im dritten Supermarkt schafften wir es Nudeln zu finden. Ich war langsam richtig nöhlig, wenn ich hungrig bin, habe ich miese Laune. Da half nur ein Empanada auf die Hand, zum Überbrücken 😉😉
Die Preise für Zimmer und Lebensmittel sind total überzogen. Hier wird den vielen Touristen, die alle den See und die Marmorhöhlen besuchen wollen, das Geld aus der Tasche gezogen.
Der Wind hatte sich zu einem rechten Sturm entwickelt, gut nicht im Zelt schlafen zu müssen. Eigentlich wäre Pause nötig und angesichts des heftigen Windes ist radeln auch nicht so prickelnd. Der Ort selbst gefällt uns gar nicht! Tranquilo ist hier gar nichts. Mal abwarten was morgen bringt!

09.02.2019 Pausentag in Puerto Tranquilo
Der Wind bläst zu stark, alle Bootstouren zu den Höhlen sind für heute abgesagt. Wir haben viel Zeit zum Nixtun, was andres geht hier auch nicht. Kein malerisches Café, kein netter Platz zum Verweilen (auf der Straße bläst es einem den Sand nur so um die Ohren), Mist! Jetzt wäre ein gutes Buch genau das Richtige. Leider hatte ich mich zuhause gegen mein tolino entschieden. Wir versuchen etwas an unsrem „familyurlaub“ für Mai zu basteln. Unsere Jungs werden nach Südamerika kommen und gemeinsam mit uns durch Bolivien und Peru tingeln. Aber hier unten ist das Internet so schlecht!
Immer noch kreist der Löschheli überm Dorf. Der Wind facht das Feuer im Wald immer wieder an. Viel Arbeit für die Bomberos (Feuerwehrleute). Laut Infos von Chilenischen Studenten scheint es hier gerade an drei Stellen zu brennen.
Nachmittags schlendern wir etwas durchs Dorf, schlürfen einen Milchkaffee an einem Straßenstand (unsere Frenchpress hat nach 4 Monaten nun den Geist aufgegeben, das Glas hat die Carretera nicht überlebt – oh weh, wie sollen wir das nun ohne das schwarze Lebenselexir durchstehen😂) und kaufen beim Gemüsehändler an der Straße Frischzeugs. Mal Vitamine anstatt leere Kohlenhydrate! Für morgen haben wir die 3 Stunden Tour zu den Marmorhöhlen von hier und Puerto Sanchez gebucht. Wind sei uns gnädig und lass wenigstens diese Tour stattfinden!! 🙏

10.02.2019 zweiter Pausentag in Puerto Tranquilo
Unser Wecker bimmelt um 6:30, die Bootstour startet um 7:00, da ist der See noch ruhiger. Nachdem wir 10 Passagiere mit Schwimmwesten versorgt waren, startete der Trip im Uhrzeigersinn, erst zu den Höhlen von Puerto Sanchez, dann zu den Höhlen und der Marmorkathedrale von Puerto Tranquilo. Wir haben einiges über Flora, Fauna, Land und Leute gelernt und viiiiiel gesehen. Es hat sich voll gelohnt!
Vorsicht Bildungsteil! Der Lago General Carrera befindet sich am Übergang vom immergrünen Laubwald im Westen (Pazifik) zur argentinischen Steppe. Zu den ständig grün aussehenden Wäldern, durch die wir seit Beginn der Carretera Austral in O’Higgins geradelt sind, kommen hier Laubwälder, die sich im Herbst rot verfärben und die Blätter abwerfen. Die Gegend wurde um 1940 besiedelt, weil man hier Blei, Zink und Kupfer abbaute. In den Minen von Puerto Sanchez und Puerto Cristal waren bis zu 900 Bergbauarbeiter beschäftigt, damals kamen rund 30 % der chilenischen Kupferproduktion von hier. Die Minen sind lange stillgelegt, aber wie so oft gibt es auch hier Probleme mit schwermetallbelastetem Abraum.

Was würde dieses Nest ohne seine Marmorhöhlen tun. Sie locken jeden Tag hunderte von Touristen hierher, die Hostels sind ausgebucht, die Touren brummen und der Chilenische Peso rollt. Wenigstens für einige Monate, dann fällt der Ort wieder in seinen Winterschlaf, bis die ersten Touristen ihn wieder wachküssen.

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Wir klappern etliche Supermärkte ab, denn nach drei Stunden Ausflug ist nun Frühstück angesagt. Alles geschlossen, ach ja es ist Sonntag und vor 11:00 geht garn nichts. Aber wir werden doch fündig und genießen frische Brötchen mit Manjar (Dulce de leche creme, besteht hauptsächlich aus Zucker und Milch – muss man probieren!). Den Rest vom Tag wird Wäsche gewaschen, Räder versorgt und gefaulenzt, erst morgen geht’s wieder weiter. Unsere Beine brauchen Pause und der Kopf Zeit zum verarbeiten.

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Der Süden der Carretera Austral 

29.01.2019 El Chalten – Punta Norte am Lago Desierto
Aus Respekt (oder Angst😉) vor dem angekündigten Nachmittagswind starten wir sehr sehr früh! Frühstück 6:30, Abfahrt 7:15
Die Schotterstraße war dann doch gar nicht so schlimm (sie wurde uns als das schlechteste Stück der Carretera angekündigt), der Wind war zahm und die Regen- und Graupelschauer nur mäßig – ich hätte heute Nacht gar nicht so schlecht schlafen müssen! Und dann waren wir viel zu früh an der Fähre. Was um alles sollen wir von 10:30 – 16:30 nur hier machen. Kein Unterstand, kein Restaurant zum Aufwärmen. Unter dem Vordach der Gandarmerie haben wir gevespert, dann mussten wir zum Aufwärmen eine Runde spazieren gehen, den Regenschauer saßen wir in der kleinen Kapelle aus und immer noch war sooo viel Zeit übrig. Wir quatschten mit deutschen Touristen, liefen wieder eine Runde und trafen die beiden finnischen Radlerinnen von Torres del Paine wieder. Sie haben das gleiche Ziel heute und morgen.
Völlig durchgefroren konnten wir dann endlich alle aufs Boot und dort ins etwas Wärmere. Am Punta Norte gabs einen netten Platz, teils unter Bäumen, teils im Grünen zum kostenlos Zelten. Schnell fanden alle ein Plätzchen für ihr Zelt. Mira konnten wir mit frischem Kaffee eine große Freude bereiten. Da unser Zelt mehr Platz bietet saßen wir fröhlich quatschend mit den beiden Finninen und einem Belgier hier bei uns im Zelt. Da wirds auch gleich wärmer! Alle gingen dann aber früh schlafen, es ist doch zu kalt. Die Schneefallgrenze ist nur knapp über unserer Schlafwiese.

30.01.2019 Punta Norte – Candelario Mansilla
Wir hatten beschlossen diesen Weg zu wählen, da er uns über 300 km Fahrt durch Argentinische Pampa und Wind erspart. Vom Lago Desierto führt unser Weg nun also auf einem schmalen Wanderpfad zur Chilenischen Grenze. Wir wussten, dass wir hier unsere Räder schieben müssen und haben alle schweren Sachen in den Rucksack umgepackt um die Räder fürs Schieben leichter zu machen. Das ging auch voll auf! Die 6 km Schiebestrecke war zwar matschig aber gut machbar, viel besser als befürchtet. Ab der Chilenischen Grenze ging der Pfad in eine Schotterstraße über und war gut befahrbar. Beim Blick zurück am Mirador Fitz Roy konnten wir leider nur den See und viele Wolken sehen. Dafür wurden wir kurze Zeit später mit einem traumhaften Blick auf den Lago O’Higgins belohnt. Wir mussten hier eine Zwischenübernachtung einlegen, unsere Fähre für den Ausflug zum O’Higgins Gletscher sollte erst am Tag darauf fahren. Die anderen Wanderer und Biker wollten aber alle die Abendfähre um 17.00 nehmen. Welch Schreck, als die Fähre endlich verspätet ankam, meinte der Kapitän völlig überrascht: soviel hätte er nicht erwartet, sein Schiff wäre voll und er könnte niemanden mitnehmen. Alle hatten im Büro der Fährgesellschaft ein Ticket gekauft, da schien was mächtig schief gegangen zu sein. Man versprach in 2 Stunden Ersatz zu schicken. Die Armen, noch so lange warten, bei 7 Grad waren sie eh alle schon durchgefroren. Da half auch der frischgebrühte Kaffee nix. Unsere Frenchpress ist gerade oft im Einsatz😉 Mira aus Finnland und Eric ( Franzose und Förster, lebt aber jetzt in Costa Rica) waren dankbare Abnehmer. Die Gespräche bei einer Tasse Kaffee möchte ich nicht missen!
Johannes: Und wir hatten dann unser Zelt auf einem Schotterplatz nahe des Anlegers aufgebaut, weil wir keine 15 Euro für einen Flecken Gras bei der nahegelegenen Estancia zahlen wollten. Aber da hatten wir die Rechnung ohne die örtliche Gendarmerie gemacht! Nein, hier nicht! Sofort das bereits aufgebaute Zelt abbauen! Argumentieren und verhandeln half nichts, alles wieder einpacken und schlussendlich doch die stolze Rasenmiete zahlen. Wie einfach war das wilde Zelten in Zentralasien gewesen! Birgit: Für die 15,-€ wurde dann aber der Holzboiler fürs Duschwasser geschürt und der Holzofen im Schuppen bollerte, so dass wir im Trockenen dort kochen konnten. Die heiße Dusche mit Blick auf den Lago O’Higgins ist eigentlich unbezahlbar, da sind wir vielleicht noch gut weggekommen 😀😀. Die Lage des Zeltplatzes ist der Wahnsinn, eine super Aussicht beim Zelten!

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31.01.2019 Candelarrio Mansilla kurz vor Villa O’Higgins
Da die Fähre erst 11.30 fahren sollte, konnten wir ausschlafen und in Ruhe die Räder vom Schlamm des gestrigen Trails säubern. War auch dringend nötig!
Am Schiffsanleger legte nur ein kleines Boot an. „Nein das kann nicht unsres sein?!“ Da wurden dann aber Räder ausgeladen und es stiegen wütende Radler und Wanderer aus. Was war los? Mona und Sandro, die wir schon in Puerto Montt im Hostel getroffen hatten, war auch darunter. Nach vielem „Hallo“ und „Na,wie wars bei euch,…“ konnten sie uns weiterhelfen: „Die Robinson Cruso hat einen Motorschaden und fährt heute nicht.“ Auch sie hatten die teure Fahrt zum Gletscher gebucht und wurden jetzt von diesem Ersatzboot hierher gebracht. Ausflug futsch und ob sie ihr Geld wieder sehen wissen sie nicht, Laune echt mies! Für uns bedeutete das, bis zum späten Nachmittag warten und hoffen, dass der Motorschaden behoben werden kann. Wenn nein, keine Ahnung. Wir müssen nun ausharren und hoffen, dass die Sonne und der Wind uns das Warten angenehm machen. Von der Fährgesellschaft kam keine Info! Was für eine miese Orga! Gestern überbucht, heute nun das. In O’Higgins werden wir schauen ob wir unser Geld wieder bekommen oder den Ausflug auf übermorgen umbuchen können. Was bin ich geladen!!!!!
Die Zwischenübernachtung hätten wir uns sparen können. Einen Tag sinnlos rumsitzen, da bin ich echt schlecht drin.
Johannes überbrückte das Warten und putzte seelenruhig seine Kette. Grrrrr! Wie kann er nur so ruhig sein? Ich könnte die Wand hochgehen!!!!!
Ein bisschen nutzten wir die Zeit dann doch noch um am See entlang zu wandern, immer darauf achtend ob unsere Fähre in Sichtweite kommt. Aber weit und breit war nichts zu sehen. Das Ende vom Lied war, die Fähre war immer noch „out of order“, und das kleine Boot ist wieder eingesprungen und hat alle Wartenden mitgenommen. Die Überfahrt war etwas ruppig. Der Bug ist ordentlich aufs Wasser gedonnert. Mehr Wind und Wellen hätte ich nicht haben wollen.
Kurz vor Villa O’Higgins konnten wir genau gegenüber des Startpunkts der Miradorwanderung am Rio Mayer unser Zelt aufschlagen. Johannes Erkältung ist nun bei mir aufgeschlagen, die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf brummt etwas. Nach einer heißen Tasse Tee mit Honig haue ich mich in den Schlafsack.

01.02.2019 Villa O’Higgins
Die Nase lief immer noch, aber mir gings soweit o.k. Nach der Wanderung zum Mirador Glaciares Mosco Huemul radelten wir ins Städtle und versuchten unser Glück beim Büro der Fährgesellschaft Robinson Cruso. Zwei ihrer drei Fährboote seien defekt. Das kleine fährt eh nicht zum Gletscher und wegen schlechten Wetters morgen gar nicht.
Nix mit Gletschertour, schade! Das Geld für unsre ausgefallene Tour wurde uns aber anstandslos zurück erstattet. Aber ein „Entschuldigung für die Umstände“ gabs nicht. Diese Fährlinie können wir absolut nicht empfehlen!! Laut anderen Touristen soll es noch eine zweite Gesellschaft geben, die den Gletscher auch anfährt und der Service viel besser sein. Dazu haben wir aber nichts gefunden. Auch der allseits empfohlene Zeltplatz De Mosco hatte seine Preise im letzten Jahr fast verdoppelt ohne den Service zu verändern. Darum wählten wir den Zeltplatz Los Nieres gegenüber: nette Plätze unter Bäumen für weniger Geld. Super zum Wäscheleine spannen, denn es ist mal wieder ein Waschtag fällig. Der Tourismus ist hier voll angekommen und in dem Maße schrauben sich die Preise in die Höhe. Aber wer will den Menschen hier das verdenken, die Wirtschaft schwächelt und der Tourismus ist da wenigstens eine sichere Einnahmequelle. Das Thema „Korruption und Wirtschaftskrise in Lateinamerika“ schafft es regelmäßig auch in deutsche Zeitungen
Hier in Villa O’Higgins mussten wir uns mit Lebensmitteln für die nächsten vier Tage bis Cochrane eindecken. Nach dem „anstrengenden“Großeinkauf war ein guter Kaffee bitter nötig. Lebensmittellieferungen kommen hier in diese Sackgasse nur alle selten , dementsprechend sind Preise hoch und Angebot mäßig.

Tag 1 Carretera Austral
02.02.2019 Villa O’Higgins – Blockhütte bei Kilometer 56
Da die Erkältung mich immer noch sehr plagt, wollen wir heute langsamer machen und nur bis zur in “ iOverlander“ empfohlenen Hütte. Die Carretera Austral verwöhnt uns mit tollen Ausblicken auf wunderschöne Seen und diverse Gletscher, Wasserfälle rauschen in die Tiefe, Vögel zwitschern, so schön! Im steten Auf und Ab kommen wir gut voran. Der Gegenwind, der ab Mittag einsetzt wird sicher nicht mein Freund! Immer wieder kommen uns Radler entgegen, die Mehrzahl der Carretera Radler fährt in Nord- Süd Richtung.
Die kleine Hütte, unser heutiges Ziel, liegt idyllisch an einem Moorsee. Bei Regen und Wind eine toller Schutz, mit einfachen Schlafplätzen und Möglichkeit Feuer zu machen. Wir haben strahlend blauen Himmel und sitzen lieber draußen und ziehen unser Zelt zum Schlafen vor. Johannes holte an der 1 km entfernten Quelle Wasser, und bringt Alessandra, eine italienische Radlerin mit. Sie beschließt die Nacht auch hier zu bleiben. Zu dritt genießen wir Kaffee und dieses Idyll hier – was für ein schönes Fleckchen Erde. Sie überlässt uns ihren Carretera Travelguide – ab jetzt haben wir abends was zu lesen!
Für heute und die nächsten zwei Tage sind Temperaturen um 25 -30 vorausgesagt. In der Sonne hält man es kaum aus und selbst nach Sonnenuntergang müssen wir uns nicht wie bisher dick einmummeln. Auch das ist Patagonien!

Tag 2 Carretera Austral
03.02.2019 Blockhütte – 11km hinter der Fähre Rio Bravo
Ich schlafe tief und fest bis die Sonne auf dem Zelt uns weckt. Ich glaube meine Erkältung ist fast überstanden!
Gemütlich beginnen wir den Tag, lassen uns Zeit und genießen den blauen Himmel und die Ruhe. Auch heute trübt kein Wölkchen den Himmel. Wir radeln das erste mal in kurzen Klamotten los! Da wir die 11.00 Uhr Fähre am Puerto Bravo über den Fiordo Mitchell sowieso nicht erwischen werden, lassen wir uns für die 600 Hm Zeit. Der Pass war unser erster Andenpass von Ost nach West (später werden wir uns für eine Andenüberquerung mehr anstrengen müssen)! Rechts und links gibt es nur undurchdringlichen Urwald. Als Johannes 1991 die Carretera Austral geradelt ist gab es diese letzten 240 Straßenkilometer noch nicht, die wurden erst 1999 gebaut. Die Fähre ist Teil des Straßennetzes und daher kostenlos. In der Saison fährt sie 4x am Tag. Bis die 16.00 Uhr Fähre kommt, haben wir Zeit in der Sonne zu liegen, zu Vespern und Johannes traut sich gar eine Runde zu baden. Dieser Fjord ist mit dem offenen Meer verbunden, Johannes war also im Pazifik baden😀😀 Ganze 35 Minuten dauerte die Überfährt. Gratis gabs auch tolle Ausblicke. Wunderschön!
Der Anstieg zum Pass Richtung Caleta Tortel hatte es in sich. Steigungen über lange Strecken von 15% bei gnadenloser Sonne und Temperaturen von 30 Grad, die wir in Patagonien so nicht erwartet hatten. Der Schweiß floss in Strömen. Zitate aus dem Carretera Austral Travel Guide: “ challenging gravel, some of the inclines are brutal, and this is certainly not the easiest section for cyclist“. Wie war, wie war. Für mich war Schieben angesagt.
Für die Nacht haben wir dann vorm Pass ein Plätzchen mit grandioser Aussicht gefunden. Gut, dass es überall klare Gebirgsbäche für Trinkwasser und zum „Duschen“ gibt. Beide hätten wir nicht weiterradeln wollen und sind gut geschafft. Heute haben wir den Tag über mega geschwitzt und definitiv zu wenig getrunken – das holen wir abends nach. Hier gibt es in jedem Supermarkt Saftpulver in diversen Geschmacksrichtungen. Bei uns war heute Apfel und Orange angesagt. Hat zwar keine Kalorien (hier in Chile ist alles zuckerreduziert) aber Geschmack.

Auf den“ungesunden“ Lebensmittel wie Kekse, Schoki etc steht die Warnung: „hoch an Zucker“, „hoch an Kalorien“ „hoch an Fett“ – genau das richtige für uns Radler😉

Tag 3 Carretera Austral
04.02.2019 bis Caleta Tortel
Wieder völlig ungewöhnliches Patagonienwetter: strahlend blauer Himmel und windstill! Wir radeln los um die letzten 150 Höhenmeter bis zum Pass noch im Schatten hinter uns zu bringen. Aber nach gut einem Kilometer steht eine einsame Aktentasche auf der Brücke. Sch…, da steckt ein Pickup kopfüber im Wasserfall. Der Fahrer, ein älterer Tourist aus Frankreich, kletterte gerade nochmal in sein Auto, etwas Blut am Hemd. Johannes stieg sofort zu ihm runter. Zum Glück schien er keine ernsthaften Verletzungen zu haben, nur ein Schlenz am Finger, aber noch etwas benommen und mit Schmerzen an der Brust. Also halfen wir ihm wieder hoch auf die Straße, holten sein Gepäck raus und kümmerten uns um den Mann. Das nächste vorbeifahrende Auto versprach die Gandarmerie zu benachrichtigen, mangels Handyempfang ging das erst mit dem Funk von der nächsten Fähre. Bis dann die Polizei plus Ambulanz wirklich kam vergingen gut zwei Stunden. Mit Passanstieg im Schatten war es also nichts.


Aber irgendwie brachten wir auch die letzten Höhenmeter noch hinter uns, brausten nach unten und bis zum Abzweig nach Caleta Tortel war die Welt noch in Ordnung. Die 22 km zum Ort sind der Graus. Selbst im Pamir waren die Straßen besser (zumindest verklärt man das im Nachhinein) , schlechter Schotter, große Kiesel, brrr
Der Ort selbst ist dann aber malerisch: die Häuser stehen wegen des feuchten Untergrunds auf Stelzen an den Hang geklebt. Im Ort gibts keine Straße, die Verbindungwege sind Stege und Treppen. Wahrscheinlich gibts nur wenige Tage im Jahr, an denen Kinder im ortseigenen “ Strand“ plantschen können. Heute war genau so ein Tag.
Wir ziehen ein Nickerchen im Schatten und einen Strandspaziergang vor. Es hat etwas von Venedig hier. Die Autos müssen außerhalb parken und abends wenn die Tagestouristen weg sind wirds gemütlich. Wir haben uns im Hospedaje Nunatak einquartiert und freuen uns auf das Bett und die Dusche.

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Tag 4 Carretera Austral
05.02.2019 km 81, an Brücke bei Kreuzung nach Pasarela Los Nadis
Dass die 23 km von Tortel zurück zur Carratera wieder harte Arbeit bedeutet, wussten wir ja. Aber, dass die ganze restliche Strecke auch so ein Gegurke und Gehoppel über fiesen Schotter, tiefes Wellblech werden würde, ahnten wir da noch nicht. Man, dieses Gehoppel geht einem irgendwann so auf die Nerven!! Und anstrengend ist es eben auch.
Johannes entwickelt eine Hassliebe zu den Wegbau-Gradern: waren sie zu lange nicht mehr im Einsatz ist die Piste voller Schlaglöcher und Wellblech, sind sie direkt vor einem unterwegs muss man sich durch weichen Schotter kämpfen. Heute hatten wir beides!
Dazu noch staubtrockene Piste. Immer wenn uns Autos überholt haben, wurden wir in eine große Wolke eingehüllt. Irgendwann habe ich angefangen die Autofahrer in drei Kategorien einzuteilen: die Rücksichtsvollen (gehen vom Gas, winken freundlich, halten auch mal an), die Normalen (passieren mit Abstand, fahren mittelmäßig schnell), die Vollpfosten (fahren viel zu schnell, so dass die Steine wegspritzen, bremsen oft zu spät und schlingern, hinterlassen eine mega Staubwolke). Leider überwiegen die Vollpfosten!! Mehrmals habe ich heute dieses böse A- Wort hinter einem Autofahrer hergerufen. Aber es scheint nicht nur mir so zu gehen. Katrin, die 22 jährige Stuttgarterin, die mit uns zeltet berichtet beim Kaffee genau das Gleiche. Auch sie hat das A- Wort heute öfter benutzt.

Tag 5 Carretera Austral
06.02.2019 bis Cochrane 
Für heute war eine Bergwertung angesagt. Zu dritt, uns gegenseitig anspornend, sind wir dann aber super durchgekommen und waren trotz der 880 Hm um die Mittagszeit in Cochrane. Begleitet wurden wir von den beiden Hunden, bis kurz vor dem  Ort der Besitzer mit Pickup auftauchte.  Völlig verstaubt schlagen wir unser Zelt im Camping Cochrane auf. Unsere beiden Finninen treffen wir hier auch wieder. Wir müssen wieder Proviant auffüllen,  uns und die Klamotten sauber bekommen und für euch den Blog aktualisieren. Die Luft ist diesig und riecht nach Rauch – weiter nördlich hat es einen Waldbrand. Die Warnhinweise am Straßenrand sind wohl doch nicht ganz unbegründet.

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